Närrischem Publikum tolles Programm geboten / Die dümmsten Bankräuber aller Zeiten / Nie wieder übers Internet bestellen
Schramberg-Sulgen. Im voll besetzten Pfarrhof zog die Kolpingfamilie alle Register närrischen Frohsinns und wurde ihrem Ruf gerecht, mit einem abwechslungsreichen Programm für jung und Alt einen Höhepunkt in der Sulgener Saalfasnet zu setzen.
Eröffnet wurde der Abend durch eine Abteilung des Sulgener Musikvereins, die mit Narrenmarsch und anderen Hits die bunt kostümierten Besucher in Stimmung brachten. Hansel und Feurenmoosgeister zeigten sich von ihrer spendablen Seite und verteilten Brezeln und Laugenweckle. Reinhold Seckinger begrüßte die Besucher und lief gleich zu Beginn des Abends zu Hochform auf.
Dann ging es Schlag auf Schlag mit dem gut dreistündigen Programm weiter. Ursel Seckinger alias Käthel Feiertag oblag es, die erste Programmnummer darzubieten. Wegen starker Rückenschmerzen musste sie zur Wassergymnastik. Den dazu benötigten Badeanzug kaufte sie über eine leicht zweideutige Zeitungsanzeige per Telefon. Mit ihrem Argument, sie wolle bei der Gymnastik ja geschützt sein, denn die Männer spritzen da immer so herum, erstand sie einen Ganzkörperbadeanzug. Mit diesem hatte sie aber in der Praxis enorme Probleme. Aus den gemachten Erfahrungen stand für sie fest, dass sie das neue Kleid, das sie sich so sehnlichst wünscht, nicht über das Internet oder das Telefon kauft, sondern ganz klassisch in der Stadt. Zusammen mit ihrer Freundin steuerte sie ein nobles Fachgeschäft an. Die dann dort entstehenden Missverständnisse, meisterhaft dargeboten, brachten ihr viel Beifall ein.
Als flotte Stewardessen in stilechten Uniformen, perfekt geschminkt, präsentierten sich die Kolpingfrauen Angelika Seckinger, Luitgard Roming, Helga Lamprecht, Anne Herzog, Ulrike Kunz und Doris Klausmann. Unter der Leitung von Annette Flaig trägt diese Gruppe seit Jahrzehnten mit immer wieder neuen Ideen zum Ballprogramm bei. In diesem Jahr waren die tänzerisch und akustisch vorgetragenen Verhaltenshinweise an die Passagiere einschließlich der Notlandung am Berneckstrand einfach drollig.
Das lokale Orts- und Vereinsgeschehen nahmen einmal mehr gekonnt Herbert Seckinger und Christian Eckel unter die Lupe. In Anlehnung an "Waldorf and Statler" von der Muppetshow, deckten die beiden zur eigenen Schadenfreude und zum Gelächter des Publikums schonungslos die lustigen Schnitzer der Betroffenen auf.
Zu einem herzhaft geführten Disput entwickelte sich beim Ehepaar Pfaff der Kauf der Frühstücksbrötchen am Sonntagmorgen in der Bäckerei. Ehemann Jürgen war überhaupt nicht mit dem Wunsch seiner Frau Ulrike einverstanden, zum Bäcker zu fahren und die Brötchen zu besorgen. Mit seiner Ansicht, das Einkaufen sei Sache der Frau, erntete er zustimmendes Kopfnicken und Beifall von den Männern im Saal. Aber Ulrike ließ nicht locker, und so machte sich Jürgen im urkomischen Outfit auf den Weg, um den Hausfrieden zu retten.
Zu einer richtigen Fasnetsveranstaltung gehört ja auch Musik und Gesang. Mit einem selbstverständlich live gesungenen Stimmungsliederpotpourri heizten Siegfried Lamprecht und Reinhold Seckinger dem Publikum mächtig ein und kamen um eine Zugabe nicht herum.
Der Programmpunkt "Banküberfall – alles hinliegen" war an Situationskomik nicht zu überbieten. Was Franz Pfaff, Thomas und Markus Klausmann ablieferten, trieb den Besuchern die Tränen in die Augen. Besonders das Ausfüllen des Überfallprotokolls war ebenso belustigend, wie das Bestellen des Fluchtautos durch die dummdreisten Räuber Franz und Markus, die am Schluss vom Bankschalterbeamten Thomas übel hereingelegt wurden.
Die närrisch dargebotene Verlosung fand mehrere Gewinner und leitete über zum Hit: "Aber mir reichts, wenn i weiß, dass i kennt, wenn i wett", den Ulrike Pfaff, Angelika Seckinger und Winfried Kunz, begleitet am Keybord von Annika Müller, zum Besten gaben.
Die MV Sulgen/Ministranten-Müllmänner Jens Preisig, Matthias Pfaff, Felix Janson, Manuel Wendel und Simon Henne setzten in der Schlussnummer ein fetziges Ballett mit atemberaubendem Tempo auf die Bühne. Die geforderte Zugabe gewährten die Protagonisten gerne in voller Länge. Reinhold Seckinger, der zwischen den einzelnen Auftritten die Gäste mit Witz und Humor ausgezeichnet unterhielt, rief zum großen Finale nochmals alle Akteure auf die Bühne.