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Schramberg Corona-Krise: Apotheken stellen Desinfektionsmittel selbst her

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Die Apotheken in Schramberg stellen aufgrund eines Lieferengpasses nun selbst Desinfektionsmittel her. (Symbolbild) Foto: pixabay

Schramberg - Apotheken dürfen seit dem 5. März aufgrund einer Ausnahmeregelung selbst Desinfektionsmittel herstellen. Birgitt Mäntele, Inhaberin der Römer-Apotheken in Schramberg und Waldmössingen, hat 50 Liter davon produziert. Die Apotheke Sulgen 20 Liter.

Die Knappheit an Desinfektionsmittel ist deutschlandweit durch die aktuelle Pandemiesituation ein großes Problem, meint die Apothekerin Birgitt Mäntele. "Die Hersteller kommen einfach nicht hinterher mit produzieren", sagt sie. "Deshalb dürfen wir in dieser Notsituation Desinfektionsmittel selbst herstellen."

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Die Bundesstelle für Chemikalien habe dies als Ausnahmeregelung, befristet auf 180 Tage, beschlossen. Bisher sei das nicht erlaubt gewesen, erklärt Mäntele, da Handdesinfektion ein Biozidprodukt ist und demnach einer Zulassungspflicht unterliege. Früher sei das eine typische Alltagsaufgabe eines Apothekers gewesen, meint Mäntele.

Die Herstellung findet im Labor statt. Das Desinfektionsmittel bestehe aus verschiedenen Chemikalien, die gegen Bakterien und Sporen wirken, meint Mäntele. Zudem sei es ein Virozid und wirke demnach auch gegen das Coronavirus.­ "Nachdem es im Labor hergestellt wird, muss es drei Tage ruhen", erklärt die Apothekerin.­

Desinfektionsmittel zu normalen Preisen für die Bevölkerung

Durch die Herstellung in Apotheken sollen die Lieferengpässe für Desinfektionsmittel gedämmt werden. "Wir haben etwa 50 Liter produziert", erzählt Mäntele und fügt hinzu, dass ein Großteil des Desinfektionsmittels an Firmen und die Ärzte im Medzentrum gehe.

Außerdem sei geplant, das gegen Ende der Woche auch ein Teil davon in den Römer-Apotheken für die Bevölkerung erhältlich sein soll. "Aber nicht zu den Wucherpreisen, für die sie teilweise im Internet angeboten werden", tadelt Mäntele. "Wir möchten, dass sich Desinfektionsmittel jeder leisten kann. Es soll die breite Masse erreichen." Der Preis für eine 100-Milliliter-Flasche liege bei 4,95 Euro.

Behälter bisher nicht lieferbar

Bisher sei das Desinfektionsmittel nicht erhältlich, da die Behälter dafür nicht lieferbar waren, schildert Birgitt Mäntele. "Aber wir sollten sie im Laufe der Woche bekommen, und füllen sie dann direkt ab." Ausgehen wird ihr der Rohstoff erstmal nicht, da sie von einer Firma, die Gin herstellt, 100 Liter reinen Alkohol in Kanistern geschenkt bekommen hat.

Auch die Apotheke Sulgen hat 20 Liter Desinfektionsmittel produziert und verkauft es bereits seit einer Woche auf Nachfrage an ihre Kundschaft. "Wir hatten Glück, dass wir die Rohstoffe bekommen haben", erklärt der Filialleiter Tom Arand.­ "Aber die Behälter zum Abfüllen sind für uns auch schwer zu kriegen." Hamsterkäufer sollten sich nicht zu früh freuen, die Apotheker geben nur eine Flasche pro Kopf heraus: "Viele Leute müssen Desinfektionsmittel haben, nicht nur wenige die es horten", tadelt Mäntele.­

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