Stefan Schindler auf dem Gelände neben seinem Tierkrematorium. Dort will er ein Humankrematorium bauen, die beiden Gebäude wären räumlich und betrieblich voneinander getrennt. Foto: Lipp

Bau könnte noch dieses Jahr beginnen. Verwaltung hat Bedenken und weist auf drohende Konflikte hin.

Schramberg - Stefan Schindler, der seit vier Jahren das Tierkrematorium im Gewerbegebiet Hirtenwald betreibt, will dort nun eine zweite Einäscherungsanlage errichten – für Menschen. Doch bevor der Bau starten kann, müssen die Bedenken der Verwaltung ausgeräumt werden.

Auf die Idee für dieses zweite Standbein habe ihn ein Kunde seines Tierkrematoriums gebracht, erzählt Schindler. Dieser sei so von den großzügig, hell und freundlich gestalteten Räumen dermaßen begeistert gewesen, dass er ihm, Schindler, den Rat gegeben habe, im selben Stil ein Humankrematorium zu betreiben.

Keine schlechte Idee, befand Schindler und bereiste deutschlandweit solche Einrichtungen, um sich zu informieren. Er sagt: "Wir in Süddeutschland hinken hinterher". Kein Krematorium, das neu gebaut werde, grenze an einen Friedhof. Auch habe sich durchgesetzt, dass sich die Hinterbliebenen im Krematorium verabschieden.

Für den geplanten Bau will er "nur das Neuste und das Beste". Um seine Vision zu realisieren, möchte Schindler das an das Tierkrematorium angrenzende Gelände von ca. 3800 Quadratmeter kaufen, und, sofern alles glatt geht, mit dem Bau noch in diesem Jahr starten. Fünf neue Mitarbeiter will er einstellen. Er betont: Tier - und Humankrematorium seien zwei völlig voneinander getrennte Gebäude und Unternehmen.

Doch es gibt Gründe, die gegen Schindlers Vorhaben sprechen. Als erstes müsste der bislang geltende Bebauungsplan geändert werden, heißt es dazu in einer Vorlage für den Schramberger Gemeinderat. Denn: Ein Humankrematorium gilt als "Anlagen für kulturelle Zwecke", die im bestehenden Bebauungsplan ausgeschlossen sind. Die Verwaltung, bei der er, so Schindler, auf offene Ohren gestoßen sei, schlägt daher vor, den Bereich des Tierkrematoriums und eines möglichen Humankrematoriums als Sondergebiet auszuweisen, worüber der Gemeinderat abstimmen soll. Doch die Verwaltung weist in ihrer Vorlage auch auf drohende "Konflikte" hin, die sich durch das Nebeneinander der industriellen Nutzung und der Krematorien ergeben könnten. Daher müsse geklärt werden, "inwieweit die Nutzungskonflikte durch entsprechende Eingrünung vor Ort gehemmt und ein würdevolle Umgebung geschaffen werden kann", heißt es weiter.

Der Ausschuss für Umwelt und Technik wird in seiner Sitzung am nächsten Donnerstag, 26. Juni, darüber beraten.