Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Schramberg "Halleluja" berührt Zuhörer bis ins Innerste

Von
Dilian Kushev ist der Leiter von "Sacralissimo" Foto: Marek Foto: Schwarzwälder Bote

Wie in einer großen Kathedrale oder in einem Opernsaal haben sich die Zuhörer beim jüngsten Konzert in der Alten-St.-Laurentiuskirche mit dem Ensemble Sacralissimo gefühlt.

Schramberg-Sulgen. Bereits zum dritten Mal präsentierten sich die "goldenen Stimmen aus Bulgarien", dieses Mal in der Besetzung Dilian Kushev (Bariton und Leitung), Evelina Elisarova (Sopran) und Andrei Angelov (Klavier) dem Publikum aus der Raumschaft Schramberg. Josef Doedt namens des Förderkreises begrüßte viele Zuhörer.

In den eineinhalb Stunden ihres abwechslungsreichen Programms verwandelten die Künstler den akustisch hervorragenden Kirchenraum in einen Konzertsaal, denn die Opernarien, geistlichen Gesänge und folkloristischen Lieder aus aller Welt waren hinsichtlich der exquisiten Auswahl wie auch der künstlerischen Ausführung von höchster Qualität und verzauberten das Publikum restlos.

Gesangssolisten sind ebenbürtig

So entführte das Gesangs-Duo die Zuhörer zu Beginn nach Italien, ins Mutterland des Operngesangs. Beide Solisten erwiesen sich mit starkem Ausdruck und herrlicher Klanggebung als ebenbürtig. Auch der Begleiter am Flügel gab mit schwungvollem Vorspiel und lebhafter Begleitung ohne Noten eine Kostprobe seines enormen Könnens. Glanzvoll erklang mit Kraft, Volumen und brillierenden Höhen das Finale. Als ob sie es zum ersten Mal hörten, genossen die Zuhörer den italienischen Evergreen "Santa Lucia", der von den Gesangspartnern mit feinem Gefühl und starker Expression interpretiert wurde. Pianist Angelov begleitete mit verspielten Wellen. Eine hoch entwickelte Stimme von wunderbarer Strahlkraft erlebten die Zuhörer bei der Arie "O mio Babbino caro" aus der Oper "Gianni Schicchi" von Puccini. Mühelos erreichte die virtuose Opernsängerin alle Höhen.

Die musikalische Reise des bulgarischen Trios führte etwa nach Frankreich, England, Skandinavien, Russland und in das Heimatland der Musiker. Mit Werken unter anderem von Webber, Verdi, Mozart, Bortnianski brachten sie die schönsten Melodien zu Gehör und trafen damit den Geschmack der Zuhörer.

Bis ins Innerste berührt wurden die Zuhörer beim "Halleluja" von Leonard Cohen in englischer Sprache. Die Gesangssolisten bewiesen, dass sie auch das leiseste Pianissimo beherrschen. Mit lieblichem Ausdruck und weicher Tongebung erklang von der Sopranistin das "Pie Jesu" von Webber. Sie rührte die innersten Saiten der Zuhörer an.

Unruhige Akkorde leiteten das Wolgalied in deutscher Sprache ein, das vom Kontrast forte-piano lebte. Dilian Kushev vermochte mit der Palette seines Ausdrucksvermögens die extreme Verlassenheit des Soldaten am Wolgastrand wiederzugeben. Mit seiner modulationsfähigen Stimme brachte er Traurigkeit und Sehnsucht überzeugend zum Ausdruck. In der Klavierbegleitung erklangen hämmernde Tremoli wie von der Balalaika. Der überragende Solist erfüllte mit seiner tragenden Stimme mühelos den gesamten Kirchenraum.

Ohne Pathos und Effekthascherei überzeugt

Mit Zurückhaltung, ohne Pathos und Effekthascherei, erklang die Melodie "Ich bete an die Macht der Liebe". Dennoch schöpfte der Baritonsolist bei seiner Interpretation alle Nuancen des Ausdrucks aus. Auch die Begleitung unterstrich die andachtsvolle Stimmung in diesem Lied. Einen Schwenk in die Welt der Operette machte das Gesangspaar bei seinem Duett aus der "Lustigen Witwe" mit dem schwungvollen Titel "Lippen schweigen". Das Klavier untermalte mit berauschenden Walzerklängen.

Als Duo trat das Gesangspaar auch auf beim italienisch gesungenen Duett "Reich mir die Hand, mein Leben" aus der Oper "Don Giovanni" von Mozart. Während er mit gesanglicher Manpower überzeugte, verzauberte sie mit weiblichem Charme. Beide bannten die Zuhörer durch ihren starken Gefühlsausdruck und ihre exzellente Gesangsqualität. Der spezifische Stil Mozarts wurde auch in der Begleitung deutlich. Klagen und Flehen klang aus der folgenden Arie aus der Oper "La Wally" von Alfredo Catalani. Evelina Elisarova zeigte alle Facetten ihres Ausdrucksvermögens bis zum ekstatischen Höhepunkt.

Unvergesslich interpretierte die Sängerin die Arie "Nessun dorma" aus der Oper "Turandot" von Puccini. Mit unvergleichlicher Schönheit in ihrer Stimme ging sie ganz in ihrer Rolle auf. Die Begleitung enthielt leidenschaftliche Akkorde und Arpeggien. Wohl kein Zuhörer kannte das "Ave Maria" von Caccini, das die Sopranistin mit herrlichem Ausdruck vorstellte und mit dem sie das Publikum begeisterte. Mit warmem Klang, weich und hingebungsvoll gestaltete die Sängerin ihre andachtsvolle Interpretation.

Besucher wirken bei der Zugabe mit

Das Lied "The Greatest Love of all are the Children" mit fröhlichem Charakter und flüssiger Begleitung war den Kindern gewidmet. Es war bekannt durch die Interpretation von Whitney Houston. Mit großer Hingabe und starker Emotionalität sang der Bariton das bulgarische Volkslied "Meine kleine weiße Wolke" in seiner Heimatsprache. Die Begleitung mit lebhaften Arpeggien spiegelte etwas vom Temperament des bulgarischen Volks.

Mit betörendem italienischem Schmelz erklang zum Abschluss des unvergesslichen Gesangsabends in Italienisch und Englisch das Duett "O sole mio", bei dem sich beide Interpreten fast übertrafen an gefühlvoller Expression. Nach lang anhaltendem stürmischem Applaus durften die Zuhörer bei der Zugabe beim Wiegenlied von Johannes Brahms "Guten Abend, gut Nacht" selbst mitwirken.

Josef Doedt verabschiedete die Künstler mit den Prädikaten "clarissimo, bellissimo, sacralissimo" und überreichte jedem ein Geschenk. Beide, Interpreten wie Zuhörer, wünschten sich ein baldiges Wiedersehen. Die freiwilligen Spenden der Zuhörer gingen an die Ausführenden, die kein Eintrittsgeld verlangten.

Artikel bewerten
1
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.