"Helft Mali": Der Verein arbeitet erfolgreich: Ein funktionierendes medizinisches Versorgungszentrum und ein Frauen-.Selbsthilfeprojekt, das die erste Ernte verspricht, entstanden bereits. Fotos: Rohrer Foto: Schwarzwälder-Bote

Verein "Ka Mali Deme – Helft Mali" mit Sitz in Waldmössingen freut sich über zwei gelungene Projekte

Schramberg (er). Ein fester Bestandteil im interkulturellen Jahresprogramm ist inzwischen das Eine-Welt-Wochenende, diesmal am 27./28. September in der "Little Glocal City Schramberg". In unserer Serie erläutern die Beteiligten ihre Aufgaben und Ziele:

"Ka Mali Deme – Helft Mali": Der Verein wurde 2003 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Hilfe zur Selbsthilfe in Mali zu geben. Entstanden ist der Verein durch Christine Sakowski, die neun Jahre zuvor in Mali als Misssionskrankenschwester gearbeitet hat. Freunde haben nach ihrer Rückkehr die Notwendigkeit gesehen, einen kleinen Verein zu gründen, der den Freunden in Mali Hilfestellung geben möchte. Der Auftrag ist, die Liebe Gottes an die malische Bevölkerung weiterzugeben.

In den vergangenen zehn Jahren wurde in dem Dorf Douogourakoro, das weder über fließendes Wasser noch Strom verfügt eine gut funktionierende Kranken- und Entbindungsstation gebaut. Ausschließlich Spenden aus Deutschland haben dies ermöglicht. Mittlerweile werden jährlich mehrere Tausend Patienten von qualifizierten und engagierten malischen Mitarbeitern medizinisch versorgt. Regelmäßige Besuche des Vorstands und medizinische Einsätze vor Ort aus Deutschland halten den Kontakt lebendig.

In den vergangenen beiden Jahren wurden konkrete Schritte zur Autonomie eingeleitet. Das Team vor Ort besteht ausschließlich aus malischen Mitarbeitern. Die Krankenstation selbst ist in das malische Gesundheitssystem eingegliedert, erhält aber keinerlei finanzielle Unterstützung seitens des malischen Staates. Dank vieler deutscher Spender konnte der Verein "Ka Mali deme – Helft Mali " trotzdem ein gut funktionierendes medizinisches Zentrum aufbauen.

Neben der Krankenstation in dem Dorf Dougourakoro wird seit dem Jahr 2014 ein etwa ein Hektar großes Grundstück von ausschließlich Frauen beackert. Es liegt circa ein Kilometer außerhalb des Dorfes. Die Frauen bauen Gemüse an, das in erster Linie ihren Familien zukommt aber auch auf dem Markt verkauft werden soll. 25 Frauen haben das Grundstück in Parzellen aufgeteilt und sich zu einem eigenen Komitee zusammengeschlossen, ihre Organisation selbst übernommen. Der Verein hat ihnen das umzäunte Grundstück und einen Brunnen mit Pumpe zur Verfügung gestellt. Diese soll aber in einem bestimmten Zeitraum abgezahlt werden. Dieses Projekt war für den Verein ein Experiment. Die Frauen waren sich anfangs nicht einig, dazu kam, dass der Brunnen in der Trockenzeit ausgetrocknet war. Er musste tiefer gegraben werden.

Im Zuge dessen hat der Verein eine Wasserleitung bis an das Ende des Grundstücks legen lassen, weil der Boden für weitere Brunnen zu felsig war. Jetzt wird das Wasser mit der Pumpe in Tanks am Ende des Geländes gepumpt und jede Frau hat Zugang zu Wasser. Für den Verein war dieses Projekt wieder ein Beweis, dass Entwicklungshilfe Zeit braucht und durchaus auch mit Rückfällen zu kämpfen hat. Da ist es gut, als Verein begleitend zur Seite stehen und den Einheimischen zur Hand zu gehen.

Weitere Informationen: Ka Mali Deme – Helft Mali Gerda und Stefan Rohrer Kirchtalstraße 1, Schram berg-Waldmössingen, Telefon 07402/910 9073 www.kamalideme.de info@kamalideme.de

Zehn verschiedene Hilfs- und Partnerschaftsprojekte gibt es in Schramberg, die sich am Eine-Welt-Wochenende Ende September im Gymnasium beteiligen (wir berichteten). Sie arbeiten alle unter dem Dach des Eine-Welt-Forums Schramberg. Damit die Bürger deren Arbeit besser kennen lernen können, haben die Organisationen im Vorfeld die Möglichkeit, sich in eigenen Beiträgen, auch mit Bild, in unserer Zeitung vorzustellen. u Zusendungen bitte per Mail an die Adresse redaktion-schramberg@schwarzwaelder-bote.de. (er)

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