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Schramberg Gymnasium: Stadt nimmt Stellung zu PCB-Belastung

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Andreas Krause (von links), Abteilungsleiter Gebäudemanagement und Hochbau, Gymnasiums-Schulleiter Oliver Porsch, Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und der von der Stadt beauftragte Sachverständige Mario Schreiber im Gymnasium. Foto: Riesterer

Schramberg - Was hat es mit dem ominösen Raum auf sich, der am Gymnasium Schramberg wohl eine Zeit lang wegen zu hoher Schadstoffwerte abgeschlossen war? Die Stadtverwaltung klärt nun in einem Pressegespräch vor Ort auf.

Im Rahmen des Sachstandsberichts zur Sanierung des Schramberger Gymnasiums im städtischen Verwaltungsausschuss hat der Schwarzwälder Bote Ende vergangener Woche über eine Belastung durch Polychlorierte Biphenyle (PCB) berichtet. Das Gremium wurde darüber zwar nicht-öffentlich informiert, eine Bestätigung auf Nachfrage unserer Zeitung blieb jedoch aus. Nun hat die Verwaltung hierzu zu einem Pressegespräch eingeladen.

Präventive Maßnahmen greifen laut Verwaltung

Dabei stellten Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr und der Abteilungsleiter Gebäudemanagement und Hochbau Andreas Krause unmittelbar zu Beginn des Gesprächs klar, dass es zu keinem Zeitpunkt Intention gewesen sei, mit Informationen hinter dem Berg zu halten – schon gar nicht hinsichtlich des "höchsten Guts", der Gesundheit der Kinder. Es sei, erklärten sie, zum einen schlicht Usus, die städtischen Gremien in solchen Fällen vorab nichtöffentlich zu informieren. Zudem seien die diesbezüglichen Material-Beprobungen und Luftmessungen sowie deren Auswertungen noch nicht abgeschlossen – und zuletzt seien die Werte, die zur Schließung des Bereichs im Gymnasium geführt hätten, inzwischen durch präventive Maßnahmen korrigiert.

Bei einer Sanierungsmaßnahme solchen Umfangs – bekanntlich werden der Brandschutz, die Elektrik sowie die Decken in Klassenzimmern und Fluren im ganzen Gebäude erneuert – würde stets eine Schadstoff-Orientierungsbefundung mit umgesetzt, so Krause. Diese ("Ist da was und wenn ja, wie viel?") nahm der Sachverständige Mario Schreiber im Auftrag der Stadt im Frühjahr dieses Jahres vor. Untersucht wurden entnommenes Material, Proben mit Klebestreifen und die Raumluft.

Bezüglich PCB gibt es zwei Grenzwerte, die rechtlich von Belang sind: Das Vorkommen von unter 300 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft (dem sogenannten Vorsorgewert) gilt quasi als "grüner Bereich". Er ist zugleich der Zielwert, unter den man bei einer potenziellen Sanierung kommen möchte. Bei mehr als 3000 Nanogramm (dem Interventionswert) muss, wie der Name schon sagt, dringend eine Sanierungsmaßnahme her. Bei allem dazwischen gibt es "Spielraum innerhalb der Gesetzgebung", so Schreiber.

Nun sei im Zuge der ersten Raumluft-Untersuchungen im Bereich eines Klassenzimmers sowie eines angrenzenden Flurs ein Wert von mehr als 500 ermittelt worden. Das war Anfang Mai. "Das ist auch der Raum, der abgesperrt war", klärte Eisenlohr auf. Anfang Juli sei dort als "präventive Maßnahme" das belastete Fugenmaterial teils entfernt, teils mit einer Spezialfarbe überstrichen worden. Seitdem seien die Werte wieder unter dem Vorsorgewert. "Der Raum wurde auch nach den Sommerferien kaum genutzt", ergänzt Schulleiter Oliver Porsch.

Messungen für Werte im Winter stehen noch aus

Zudem müsse bei den Werten vom Frühjahr beachtet werden, dass diese beispielsweise im geschlossenen Raum bei knapp 30 Grad Celsius Temperatur gemessen wurden – also unter simulierter Sommer-Höchstbelastung. "PCB-Werte steigen generell bei höheren Temperaturen", erklärt der Sachverständige Schreiber.

Das Gymnasium sei, fuhr er fort, letztlich als "gesamteinheitliche Bausubstanz" zu sehen. Das heißt: Die Basis für eine potenziell nötige Großmaßnahme gegen PCB wäre ein Jahresdurchschnittswert, der aus allen Messergebnissen des Gebäudes ermittelt wird – und dann zumindest über 300 liegen muss. Die Messungen für die – gewöhnlich niedrigeren – Winterwerte stehen noch aus und sollen, so Schreiber, erst im Dezember/Januar folgen. Der aktuelle Durchschnittswert des Gymnasiums liege, trotz teils simulierter sommerlicher Extremverhältnisse, bei 283 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft. Dennoch sei eine präventive Sanierungsmaßnahme bei punktuell höher liegenden Werten, wie nun in beschriebenem Raum, sinnvoll. Auch, um Erfahrungswerte zu haben, wie weit die Werte dadurch gesenkt werden können, ergänzte Krause.

"Wir werden dem Gemeinderat die endgültigen Ergebnisse, wenn sie dann da sind, vollumfänglich zur Verfügung stellen", sprach Dorothee Eisenlohr abschließend von der Bedeutung, mit dem Thema weiterhin verantwortungsvoll umgehen zu müssen. Das Gremium könne dann, auch wenn das Ergebnis unter dem Vorsorgewert liegen sollte, entscheiden, ob es trotzdem Maßnahmen ergreifen möchte.

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