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Schramberg Hoffnung bei Firma Schweizer wächst

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Ein zwiegespaltenes Bild sehen die Analysten bei Schweizer. Hier eine Aufnahme aus dem neuen Werk in China. Foto: Schweizer

Schramberg-Sulgen - Aktien-Analyst Patrick Speck von der Hamburger Montega AG sieht eine marktkonforme Entwicklung bei der Schweizer Electronic AG.

Kürzlich hatte die Schweizer Electronic AG den Bericht für das erste Halbjahr 2020 vorgelegt. Am selben Tag hatte die Hamburger Montega AG einen sogenannten "Earnings Call" (spezielle Videokonferenz im Internet) mit den Vorstandsmitgliedern Nicolas Schweizer und Marc Bunz sowie einer Reihe von Investoren organisiert.

Ziel war es, die derzeitige Lage von Schweizer und die bestehenden Perspektiven besser einschätzen zu können. Im Nachgang zum Earnings Call hat Montega-Analyst Patrick Speck ein Papier dazu verfasst, das der Redaktion vorliegt. "Aktienanalyse ist bei uns nicht nur eine Abteilung, sondern das Zentrum unserer Geschäftstätigkeit", beschreibt die Montega ihre Hauptaufgabe als "eines der führenden deutschen Research-Häuser".

In ersten Halbjahr 2020 hatte Schweizer angesichts der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Automobilindustrie und die damit verbundenen Produktionsstopps der Autohersteller einen Umsatzrückgang um 24,7 Prozent auf 45,4 Millionen Euro zu verzeichnen. Alleine im zweiten Quartal belief sich der Rückgang auf 42,4 Prozent. "Insgesamt entwickelte sich das Unternehmen damit unseres Erachtensweitgehend marktkonform", Speck. Denn die globale Fahrzeugproduktion sei im gleichen Zeitraum um circa 45 Prozent gesunken.

Klar dass ein Umsatzrückgang dieser Größenordnung das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) und EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ins Minus drückt. Doch während das geschätzte EBITDA 2020 noch mit 10 Millionen Euro im Minus liegt, soll es danach wieder ins Plus drehen mit 2,9 Millionen Euro im Jahr 2021 und 12 Millionen Euro im Jahr 2022. Das geschätzte EBIT bleibt wegen der anziehenden Abschreibungen im Minus, das sich aber von 2020 bis 2022 auf minus 9,3 Millionen Euro halbiert. Auf Halbjahressicht sei ein signifikanter Teil der negativen Entwicklung insbesondere an der laufenden Restrukturierung sowie dem Anlaufen des Werks in Jintan zurückzuführen. "Letzteres sollte bei einem Umsatz-Etappenziel 2020 in China von sechs Millionen Euro im zweiten Halbjahr zumindest nicht weiter belasten", erwartet Speck.

Liquidität ausreichend

Die Liquidität von Schweizer schätzt der Analyst weiter als ausreichend ein. Die liquiden Mittel nahmen zwar unter anderem aufgrund des negativen operativen Cashflows sowie der vor allem für den Werksaufbau in China notwendigen Investitionen ab. Allerdings verfüge Schweizer noch über ungenutzte Kreditlinien, so dass sich die Liquiditätsreserve gegenwärtig auf knapp 66 Millionen Euro beliefe und weiterhin als ausreichend einzuschätzen sei.

Ab 2021 erwarte Schweizer wieder positive Impulse. Dann sollte das EBITDA wieder ins Plus drehen: Dafür nehme Schweizer weitere Einsparungen insbesondere im Personalbereich am Standort Sulgen sowie Anpassungen der Investitionsplanungen vor. Aber erst ab 2022 werde das Stammwerk in Sulgen wieder das Vorkrisenniveau erreichen

China macht Hoffnung

"Allerdings verfügt Schweizer in China nun auch vor Ort über hocheffiziente Fertigungsstrukturen, was die Wettbewerbsqualität unseres Erachtens wesentlich stärkt", wertet Speck.

Zudem zeige sich der chinesische PKW-Markt nach Angaben des Branchenverbands PCA im Juli weiter auf Erholungskurs (Absatz plus 7,9 Prozent).

"Gepaart mit den neuesten Vertriebskooperationen im asiatischen und amerikanischen Raum sollte das Unternehmen perspektivisch zudem auch die Kundenbasis deutlich verbreitern können", erwartet Speck und bestätigt das Rating "Halten" für die Schweizer-Aktie.

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