Ortschafts- und Gemeinderat vereint in einem Saal: Im Schramberger Rathaus wurde über die Zukunft der Halle diskutiert. Foto: Dold

Machbarkeitsstudie liefert für Tennenbronn lediglich Fingerzeige. Bürger können sich äußern.

Schramberg-Tennenbronn - Die Hängepartie geht weiter: Die mit Spannung erwartete Machbarkeitsstudie zum Thema Halle in Tennenbronn liefert zwar einige Hinweise, die Frage nach dem Standort ist aber nach wie vor offen.

Eins vorweg: Die von der Stadt in Auftrag gegebene Studie liefert keine Erkenntnisse, ob eine der im Raum stehenden Varianten eindeutig besser ist als alle anderen. Vielmehr gibt es für jede Lösung Vor- und Nachteile.

Nun hoffen die Verantwortlichen auf Rückmeldungen der Bürger bei der Informationsveranstaltung am Mittwoch, 27. März, ab 19 Uhr in der Tennenbronner Halle. Dort können sie zum Ausdruck bringen, welche Variante sie bevorzugen.

Martin Grießhaber hatte hierzu eine Idee parat: Die Bürger könnten mittels "Mag ich"-Aufklebern zeigen, welche Lösung ihnen schmeckt. Oberbürgermeister Thomas Herzog zeigte sich offen für diesen Vorschlag. Der Vorstoß von Johannes Grimm (CDU) ging in eine ähnliche Richtung. Er redete einer Bürgerbeteiligung oder gar -befragung das Wort.

Dominik Dieterle und Clemens Maurer (CDU) hakten nach, bis wann eine neue Halle fertig sein könnte. Die alte Halle, sagte Fachbereichsleiter Rudolf Mager, solle noch fünf Jahre genutzt werden. Bis dahin solle die Bauleitplanung abgeschlossen sein. Auf einen konkreten Termin für die Nutzung der neuen Halle wollte er sich nicht festlegen.

Mehrere Tennenbronner Bürger besuchten übrigens die Sitzung in Schramberg, da großes Interesse an dem Thema herrscht. Ein Vertreter der "Alcaputtis" zeigte beispielsweise mit dem Pulli der Guggenmusik Flagge.

Dorfweiher

Für diesen Standort spricht laut Studie die im Gegensatz zu den anderen Varianten geringere Lärmbelastung und die Verfügbarkeit der Grundstücke. Die Halle soll gegenüber den früheren Planungen etwas in Richtung Bauhof gerückt werden, sodass dieses Problem gelöst wäre.

Eine weitere Möglichkeit gab Mager zu bedenken: Die Schiltach könnte etwas weiter weg vom Hallenstandort verlegt werden. Dies würde zwar etwa 1,1 Millionen Euro kosten, allerdings könnte die Stadt Zuschüsse von 85 Prozent erhalten.

Die Vorteile: Eine Schiltachaue würde entstehen, die ähnlich wie der Berneckstrand in Schramberg genutzt werden könnte. Zudem würde der Retentionsraum bei Starkregenereignissen oder Hochwasser deutlich vergrößert.

Sanierung alte Halle

Der größte Pluspunkt sind hier die geringsten Kosten aller Varianten. Allerdings wäre der Aufwand sehr hoch, wie Architekt Wolfgang Teuchert ausführte. Das Dach müsste aus statischen und brandschutztechnischen Gründen erneuert werden. Auch die Decke zwischen Halle und Untergeschoss entspricht nicht mehr den Anforderungen. Zudem besteht das Potenzial unangenehmer Überraschungen, was die Kosten steigern und die Bauzeit verlängern könnte. Für die Parkierung müsste eine andere Lösung gefunden werden – aller Voraussicht nach am Krone-Areal und an der Schiltach. Aus Lärmgesichtspunkten wäre der bisherige Standort der schlechteste. Wenn sich ein Anlieger beklage, könne es sein, dass die Nutzung eingeschränkt werden müsse, gab OB Herzog zu bedenken.

Neubau bisheriger Standort

Das Problem des Grundstückserwerbs würde hier nicht bestehen. Umkleiden wären im Obergeschoss, unten liegen WC-Anlagen, Proberaum und Technik. Eine zweite Treppe neben der Bühne müsste aus Brandschutzgründen errichtet werden. Hinzu würde ein Aufzug kommen. Beim Parken wäre eine Tiefgarage mit zwei Ebenen und 80 Stellplätzen denkbar. Das würde die Kosten aber um 800 000 Euro je Ebene erhöhen.

Krone-Areal Ein großer Nachteil: Hier wäre Grunderwerb erforderlich – mit ungewissem Ausgang. Die Lärmsituation wäre zwar besser als am bisherigen Standort, aber schlechter als am Dorfweiher. Der Eichbach sollte laut Studie weiter in die Talmitte verlegt werden. Die Halle würde angrenzend an das Bürgerhaus gebaut werden, die Parkplätze gegenüber des Kindergartens.