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Schramberg Die Stadt auf einen neuen Weg des Miteinanders geführt

Von
Roland Geitmann Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Edgar Reutter Schramberg. Er hat ohne Zweifel Spuren hinterlassen, Zeichen gesetzt und Schramberg in eine Phase des Wandels hinein bewegt: Raus aus dem leicht biederen Kleinstadt-Muff der 1970er-Jahre hinein in eine Zeit der Aufklärung und Weltoffenheit, die in einem neuen Demokratieverständnis und in einer anderen Form der Bürgerbeteiligung mündete. Sein Wirken, auch als Vordenker, hat der politischen Streitkultur, aber auch dem gesellschaftlichen, menschlichen Miteinander und Klima gut getan.

Am Mittwoch nun verstarb Schrambergs ehemaliger Oberbürgermeister, Roland Geitmann, im Alter von 72 Jahren in Kehl an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Beinahe akribisch hatte er gerade noch rechtzeitig seine Lebenserinnerungen auf gut 250 Seiten zusammengefasst, in denen auch ein beachtliches Kapitel der Fünftälerstadt und seiner Amtszeit gewidmet ist. Sorgsam gehütet hat er obendrein auch zeitgeschichtliche Dokumente und mithin schon historischen Schätze seines kommunalpolitischen Wirkens und Auftretens, mit dem er in und um Schramberg herum bemerkenswerte Denkanstöße gegeben hat, die bis heute noch Bestand haben.

Der Schramberger Stadtarchivar Carsten Kohlmann war vermutlich der letzte Besucher, den Geitmann vor etwa zwei Wochen noch empfangen konnte. Ihm übergab Geitmann die gesammelten Belege seiner Schramberger Jahre im Rathaus.

Der gelernte Jurist Geitmann war ein gebildeter, feinsinniger und kultivierter Mensch mit großem Verständnis für Kunst und Musik. 1941 in Sildemow bei Rostock geboren, landete der Verwaltungsrechtler 1970 als Regierungsassessor am Landratsamt Emmendingen, von 1971 bis 1972 war er Regierungsrat am Landratsamt Donaueschingen. 1973/74 arbeitete er als Oberregierungsrat beim Regierungspräsidium Tübingen. Von 1974 bis 1982 war er Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Schramberg und ab 1975 Mitglied des Rottweiler Kreistags. Von 1983 bis 2006 unterrichtete Geitmann danach als Professor an der Hochschule Kehl allgemeines Verwaltungsrecht, Ausländerrecht und Kommunalverfassungsrecht, er war Fachberater für Kommunalrecht und Ethikbeauftragter. Seine Forschungsgebiete waren Sozialgestaltung, Demokratieentwicklung und Fragen gerechter Wirtschaftsordnung. Außerdem war Geitmann Vorstandsmitglied und ehemaliger Vorsitzender der freiwirtschaftlichen Vereinigung Christen für gerechte Wirtschaftsordnung (CGW) und Sprecher des Kuratoriums von "Mehr Demokratie" sowie verantwortlicher Herausgeber der Schriftenreihe der Arbeitsgruppe Gerechte Wirtschaftsordnung.

Geradezu revolutionär war für Schramberger Verhältnisse 1974 die Wahl des SPD-Politikers Geitmann zum Schramberger Stadtoberhaupt, der damit nach der Ära Konstantin Hank eine neue, frische Epoche im Rathaus einläutete. Der klare Wahl-Erfolg war freilich nicht ganz allein dem Können und der Kompetenz des damals 33-Jährigen zuzuschreiben, sondern auch dem Umstand, dass sich die frühere CDU-Hausmacht zunächst mit drei eigenen Amtsbewerbern regelrecht zerschliss.

Die Ära Geitmann in Schramberg währte allerdings nur acht Jahre. Zu tief saß dem damals noch konservativ geprägten Rathaus-Umfeld der Stachel des Chefsessel-Verlusts im Fleisch, als dass man dem evangelisch geprägten Nordlicht noch einmal acht Jahre gegönnt hätte. Mit seinem direkten, nur knapp gewählten badischen Nachfolger, waren die Schramberger damals aber dann noch weniger zufrieden. Die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis wirken bis heute nach.

 
 

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Karin Zeger

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