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Schramberg Buntes und imposantes Klangerlebnis

Von
Benedikt Schäfer bewies sein Können als Solist mit dem Violoncello. Foto: Schwarzwälder Bote

"Aber bitte mit Sahne" lautete der Wunsch der Musiker der Stadtmusik Schramberg beim diesjährigen Weihnachtskonzert im Bärensaal in Schramberg.

Schramberg. Mit einem Medley der besten Klassiker von Udo Jürgens betonten die Musiker "das ist ein ehrenwertes Haus" und "mit 66 Jahren, da fängt das Leben an!" Doch nicht nur Hits von Udo Jürgens waren beim Konzert zu hören. Auch in diesem Jahr ist dem Orchester eine harmonische Mischung aus anspruchsvollen sowie etwas leichteren, heiteren Stücken gelungen, mit denen sie ihr Publikum verzauberten.

OB-Stellvertreter Martin Himmelheber begrüßte Gäste und Zuhörer mit einer persönlichen, humorvollen und emotionalen Rede. In seinem "Begrüßungsmedley" ließ er vier verschiede Begrüßungsreden der vergangenen Jahre anklingen. Im Aufbau einem Musikstück nachempfunden startete er mit Andante, gefolgt von einer "im Stakkatostil gehaltenen Namensliste" sowie einem "durch ein Zitatensolo angereicherten Adagio", auf das eine heitere Jahresrückblickpolka sowie eine weihevolle Lobeshymne folgte. Die Rede endete unter tosendem Applaus der Zuhörer in einem "Grande Finale" mit einem furiosen Komponistenzitat von Beethoven. In seiner Begrüßungsrede zitierte Himmelheber die ehemaligen Oberbürgermeister Herbert O. Zinell und Thomas Herzog sowie sich selbst. In seiner Jahresrückblickspolka erinnerte Himmelheber an die zahlreichen Aktivitäten des Orchesters im vergangenen Jahr, darunter das Wertungsspiel in Aldingen, bei dem die Musiker nicht nur in der Wertung der gemeinsam musizierten Stücke mit 96,3 Punkten, sondern auch in der Marschwertung mit einem ersten Platz zur Überraschung und Freude aller Musiker "voll abgesahnt haben."

In Erinnerung an dieses tolle gemeinsame Erlebnis eröffnete das Hauptorchester unter der Leitung von Meinrad Löffler den zweiten Teil des Konzertes mit dem Stück "Shichi-Go-San" von Itaru Sakai. "Shichi-Go-San" bedeutet übersetzt "Sieben-Fünf-Drei" und wurde für japanisches Fest komponiert, das jedes Jahr am 15. November zu Ehren von dreijährigen Kindern, fünfjährigen Jungen und siebenjährigen Mädchen gefeiert wird, um ihnen eine gute und gesunde Entwicklung zu wünschen.

Trompetenfanfaren

Der Komponist beschreibt mit Trompetenfanfaren den lebhaften fünfjährigen Jungen, zwei bezaubernde Themen in der Es-Klarinette stellt den spitzbübischen Dreijährigen dar und der klangvolle Mittelteil im Altsaxophon steht für das sanfte, hübsche siebenjährige Mädchen. In Kombination mit zahlreichen Siebener-, Fünfer- und Dreiertakten setzte Sakai den Titel des Stücks sehr geschickt und mit viel Witz und Kreativität um.

Witzig, geschickt und auch sehr anspruchsvoll ging es mit den Rumänischen Tänzen aus der Feder von Thomas Doss weiter. Rumänien, bekannt für seinen reichhaltigen Schatz an Volkslieder, lädt mit seinen fröhlichen Melodien gerade zu zum Tanzen ein. Meist wird im Kreis gegen den Uhrzeigersinn und Hand in Hand getanzt. Die Tanzenden singen die Melodie des Liedes selbst mit und werden dabei von Musikanten mit Hackbrett, Akkordeon, Geige, Bratsche, Kontrabass, Saxofon, Trompete und Panflöte begleitet.

