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Schramberg Anlagen sollen 25 Jahre Strom produzieren

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Viel bewegt wird derzeit auf der Falkenhöhe. Der Windpark soll im Sommer 2021 in Betrieb gehen.Foto: Brüstle Foto: Schwarzwälder Bote

Schramberg-Tennenbronn/Lauterbach. Nach der Projektentwicklung durch die Windkraft Schonach GmbH, welche bereits 2015 die ersten Machbarkeitsprüfungen durchgeführt hat, wurde im vergangenen Jahr die Genehmigung für drei Windenergieanlagen vom zuständigen Landratsamt Rottweil erteilt.

Die Bauleitung und -koordination erfolgt durch die RES Deutschland GmbH als Generalunternehmen mit Sitz in Vörstetten bei Freiburg. Seit 2015 ist die Windkraft Schonach GmbH ein Tochterunternehmen der RES Deutschland GmbH. Betrieben wird der Windpark nach seiner Fertigstellung von der eigens dafür gegründeten Windpark Falkenhöhe GmbH & Co. KG.

Hauptgesellschafter dieses Unternehmens ist die "Teckwerke Bürgerenergie Genossenschaft" aus Kirchheim unter Teck. Wir haben Thomas Fritsch, