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Schramberg Fruchtbären-Stube schließt am Dienstag

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Norbert und Brigitte Buberle wären gerne an der Berneckstraße geblieben. Foto: Dold

Schramberg - Tassen mit lachenden Smileys, fröhliche Teddybären – doch zum Lachen ist Norbert und Brigitte Buberle gar nicht zumute. Sie müssen ihre Fruchtbären-Stube schließen, obwohl sie gerne weiter gemacht hätten. Am Dienstag, 25. Juni, machen die beiden die Lichter aus. Anschließend wird ausgeräumt.

Im November habe ein Vertreter der Stadt die schriftliche Kündigung zum 30. Juni übergeben, erzählt Norbert Buberle. Die Stadt ändert bekanntlich in der Umgebung einiges, da Schulcontainer auf den Berneckparkplatz sollen­, wodurch Parkplätze wegfallen, für die ein Ersatz her muss.

Neuanfang wäre schwierig

Es sei zugesagt worden, dass Norbert und Brigitte Buberle bei der Suche nach einer neuen Bleibe unterstützt würden. Das sei auch geschehen – unter anderem hätte die Fruchtbären-Stube im ehemaligen Fotogeschäft Löffler unterkommen können. Doch das lehnte das Ehepaar schweren Herzens ab. "In einem neuen Laden hätte erst einmal alles neu eingerichtet werden müssen", sagt Norbert Buberle. Da er 65 sei, hätte sich das nicht mehr gelohnt. Fünf Jahre, kalkuliert er, hätte es gedauert, bis er nur die Einrichtung finanziert gehabt hätte – und so ist die Fruchtbären-Stube, wo es vor allem Geschenkartikel und Süßigkeiten gab, in wenigen Tagen Geschichte.

"Wir hatten eine tolle, treue Kundschaft. Alle sagen, dass es sehr schade sei", sagt eine traurige Brigitte Buberle, während sie die Reklamefolien vom Schaufenster zupft.

Der Groll gegenüber der Stadtverwaltung ist deutlich zu vernehmen: "Wenn ich doch noch einmal einen Laden eröffnen sollte, dann sicher nicht in Schramberg", macht sich Buberle seinem Ärger Luft. "Wir bekommen nur Prügel in den Weg gelegt", meint er.

Norbert Buberle habe ein Schild aufgehängt, dass die Stadt ihnen gekündigt habe. Daraufhin sei ein Mitarbeiter der Verwaltung gekommen und habe gebeten, sie sollten das Schild wieder wegmachen, da die Stadt sonst schlecht da stehe. Buberle ließ es aber trotzdem hängen.

Die beiden haben auch einen Hähnchenwagen und einen mobilen Süßigkeiten­stand. Überall seien sie willkommen, nur in Schramberg nicht, klagen sie. Beim Wochenmarkt seien sie mit ihrem Hähnchenwagen geradezu verjagt worden, so Norbert Buberle. An der Zufahrt zum Marktplatz sei ein Blumenkübel aufgestellt worden, sodass sie mit ihrem Wagen nicht mehr hineinkamen. Auf die Anfrage, ob dieser nicht einen Meter versetzt werden könnte, kannte die Stadt kein Pardon – der Kübel blieb.

Ein anderes Beispiel sei die Einrichtung eines Lagers mit Kühlraum im alten Feuerwehrhaus Sulgen vor drei Jahren. Dafür habe die Stadt einen Bauantrag und Lageplan gewünscht, obwohl bereits Pläne vom Anbau aus dem Jahr 1984 vorgelegen hätten: "Jeder, dem ich das erzählt habe, hat nur mit dem Kopf geschüttelt", betont Buberle. Das habe ihn einen Haufen Geld gekostet – passiert sei allerdings lange nichts. Bis er starten konnte, habe es ein Jahr gedauert, obwohl lediglich ein Kühlraum hinzu gekommen sei. Auch das Gewerbeaufsichtsamt und der Wirtschaftskontrolldienst hätten sich fassungslos gezeigt.

Behilflich bei der Suche

Ob es denn nicht auch noch etwas Gutes über die Stadtverwaltung zu sagen gebe? "Sie wollten uns behilflich sein bei der Suche nach einem neuen Laden", sagt Brigitte Buberle.

Nach zehn Jahren ist mit der Fruchtbären-Stube nun Schluss – und Schramberg hat wieder ein Geschäft weniger. Zuvor war an dieser Stelle eine Videothek und ein Laden für Fliegengitter angesiedelt.

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