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Schramberg Gartenschau nimmt Bezug auf Industriegeschichte

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Ein neuer Mobilitätsbahnhof ist im städtebaulichen Entwurf für den Schießacker in Sulgen vorgesehen, der Erweiterungsflächen für einen 60 Hektar großen Innovations-Park mit grün-blauer Infrastruktur bietet. Foto: Stadt Schramberg

Schramberg - Die Aufgaben "Revitalisieren, überwinden, verbinden" beschreiben die Herangehensweise der Stadt für die Landesgartenschau-Bewerbung. Diese wurde vor Weihnachten termingerecht beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart abgegeben.

Schramberg bewirbt sich für das erstmögliche Gartenschaujahr in 2026 und alternativ für die 2028 und 2030. Eine Landesgartenschau ist für jede Stadt eine große Chance vorhandene Defizite ganzheitlich zu betrachten und Potenziale zu stärken, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. "Sie ist darüber hinaus ein starker Impulsgeber in der Stadtentwicklung."

Impuls und Erfolg

"Es ist beeindruckend, was mit dieser Machbarkeitsstudie mit Unterstützung von externen Fachbüros von unserem Team der Stadtverwaltung geleistet wurde. Für uns war dieser Schritt, erneut eine Bewerbung nach 2009 zu erstellen und abzugeben, bereits ein nachhaltiger Impuls und Erfolg", betont Oberbürgermeister Thomas Herzog. Er verweist dabei auf die Motivation und Energie, die sich aus den Stadtspaziergängen und den vielen Gesprächen mit der Einwohnerschaft, mit Industrie, Gewerbe, Vereinen und vielen mehr entwickelte.

Das Motto der Bewerbung heißt "Zeit, dass sich was dreht" und nimmt Bezug auf die Schramberger Industriegeschichte, die von der Uhrenproduktion geprägt war. In der Bewerbung werden herausfordernde, notwendige und umsetzbare städtebauliche Lösungen für Defizite in der Stadtentwicklung dargestellt. Die ist mit der Abgabe in Stuttgart keineswegs abgeschlossen, sondern wird von der Stadtverwaltung als Fortschreibung von "Step2020+" verstanden, heißt es. Die Aufgaben "revitalisieren, überwinden, verbinden", die im Schreiben als Herangehensweisen beschrieben werden, verdeutlichen die Dynamik, die in der Bewerbung steckt.

Schwerpunkt im Tal

Die Landesgartenschau umfasst alle Stadtteile; die Bewerbung setzt jedoch einen deutlichen Schwerpunkt in der Talstadt. Verliert Schramberg die Urbanität in der Kernstadt, dann schwächt sich das Bild eines Mittelzentrums und die "Ankerwirkung" für die Region geht verloren, so die Stadtverwaltung.

Eine wesentliche Aufgabe aus dem Landesprogramm ist es, neue innerstädtische Freiräume zu schaffen. Die in der Bewerbung skizzierten Gartenszenen vom Seilerwegle bis zum Schloss bilden den neuen 20.000 Quadratmeter großen Bürgerpark mitten in der Talstadt entlang der Schiltach.

Damit würde unmittelbar neben der Fußgängerzone eine barrierefreie Grünanlage im Zusammenhang mit der ökologischen Durchgängigkeit eines Fließgewässers erster Ordnung und erweitertem, innerstädtischem Hochwasserschutz entstehen. Die vorausschauende Flächenpolitik der vergangenen Jahre, die wichtiges "Bacherwartungsland" in städtischen Besitz gebracht hat, ist hierfür, so die Meinung der Stadt, eine grundlegende Voraussetzung.

Neben der Revitalisierung der Schiltach wird der Erhalt der verbliebenen historischen und denkmalgeschützten Gebäude und Industriebauten helfen, dass die Talstadt unverwechselbar und authentisch bleibt. So ist ein Ziel der Bewerbung, die eindrucksvollen Industrieareale Majolika (Schiltach), H.A.U. (Göttelbach) und Junghansareal (Lauterbach) an die Innenstadt anzubinden.

Die Schramberger Museumslandschaft über diese drei Bäche zu verbinden und in Szene zu setzen, ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Zusätzliche spannende Möglichkeiten ergeben sich durch den Erwerb des 1928 im Bauhaustil erstellten Lichtspielhauses oder bei einer eventuellen Neunutzung des Realschulgebäudes im Rahmen der anstehenden Schulcampusüberlegungen.

Die Stadt schreibt: "Diese baulichen Erinnerungen aus den vergangenen Jahrhunderten machen Schramberg unverwechselbar." "Für Schramberg ist die Landesgartenschau ein sehr wichtiges und greifbares Stadtentwicklungsinstrument, um erforderliche Maßnahmen effektiver und schneller angehen zu können", unterstreicht Herzog.

Mobilitätskonzept

Die Schwarzwald-Topografie hat weitere Aufgabenstellungen in die Bewerbung eingebracht. Die Verbindung von der Talstadt und Sulgen erfolgt für Spaziergänger in Anlehnung an den Junghans-Terrassenbau durch einen Terrassenpark, der im Park der Zeiten startend als natur-räumliche Erlebnislandschaft über den Eckenhof nach Sulgen führt. Verbinden hat viele Aspekte.

Schramberg ist die größte Stadt in Baden-Württemberg ohne Bahnanschluss und sie könnte deshalb die erste Landesgartenschaustadt in Baden-Württemberg ohne Bahnanschluss sein. Entsprechend ist das Mobilitätskonzept eine Herausforderung, das die Beteiligung der ganzen Region fordert. Ein neuer Mobilitätsbahnhof ist im städtebaulichen Entwurf für den Schießacker in Sulgen vorgesehen, der Erweiterungsflächen für einen 60 Hektar großen Innovations-Park mit grün-blauer Infrastruktur bietet. "In wenigen Jahren werden dort die ersten Ansiedlungen von Handel, Gewerbe und Industrie entstehen."

Daneben befindet sich das 17 Hektar große Landesgartenschaugelände, das Industrie, Wohnen, Berufsschulzentrum, Sportanlagen und weitläufige Natur- und Siedlungsstrukturen arrondiert.

Dieser Landschaftspark, ebenfalls barrierefrei, soll eine großzügige Seeanlage erhalten. Eingebettet in eine natürliche Talsenke ist der See Bestandteil des Regenwasser- und Hochwasserschutzkonzeptes der Stadt Schramberg und zeigt, worum es bei aller Innovation in dieser Bewerbung geht: "Es geht um die lebenswerte Stadt, um eine ganzheitliche Betrachtung des Zusammenlebens der Menschen in einer Stadt mit schwieriger Ausgangslage. Es geht dabei um die Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität des ländlichen Raumes an der Landkreisgrenze."

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Stephan Wegner

Fax: 07422 9493-18

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