Obwohl keines dieser Instrumente, außer dem Saxofon und der Trompete, im Orchester vertreten ist, erschufen die Musiker mit ihren Instrumenten die Illusion eines fröhlichen Tanzes tief und den Wäldern von Rumänien. Aus Zeitgründen und um Platz für weitere musikalische Highlights zu lassen, entschied sich der Dirigent Meinrad Löffler nur vier der original sechs Sätze zu spielen. Die Ouvertüre entführte die Zuhörer mit ihrem flotten, fröhlichen Charakter direkt in ein rumänisches Tanzfest. Mit ihren Instrumenten zauberten die Musiker die Illusion von singenden Menschen, die fröhlich im Kreis tanzen und sich lachend an den Händen fassen.

Nach einem ruhigeren, fließenden Mittelteil steigerte sich das Orchester zu einem klangvollen, impulsiv wirkenden Mittelteil, untermalt durch rhythmisches Klatschen und Rufe der Musiker, um sich mit einem kunstvoll aufgebauten Klangerlebnis im Finale zu verabschieden. Die "Colinda", ein Tanz zu Ehren des neuen Jahres, überzeugte mit ruhigen, gediegenen Tonabfolgen, aus denen die Musiker einen scheinbar undurchdringbaren Klangteppich webten, der sich in einem einzelnen, hellen Glockentönchen auflöste.

Illusion beim Tanz

Beim Kreistanz "Apsanescu" wechselten sich die Flöten und das Schlagwerk mit dem musikalischen Thema ab und es entstand die Illusion von im Kreis tanzenden, hüpfenden, sich abwechselnd drehenden fröhlich Feiernden. Mit einem eindrucksvollen Finale endeten die "Rumänischen Tänze" unter tosendem Applaus und einem Ausruf der Begeisterung von Seiten der Zuhörer.

Dass unter den Musikern der Stadtmusik vielseitig musikalisch Talentierte sind, ist kein Geheimnis mehr. So auch der Solist des diesjährigen Weihnachtskonzertes Benedikt Schäfer, der für das Stück "Kol Nidrei op. 47" von Max Bruch seine Posaune zur Seite legte und die Gäste mit seinem virtuosen Spiel am Violoncello begeisterte.

Zarte Harfenklänge

Bereits im Alter von fünf Jahren nahm der junge Musiker seinen ersten Cellounterricht an der Musikschule Schramberg und seit diesem Jahr auch an der Musikhochschule Trossingen, wo er sich auf die Aufnahmeprüfung des angestrebten Musikstudiums vorbereitet. Weil zwei Instrumente für den talentierten Musiker jedoch nicht genug sind, lernt Benedikt Schäfer seit diesem Jahr auch Klavier zu spielen.

Aufgrund seiner Begeisterung für das Musizieren ist der junge Cellist in verschiedenen Orchestern aktiv, unter anderem im Sinfonie-, dem Landesjugendbarockorchester, dem deutschen Celloorchester sowie dem Rotary Sinfonieorchester. Seit 2017 ist Schäfer unter anderem in der Musikschulband "Could be Worse" zu hören. Mit dem gefühlvollen, getragenen Klang seines Cellos, untermalt von den zarten Klängen der Harfe, zog das jüdische Stück, die Zuhörer in seinen Bann. Benedikt ging voll und ganz in seinem Spiel auf, seine Leidenschaft und die Liebe zu seinem Instrument waren ihm förmlich anzusehen.

Jubiläumsjahr steht an

Eine Hommage an die e Band "Queen" bot die Stadtmusik mit "Queen Symphonic Highlights", einem Medley aus den bekanntesten Songs der 1970 gegründeten Band. Mit Hits wie "Bohemien Rhapsody" und "We are the Champions" boten die Musiker ein imposantes Klangerlebnis, das die verschiedenen Seiten der Band perfekt zur Geltung brachte.

Mit "dem Besten von Udo Jürgens" verabschiedete sich die Stadtmusik offiziell und nach zwei Zugaben auch endgültig von ihren Zuhörern. Mit "Crazy Charleston" entführen die Musiker die Gäste zum Abschluss in die 20er-Jahre und Miriam Hettich verzauberte mit ihrer einfühlsamen Stimme als Gabriella aus dem schwedischen Musikfilmdrama "Wie im Himmel".

Mit viel Humor, Charme und sängerischem Talent führten Miriam Hettich und Jonas Rehm durch das Programm und verabschiedenden das Publikum mit "einem Guten Rutsch in das Jubiläumsjahr 2020."

Ihre Redaktion vor Ort Schramberg

Stephan Wegner

Fax: 07422 9493-18

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