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Schramberg Gebaut wie echte Häuser – nur kleiner

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Josef Grimm präsentiert in seiner Werkstatt die am häufigsten verkaufte Krippe. Für das Dach hat er alte Holzschindeln eines richtigen Hauses verwendet und auch die Begrünung ist echtes, getrocknetes Moos aus dem heimischen Wald. Foto: Brüstle Foto: Schwarzwälder Bote

Das Jesuskind in der Krippe, Maria, Josef und zwei Hirten umgeben von Schafen – die jährlich erzählte Weihnachtsgeschichte hält Krippenbauer Josef Grimm mit handgeschnitzten Holzfiguren in detailreichen Krippen fest.

Schramberg-Sulgen. Seit 30 Jahren geht Grimm dem Hobby der Krippenbaukunst nach. Angefangen habe es mit dem Bau einer Krippe für seine Kinder. "Die Krippe wurde dann von Verwandten gesehen, die dann auch eine solche Krippe wollten und so hat sich das Ganze entwickelt", erzählt Grimm. Seinem Vater, der Holzbildhauer war, habe er häufig geholfen und so auch das Schnitzen gelernt.

15 Krippenarten ausgestellt

Inzwischen stelle er in der Adventszeit 15 verschiedene Krippenarten an den unterschiedlichsten Orten aus. Er gestalte Krippe aber auch auf Anfrage, unter anderem für die katholische Kirche Sulgen, von der schon mehrere Aufträge gekommen seien. So habe er 2005 ein maßstabsgetreues Modell der Alten St. Laurentiuskirche, die auch schon häufig Ausstellungsort seiner Kunst war, gebaut.

Authentizität wichtig

Bei der Gestaltung lege er großen Wert auf die Details. Auch die Sulgener Kapelle habe schon als Vorlage gedient. Ein weiteres historisches Gebäude von Alt-Sulgen, das als Krippe gestaltet wurde, sei der Specksepple-Hof, der vor vielen Jahren vollständig abgebrannt ist. Anhand von Bildern und Vermessungen, konstruiere Grimm Pläne um die Gebäude maßstabsgetreu nachzubauen. Die Vorarbeit sei sehr zeitintensiv, vor allem wenn man es mit alten, teils unvollständigen Aufzeichnungen zu tun habe, erklärt der Krippenbauer.

Die größte Krippe, die er baut, sei 80 Zentimeter lang. Aber häufig würden aus Platzgründen kleinere Krippen gekauft. Wenn ein Ausstellungsstück gekauft werde, baue er ein neues als Ersatz. Da jede Krippe anders gebaut und unterschiedlich groß sei, koste ein Exemplar zwischen 100 und 250 Euro.

Als Grundlage für alle Modelle diene eine Holzplatte. Danach beginne er die Wände zu gestalten, hierfür nehme er Styrodur als Grundmaterial. Das ist ein Hartschaumstoff, aus denen die Wände ausgesägt, wobei die Öffnungen wie Fenster und Türen ausgespart würden. Anschließend trage er einen Putz auf. "Es wird gebaut wie ein richtiges Haus, nur in klein", so Grimm.

Viele Einzelteile notwendig

Wie aufwendig die Krippenbaukunst ist, wird deutlich an den zahlreichen Einzelteilen, die benötigt werden. So bestehe allein ein Fenster aus 20 Teilen und auch die Ziegel, teilweise mehr als 1000, werden einzeln aus Polyvinylchloridplatten ausgeschnitten. Dafür seien häufig mehr als 200 Arbeitsstunden notwendig.

Figuren brauchen Zeit

Vor allem das Schnitzen der Figuren sei schwierig. Während ein Stall in 30 bis 40 Stunden gebaut sei, benötige er für die Figuren mehrere Wochen. "Man darf dem Esel ja kein Ohr abschneiden", scherzt der Krippenbauer. Für die Figuren, aber auch für die Gebäude verwende er Zedernholz oder Lindenholz, weil diese besonders weich und gut zu bearbeiten seien.

In seiner Werkstatt hat Josef Grimm zahlreiche verschiedene Werkzeuge: Vor allem zum Fertigen der Figuren sei Werkzeug in vielen Größen notwendig, um präzise arbeiten zu können.

Es sei ein schönes Gefühl, die fertige Krippe vor sich zu haben. Die Arbeit lohne sich, wenn man von den Menschen so positive Reaktionen bekomme.

Weitere Informationen: Ab kommenden Montag, 25. November, stellt Josef Grimm im Schaufenster des Bekleidungshauses Vogelmann einige seiner Krippen aus.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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