Das Volumen der Erddeponie Rodelsberg beim Wasserturm in Waldmössingen soll um 100 000 auf 300 000 Kubikmeter erhöht werden. Der Ortschaftsrat gab hierfür einen Empfehlungsbeschluss an den Ausschuss für Umwelt und Technik, der am Donnerstag, 15. November, tagt. Foto: Herzog

50 Prozent mehr Aushub. Randbereiche werden später zu Biotopen. Gebühren decken Kosten.

Schramberg-Waldmössingen - Das bisherige Volumen der Erddeponie Rodelsberg soll deutlich erhöht werden, um den Weiterbetrieb auf Jahre zu sichern. Hierfür sprach sich der Ortschaftsrat in seiner Sitzung am Montag einstimmig aus.

Wie der städtische Tiefbau-Sacharbeiter Konrad Ginter den Räten schilderte, sei die Stadt Schramberg durch eine Vereinbarung mit dem Landkreis Rottweil seit 1993 für die Entsorgung von Bodenaushub zuständig und betreibe hierfür Deponien.Die Erddeponie Deisenbühl sei inzwischen vollständig verfüllt und befinde sich in der Stilllegungs- und Nachsorgephase. Die Deponie Rodelsberg beim Wasserturm in Waldmössingen sei somit die derzeit einzige Möglichkeit, um Erdaushub abzufahren.

Allerdings bestehe nur noch eine Genehmigung für circa 25 000 Kubikmeter. Durch die große Bautätigkeit in der Gesamtstadt, vor allem der Industrie, habe das Restvolumen rapide abgenommen und reiche lediglich noch maximal für ein Jahr, räumte Ginter ein.

Aufwendiges und teures Verfahren

Die Genehmigung für neue Deponien ziehe ein aufwendiges und teures Verfahren nach sich. Deshalb sei mit der Genehmigungsbehörde in Rottweil in Gesprächen Einigkeit darüber erzielt worden, das Auffüllvolumen von Rodelsberg von bislang 200.000 auf 300.000 Kubikmeter massiv zu erhöhen. Dadurch könnte die Deponie noch zehn bis 15 Jahre weiterbetrieben werden. Die Genehmigung hierfür sei wesentlich einfacher, da gegenüber neuen Standorten kein zusätzlicher Bodenverbrauch und auch kein Eingriff in die bestehende Landschaft erfolge.

Für die Erstellung der Planung habe das Büro Gfrörer in Empfingen ein Angebot von rund 40.000 Euro unterbreitet. Die Mittel könnten durch die höheren Einnahmen bei den Entsorgungsgebühren gedeckt werden. Durch die höhere Verfüllung entstünden steilere Böschungen, die nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar seien. Diese Flächen könnten dann einer ökologisch hochwertigen Nutzung zugeführt, als Ökopunkte ausgewiesen und als Ausgleich für zukünftige Entwicklungen genutzt werden, erläuterte der städtische Vertreter.

Rat Michael Schneider begrüßte das Vorhaben der Verwaltung. Es sei eine gute Idee, in die Höhe und nicht in die Fläche zu gehen. Der Rechnung von Jürgen Kaupp, dass durch die in Gemeindebesitz befindliche Fläche kein Grunderwerb erforderlich sei und es auch keine Erschließung brauche, die Gebühren für die Anlieferung daher günstiger werden müssten, widersprach Ginter. Der Betrieb bleibe der gleiche und die Stadt dürfe ihn nicht gewinnbringend, sondern nur kostendeckend führen.

Im Gegensatz zu privat betriebenen Deponien, deren Preise aufgrund des Projekts Stuttgart 21 in den vergangenen Jahren stark angestiegen seien, wolle die Stadt auch künftigen Bauherren eine günstige Möglichkeit für die Anlieferung von Erdaushub bieten. Obwohl auf der Deponie Rodelsberg nur Aushub von der Gemarkung der Gesamtstadt angenommen werde, müsse in die Zukunft gedacht werden.

Im Stadtteil Sulgen seien deshalb im Wittum und auf dem Paradiesberg zwei Deponien in der Neuplanung. Eine Genehmigung sei aber erst in zwei oder drei Jahren zu erwarten, sagte Ginter auf Anfrage.