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Schramberg Kuckucksuhr strandet in Hannover

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Diese aus dem Jahre um 1890 erbaute Kuckucksuhr befindet sich seit mehr als einem Jahr auf Weltreise und wird erst im Juni kommenden Jahres wieder in die Uhrenteile Manufaktur in Waldmössingen zurückkehren. Foto: Schwarzwälder Bote

Nicht nur Menschen lassen wegen der Corona-Krise ihre Urlaubspläne derzeit ruhen. Auch die Kuckucksuhr von Ralph-Peter Mannke legt auf ihrer Weltreise gerade einen Zwangsstopp ein.

Schramberg-Waldmössingen. Im Leben kommt es eben oft anders als geplant: Ursprünglich hätte die historische, etwa 130 Jahre alte Uhr Ende vergangenen Jahres wieder in die Uhrenteile Manufaktur in Waldmössingen zurückkehren sollen.

Die Idee des passionierten Uhrmachers Ralph-Peter Mannke war, den Vogel aus dem Schwarzwald die Welt erkunden zu lassen, um zu Gast bei Freunden zu sein und Kindern ein Stück Heimatgeschichte zu vermitteln. Da immer mehr Interessenten hinzukamen, wurde die "Kuckuck on Tour" nun bis Juni 2021 verlängert.

Mannke hatte die nicht mehr funktionierende Kuckucksuhr mit Baujahr um 1890 vor ein paar Jahren von einem älteren Mann geschenkt bekommen mit der Bitte, etwas Sinnvolles daraus zu machen. Dass sie, nach erfolgreicher Reparatur, solche Kreise zieht, damit habe er wahrlich nicht gerechnet, räumte Ralph-Peter Mannke ein.

Gestartet im Kindergarten Waldmössingen Mitte Februar 2019 (wir berichteten) hat die wandernde Kuckucksuhr mittlerweile 16 Stationen hinter sich gebracht und bereiste neben Deutschland noch Orte in Belgien, Luxemburg, Österreich und der Schweiz. Seit Mitte März verharrt sie wegen der Corona-Krise bei Albrecht Uhren in Hannover. Dort ist nach Auskunft von Mannke alles vorbereitet. Sobald Kindergärten und Schulen wieder ihren Betrieb aufnehmen, wird die Erlebnisreise des kleinen Zugvogels besonderer Spezies weitergehen nach Blomberg, Potsdam, Altenburg, Norwegen, Brasilien, Mexiko, Australien, Italien, Österreich und von dort zurück nach Waldmössingen.

Wie Mannke aus vielen gesammelten Zeitungs- und Presseberichten, die ihm per E-Mail und Post zugesandt wurden, erfahren hat, habe seine Kuckucksuhr schon vielen Hundert Kindern Spaß bereitet und sie zum Lachen gebracht. "Manche Kinder wollten die Uhr am liebsten behalten. Sie hat bisher alles unbeschadet überstanden. In Österreich hat eine ganze Schulklasse auf einer Karte unterschrieben und mir zugeschickt", freut sich der "Uhrendoktor". Die Kuckucks-Wanderuhr hat es auch schon ins Radio geschafft.

Bei ihren zwei- bis dreiwöchigen Aufenthalten in verschiedenen Bildungseinrichtungen sorgte sie nicht nur für die Zeitansage, sondern der Ruf des Kuckucks brachte ordentlich Bewegung in den Schul- und Kindergartenalltag. Faszinierend für den Nachwuchs sei, dass die Uhr ohne Batterien und Stromanschluss nur durch morgendliches Hochziehen der an einer Kette hängenden Tannenzapfen funktioniert. Gespannt ist der "Kuckuck on Tour"-Initiator darauf, was er nach der Rückkehr alles im Begleitbuch lesen kann, in das die Kinder ihre Erlebnisse hineingeschrieben haben.

Auch die mit der Weltreise verbundene Spendenaktion kann sich sehen lassen. Bis jetzt hat Mannke 4836 Euro an die Deutsche Kinderkrebs-Stiftung überwiesen. Geld, das bei Reisen der Kuckucksuhr nach Übersee gesammelt wird, soll in den dortigen Ländern für gleichbedeutende Zwecke wie etwa Kinderkrankenhäuser gespendet werden. "Das ist mit den Uhrmacherkollegen so ausgemacht", erläutert der Waldmössinger.

Damit die "Kuckuck on Tour" auf diese Weise überhaupt so gut funktionieren kann, dafür ist ein von ihm vor sechs Jahren gegründetes weltweites Uhrmacher-Netzwerk mit inzwischen knapp 1200 Mitgliedern verantwortlich. Dies ist ein Zusammenschluss von deutschsprachigen Uhrmachern, die sich fachspezifisch austauschen.

So wird die Kuckucksuhr immer von einem Uhrmacher in einer Einrichtung vorgestellt, wieder abgeholt und an den nächsten Berufskollegen verschickt.

Dadurch haben Erzieherinnen und Pädagogen kaum Aufwand und müssen auch nicht Fragen von neugierigen Kindern wie "Warum braucht die Uhr keinen Strom?", "Wie alt ist die Uhr?" und "Warum hängen da unten diese Tannenzapfen?" selbst beantworten.

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