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Schramberg Für "Häschen" und "Bomber" bleibt etwas mehr Zeit

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"Häschen" und "Bomber" sind die Riesenkaninchen von Dorothee Eisenlohr, die sie zu ihrer Amtseinführung geschenkt bekommen hat. Foto: Eisenlohr Foto: Schwarzwälder Bote

Schramberg. Für berufstätige Menschen hat sich in den vergangenen Tagen aufgrund des Coronavirus einiges verändert. Viele sind im Home-Office und arbeiten von Zuhause, manche gehen weiterhin zur Arbeit und andere sind mittendrin im Geschehen – wie Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Sie hat in einem Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erzählt, wie sich ihre Arbeit durch die aktuelle Situation verändert hat und wie es ihr damit geht. Die 38-Jährige spricht auch darüber, wie es ist, rund um die Uhr in der Öffentlichkeit zu stehen und wie das mit einer Partnerschaft funktioniert.

Frau Eisenlohr, was hat sich aufgrund der aktuellen Corona-Krise beruflich für Sie verändert?

Ich hatte vor der Krise teilweise 16-Stunden-Tage. Das Gravierendste ist, dass die ganzen Außentermine und viele Besprechungen wegfallen, und ich jetzt mehr Zeit im Rathaus verbringe.

Aber langweilig wird Ihnen nicht, oder?

Nein. Ich komme endlich dazu, Dinge abzuarbeiten, für die sonst nur wenig Zeit bleibt. Das nutze ich aus.

Zum Beispiel?

Ich habe nun mehr Zeit, Mitarbeiter zu führen. Ich habe eigentlich zwei Jobs, das Repräsentative und das Managen. Wir haben den Krisenstab, dazu interne Besprechungen uns sonst die tägliche Arbeit im Haus, wie Mails, Post und Bürgeranfragen.

Ist die aktuelle Situation nicht belastend für Sie? Gerade die Aufgaben, für die es kein Patentrezept gibt?

Nein, im Gegenteil. Ich habe Spaß daran, Neues zu lernen, und bisher bin ich sehr gelassen. Unser Krisenstab funktioniert gut, und die Menschen ziehen bis jetzt – nach dem, was ich in unserer Stadt so sehe – ganz gut mit. Natürlich hoffe ich inständig, dass die Pandemie möglichst glimpflich an uns vorbei geht und wir vor allem unsere verletzlichen Gruppen gut schützen können. Dafür finde ich es wichtig, die Regeln zur Reduzierung von Kontakten strikt einzuhalten, auch wenn das sozialen Verzicht bedeutet. Ich hoffe, dass so alles weniger schlimm wird.

Brauchen Sie ein dickeres Fell?

Als Oberbürgermeisterin braucht man generell ein dickes Fell. Es ist nicht herausfordernder als sonst auch – mir geht es gut. Ich sehe es als Ziel an, diese Krise gut zu bewältigen und möchte meinen Teil dazu beitragen.

Haben Sie jetzt mehr Freizeit?

Tatsächlich kam es jetzt mal vor, dass ich um 19 Uhr Zuhause war. Mein Freund wird das nicht so gerne hören, aber ich habe die Spülmaschine jetzt ein paar Mal mehr ausgeräumt als er.

Und wie nutzen Sie diese Zeit?

Gerade profitieren meine beiden Riesenkaninchen davon, dass ich mehr daheim bin, denn dann dürfen sie raus in ihr Freigehege. Dann koche ich gerne mal, gesund natürlich. Aber momentan ist mein Sofa sehr attraktiv für mich und ich streame durchaus die ein oder andere Serie.

Was schauen Sie gerne?

Verschiedene. Ganz gern mag ich historische Serien mit starken Frauenfiguren.

Wie gleichen Sie Stress sonst aus?

In den ersten Monaten meiner Amtszeit war nicht viel Zeit für Ausgleich. Ich kompensiere viel dadurch, dass mir meine Arbeit viel Spaß macht.

Besuchen Sie Ihre Familie derzeit?

Meine Eltern besuche ich konsequent gar nicht, sie sind über 70 Jahre alt und ich möchte sie nicht in Gefahr bringen. Daher kommunizieren wir vorerst nur über das Telefon.

Sie machen jetzt ja viel in den sozialen Medien?

Ja. Angefangen habe ich mit Facebook und Instagram während des Wahlkampfs. Mir ist wichtig, dass mein Feed einen Informationsgehalt hat, also ich poste keine Essensbilder. Gerade jetzt zur Corona-Krise berichte ich regelmäßig über Aktuelles auf den Plattformen.

Warum entscheidet man sich für einen Beruf in der Öffentlichkeit?

(Lacht). Manchmal frage ich mich das auch. Ich glaube, mit dem, was ich an Stärken und Fähigkeiten mitbringe, kann ich die Stadt voranbringen. Ich will etwas bewegen. Das ist meine Motivation. Ich stehe natürlich in der Öffentlichkeit, aber das ist der Nebeneffekt, den man in Kauf nehmen muss.

Wie läuft das mit Ihrem Partner, er steht ja auch in der Öffentlichkeit.

Für meinen Partner und mich war das schon eine Umstellung, rund um die Uhr wahrgenommen zu werden. Und dass er auch mit in der Öffentlichkeit steht, das ist gewöhnungsbedürftig. Das Herbste ist aber, dass ich so wenig Zeit für ihn habe. Und wenn ich dann daheim bin, bin ich nicht immer energiegeladen, sondern auch mal erschöpft. Aber durch die Corona-Krise ist am Wochenende der Kalender deutlich leerer als davor, also bleibt jetzt etwas mehr Zeit.

Welche Eigenschaften brauchen Sie jetzt ganz besonders?

Gelassenheit, Überblick, und einen klaren Kopf. Ich muss auch Prioritäten setzen können sowie Durchsetzungsvermögen zeigen.  Die Fragen stellte Julia Stapel.

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