Die Hof AG hat in diesem Jahr in die geheimen Archive geblickt. Foto: Hof AG Foto: Schwarzwälder-Bote

Ab heute gibt’s den Krattenmacher / Bastelanleitungen haben Tradition / Rundumblick auf die Gesamtstadt

Von Stephan Wegner

Schramberg. Sulgen ist halt manchmal doch schneller als die Schramberger Talstadt: Obwohl erst heute druckfrisch auf dem Tisch hat der Schwarzwälder Bote bereits ein Rezensionsexemplar des Krattenmachers erhalten. Von der Schramberger D’Hoorig Katz steht dies nämlich noch aus.

Trotz drohender Gefahr, in diesem Jahr mangels passender Geschichten gar kein Narrenblättle herausbringen zu können, ist der "Feinkorbflechter" wieder 40 Seiten stark – zwei davon zugegebenermaßen als Aufschreibpapier für die nächste Ausgabe.

Erhältlich ist der 38. Jahrgang des Krattenmachers ab heute an allen üblichen Verkaufsstellen in Sulgen, zudem gibt es ihn heute "von Haus zu Haus".

Und so wird als "NSÄ", sprich, "Narren sehen älles", wieder allerhand aus dem Leben in und um Sulgen berichtet. Wer zukünftig mitspionieren will – Bastelanleitungen haben im Krattenmacher Tradition – für den liegt eine "Spionage-Einrichtung" bei, die ohne große Agentenschulung sofort und überall eingesetzt werden kann. Man muss nur eine Schere zur Hand nehmen, an den vorgezeichneten Linien entlangschnipseln und schon ist "der ideale Ausblick in den alltäglichen, real existierenden Irrsinn Ihrer Umgebung" möglich.

Christbaum in Kirche wird gerade gerückt

Wie immer beschäftigt sich der Krattenmacher in seinem Vorwort mit einem Rundumblick auf die Gesamtstadt, von oben natürlich, also von Sulgen, bis nach unten ins Tal. Und muss dabei nicht nur feststellen, dass mit dem großen Vereinssterben in Sulgen auch langsam die Sonne untergeht. Dabei hofft der Feinkorbflechter, dass dies nach dem angekündigten Abgang von Zunftpräsident HP Marte "Hans-Peter der Große", nicht auch die Zunft trifft. Denn ein würdiger Nachfolger müsse erst noch gefunden werden. Aber ganz so schwierig dürfe dies ja nicht sein: Die Frauen-Power nähre Hoffnung.

Unterteilt nach fasnächtlichen oder anderen Vereinen findet sich im folgenden Verlauf so manche Anekdote von bekannten oder auch weniger bekannten Sulgenern – so beispielsweise von unerreichbaren Schlüsseln und bereits abgefahrenen Autos, die ein aufwändiges Abholen am nächsten Tag in Österreich erforderlich machten.

Andere haben sich wohl beim Äpfelkauf versehentlich auf die Waage gestützt und so den Preis unabsichtlich und deutlich nach oben verändert, mussten in der Kirche einen Christbaum gerade rücken oder bei den Nachbarn um Eier betteln, weil man zwar selbst welche hätte, an diese aber nicht heran kommt.

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