Überprüft Stimmzettel, bei denen in den einzelnen Bezirken Fragen aufkamen, nochmals genau: der Gemeindewahlausschuss mit Josef Uhl, Elke Ring-Klank, Peter Weisser, Gisela Wegner, Renate Aberle und Karl Roth. Foto: Reutter Foto: Schwarzwälder-Bote

Ergebnisse aus den Ortsteilen lassen sich in der Arbeitsphase nicht in die Hauptdatei übernehmen

Schramberg (sw). Die Spannung, vor allem unter den anwesenden Kandidaten und Parteianhängern im Rathaus ist hoch: Minütlich ändert durch die parallele Stimmzetteleingabe an mehreren Computern das vorläufige Ergebnis. Mal ist ein Kandidat drin, dann wieder draußen.

Doch die Anzeige an der Projektionswand im großen Sitzungssaal des Rathauses hat ein Manko: Es fehlen bis nach 16 Uhr die Stimmen aus Tennenbronn und Waldmössingen im System.

Und ohne diese, so stellt sich später schnell heraus, lassen sich eben keine Hochrechnungen für die Sitzverteilung machen. Denn durch die unechte Teilortswahl kann es schnell zu zusätzlichen Ausgleichsitzen kommen, die mit dem nächsten Wahlbezirk wieder wegbrechen.

So war es dann auch, als nach dem Einspeisen von Tennenbronn die Freie Liste plötzlich sieben und die ÖDP drei Sitze hatte. Doch eine gute halbe Stunde später, als dann auch die Daten aus Waldmössingen ins Wahlsystem des Rathauses Einzug gefunden hatten und zuvor der Wahlbezirk Tennenbronn II nach Handeingabe endlich nicht mehr herausflog, herrschte Gewissheit: Zwölf Sitze für die CDU, jeweils sechs für die Freien Wähler und die SPD sowie jeweils zwei für Buntspecht und ÖDP. Mittlerweile näherte sich auch das Schramberger Kreistagsergebnis dem Ende – 17 von 22 Sitzen waren ausgezählt und bestätigten den anwesenden Fraktionsvorsitzenden der einzelnen Listen, dass sich das Schramberger Stadtoberhaupt Thomas Herzog sehr wohl "sehr gut geschlagen" habe.

Über die Mittagszeit hatte die Spannung bei der Präsentation im Ratssaal allerdings schon etwas gelitten, da die Tennenbronner Wahlmannschaften das Ergebnis zwar noch vor dem Mittag ausgezählt hatten, doch das Programm es nicht zulässt, während der laufenden Erfassung, die auf Computersticks aus den Ortsteilen herbeigebrachten Datensätze in die Hauptdatei zu überspielen. Und so hieß es warten und nochmals warten. Zwischendurch tagte der Gemeindewahlausschuss unter Vorsitz von Fachbereichsleiter Peter Weisser. Dabei wurde jeder für ungültig oder teilungültig erklärte Stimmzettel nochmals überprüft. Dabei, so Weisser, hätten doch noch einige Stimmen gerettet werden können: Vor allem dort, wo wegen zu vielen gewählten Personen in einem Stimmbezirk die anderen Stimmbezirke fälschlicherweise auch als ungültig erklärt worden seien. Die zahlreichen ungültigen Stimmzettel vor allem aus den Ortsteilen seien auch ein Grund für die Verzögerung beim Ergebnis, so Weisser. Mit seiner Arbeit war der Wahlausschuss erst nach 18 Uhr fertig.