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Schramberg Kletterer stürzt ab: So lief der Einsatz am Falkenstein

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An der Seilwinde wird der Retter zum Verunglückten abgelassen. Foto: Bergwacht Rottweil

Schramberg - Vor ziemlich genau einem Jahr hatten die Bergwacht Rottweil und die örtliche Bergsteigergruppe des DAV Oberer Neckar (Deutscher Alpenverein) am Kletterfelsen unterhalb der Ruine Falkenstein noch gemeinsam den Ernstfall geprobt. Trainiert, wie man einen verunglückten Kletterer aus der Wand holt und betreut, bis die Rettungskräfte eintreffen. Am Samstagnachmittag wurde das Szenario dann Realität: Ein junger Mann stürzte im Vorstieg und schlug laut Zeugenaussagen mit dem Fuß an der Wand auf. 

Zwar habe zu keiner Zeit Lebensgefahr bestanden, sagt Dominik Weiss von der Bergwacht Rottweil. Aber aus eigener Kraft hätte der Verunglückte den Abstieg vom Kletterfelsen nicht geschafft.  "Keine Chance. Es bestand Verdacht auf eine Sprunggelenksfraktur, der Abtransport musste liegend erfolgen."

Die Bergwacht rückte mit zehn Mann und zwei Einsatzfahrzeugen aus. "Wer am nächsten dran ist, bringt die in Rottweil und Gosheim stationierten Rettungsfahrzeuge mit, die anderen fahren mit ihren Privatautos an", schildert Weiss den Ablauf eines Bergwacht-Einsatzes. Etwa zwölf schultert die Rottweiler Bergwacht im Jahr, das Spektrum reicht vom Kletterunfall über abgestürzte Wanderer bis hin zu verunglückten Waldarbeitern. Seine Ausrüstung zahlt jeder ehrenamtliche Retter aus eigener Tasche, auch eine Einsatzpauschale - wie etwa bei der freiwilligen Feuerwehr -  gebe es nicht, umreißt Weiss die Rahmenbedingungen.

Boden- oder Luftrettung?

Vor Ort spreche man dann mit dem Rettungsdienst den Ablauf des Einsatzes ab. Kriterien seien unter anderem die Schwere der Verletzungen. Auch müsse geklärt werden, ob eine Bodenrettung angezeigt sei oder ob man einen Hubschrauber hinzuziehen müsse.

Im Fall des verunglückten Kletterers entschied man sich, den in Freiburg stationierten Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung zu Hilfe zu rufen. Dieser sei erst seit einem guten halben Jahr für die sogenannte Windenrettung ausgestattet, bestätigt Mirko Friedrich, Rettungsspezialist der Bergwacht Schwarzwald. Heißt: Der Helikopter muss nicht mehr landen, um einen Verunglückten aufzunehmen. Stattdessen wird der Verunglückte samt Trage und Rettungskraft am Seil in den über dem Unglücksort schwebenden Helikopter gezogen. Ideal für das alpine Gelände am Falkenstein.

Eine Bodenrettung sei hier grundsätzlich zwar möglich, meint Dominik Weiss. Allerdings auch sehr zeitaufwendig, da der Weg zur Straße über eine mit Stahlseil gesicherte Felspassage führe. Da lasse sich die Gebirgstrage nicht einfach schnell rübertragen. Um die Trage samt Patient über diese Stelle zu bekommen, müsse man aufwendige Seilsicherungen - beziehungsweise eine Seilbahn - installieren. Etwa zwei Stunden, schätzt Weiss, würde eine solche Rettungsaktion dauern.  

Helikopter ist deutlich schneller

Der Helikopter sei da deutlich schneller, bestätigt auch Mirko Friedrich. Er gehörte beim Einsatz am Falkenstein zur Besatzung des Hubschraubers und spricht von einer "extrem schnellen Rettungsaktion". Alles habe bestens geklappt. Auch die Bergwacht Rottweil zieht ein positives Fazit. Die Einsatzkräfte von Bergwacht, Feuerwehr und Rettungsdienst hätten gut zusammengearbeitet, nach nur anderthalb Stunden sei der Einsatz abgeschlossen gewesen. 

Nun war das Wetter gut und es war helllichter Tag, als der Kletterer am Falkenstein verunglückte. Doch was passiert eigentlich, wenn beispielsweise ein Wanderer in schwierigem Gelände in der Dämmerung abstürzt? Ist eine Windenrettung dann überhaupt möglich?

Ja, beruhigt der Rettungsspezialist der Bergwacht Schwarzwald. Allerdings steige dann nicht mehr der Helikopter der DRF Luftrettung auf. Dann kämen beispielsweise die Kollegen der Rega, der Schweizerischen Rettungsflugwacht, zum Einsatz. Diese habe Helikopter in Basel, Zürich und St. Gallen stationiert, die auch nächtliche Windeneinsätze fliegen könnten. Auch auf Hubschrauber der Landespolizei und der Bundeswehr in Niederstetten könne man in solchen Fälle zurückgreifen. 

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Stephan Wegner

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