Hier spielten sich die meisten Fälle ab: Auf dem Parkplatz neben der Römer-Apotheke in Waldmössingen. Foto: Dold

Frau hat Geständnis für fünf der 13 angezeigten Fälle eingeräumt. Betroffene hoffen auf Schadensersatz.

Schramberg-Waldmössingen - Kollektives Aufatmen ist in Waldmössingen und insbesondere in der Römer-Apotheke zu spüren: Zumindest einige Fälle zerkratzter Autos sind aufgeklärt.

Eine Frau hat fünf der 13 angezeigten Fälle eingeräumt. Diese hielten Waldmössingen über Monate hinweg in Atem. Der erste Fall wurde im September vergangenen Jahres angezeigt, der vorerst letzte am 5. April.

"Es gilt aber nach wie vor die Unschuldsvermutug", erklärt Jürgen Lederer, Revierleiter der Polizei in Schramberg. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen und dann entscheide die Staatsanwaltschaft, ob die Indizien – denn mehr seien es bisher nicht – für einen Gerichtsprozess ausreichend sind. Im anderen Falle kann das Verfahren auch eingestellt werden.

Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten

"Wir leben in einem Rechtsstaat und da gilt der Grundsatz ,Im Zweifel für den Angeklagten' ", stellt Lederer klar. Dass die Frau die fünf Taten eingeräumt habe, gelte vor Gericht noch nicht als Beweis.

In der Römer-Apotheke in Waldmössingen können fast alle Mitarbeiterinnen ein Liedchen von den Problemen mit zerkratzten Autos singen, wurden doch einige selbst zum Opfer. "Auch die Kunden haben immer wieder gefragt, ob sie hier noch parken können", erzählt Birgitt Mäntele, Inhaberin der Apotheke. "Wir hoffen nun auf die Gerechtigkeit unseres Rechtssystems", so die Apothekerin. "Es ist schon unglaublich, dass so etwas hier bei uns in Waldmössingen passiert, mitten in der ,Pampa' ", sagt sie

In einem Punkt sind sich Birgitt Mäntele und ihre Kolleginnen sicher: "Es wurden wahllos Autos zerkratzt und nicht von einer bestimmten Person oder Gruppe", sagt Birgitt Mäntele. Die einzige Auffälligkeit: Es seien meist eher "bessere" Autos gewesen – oft mit fremden Kennzeichen –, die beschädigt wurden. Eine Vertretung aus Lahr, erzählt Mäntele, habe einen Tag in der Apotheke gearbeitet und schon sei das Auto abends zerkratzt gewesen.

Strickmuster ist jedes Mal das Gleiche

Und das lief immer nach dem gleichen Strickmuster: An der Beifahrertür gab es drei parallele, gewellte Kratzer über die gesamte Länge hinweg. Betroffen waren also sowohl beide Türen als auch der Kotflügel. Entsprechend hoch dürften die Schäden sein. Mindestens 3000 Euro seien da pro Auto fällig, schätzt Mäntele.

Alle Opfer hoffen nun auf Schadensersatz. Denn selbst wenn Vandalismus über die Versicherung abgedeckt ist, gehen die Betroffenen in der Police mit den Beiträgen nach oben.

Birgitt Mäntele schätzt, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher liegt als die bereits angezeigten 13 Fälle. "Einige haben das sicher erst später gemerkt", ist sich die Inhaberin sicher.

Nun hofft sie aber, dass der Spuk ein für allemal vorbei ist. "Es sind alle erleichtert. Nun wird auch der Parkplatz wieder benutzt."

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