Die neue Produktionshalle der Firma Engeser soll im Sommer dieses Jahres bezugsfertig sein. Foto: Unternehmen

Neue Produktionshalle soll im Juni 2020 bezugsfertig sein. Gut aufgestellt für E-Mobilität.

Schramberg-Waldmössingen - Rechtzeitig vor der Winterpause ist die Außenhülle des neuen "Zentralwerks" der Engeser GmbH fertiggestellt worden.

Die neue Halle mit 4000 Quadratmetern Produktionsfläche liegt in Sichtweite des Hauptsitzes der Engeser GmbH in der Waldmössinger Angelwasenstraße. In den kommenden Monaten erfolgt der Innenausbau und die Installation der Gebäudetechnik. Und nur 15 Monate nach dem Spatenstich im März 2019 ist für Juni dieses Jahres der Einzug geplant.

"Bereiche aus vier unterschiedlichen Gebäuden kommen dann unter ein Dach", erklärt Steffen Engeser, Geschäftsführender Gesellschafter der Engeser GmbH, beim Termin mit unserer Zeitung, warum er den Neubau "Zentralwerk" getauft hat. Produktionsbereiche für die Kabelkonfektion (Vollautomatenpark, Maschinen zur Kabelverarbeitung), Entwicklung, Prototypenbau, Lager, Logistik und Verwaltung würden dort einziehen – die Abteilungen in den bisherigen Gebäuden könnten sich besser ausbreiten. "Damit haben wir Luft zum Atmen und Platz, um weiter zu wachsen."

Die Halle erstellt als Generalunternehmer das Bauunternehmen Züblin. Regionale Unternehmen sind als Auftragnehmer beteiligt. Auch die Betonfertigteile stammen aus der Region, berichtet Engeser weiter. Die Planung hatte das Architekturbüro Schweiger aus Rottweil übernommen. Natürlich erfülle der Bau mit Fotovoltaikanlage auf dem Dach und Luftwärmepumpen die heutigen Energiestandards. "Außerdem installieren wir Ladesäulen für die E-Fahrzeuge unserer Mitarbeiter oder Besucher, wir fertigen ja auch Produkte dafür", ergänzt Engeser.

Inhabergeführt

Seine Mutter Karin Engeser hat das Unternehmen 1983 als Alleinunternehmerin gegründet, heute arbeiten rund 750 Beschäftigte an vier Standorten in Waldmössingen, Konstanz, Tschechien und Rumänien (dort seit April 2019). Am Hauptsitz in Waldmössingen sind rund 295 Mitarbeiter beschäftigt. Weil es sich um ein "biege-schlaffes Medium" handele, ließe sich bei der Kabelproduktion nicht alles automatisieren, weshalb die manuellen Tätigkeiten im Ausland erfolgten. Steffen Engeser führt die Geschäfte, Mutter Karin und Vater Gerhard bringen im Unternehmensbeirat weiterhin ihre Erfahrung mit ein.

Wachstumsmarkt

Kabel oder Kabelbäume und Verbindungselemente kommen überall zum Einsatz, im Automotive-Bereich (mit immer mehr Sensorik und Kameras), aber auch bei Nutzfahrzeugen (Lastwagen, Kräne, Bagger), Medizintechnik, Batteriespeichern oder Hausgeräten, zählt Engeser auf: "Ein großer wachsender Markt also, mit großen Chancen, für den wir breit aufgestellt sind." Dabei sehe jedes Produkt anders aus. Ein Kabelbaum für einen Kran etwa bestehe aus 1000 Einzelteilen. In einer 100-Prozent-Prüfung werde jedes Teil in einem elektronischen Verfahren geprüft. Engeser hat sich nicht nur für die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 zertifiziert, sondern auch für die wichtige Norm IATF 16949 der Automobilindustrie.

Und auch der Technologiewechsel im Automotive-Bereich stelle für Engeser kein Problem dar: Kabel würden überall eingesetzt, auch bei E- oder Brennstoffzellenfahrzeugen. Nur die Querschnitte und Verbindungselemente änderten sich.

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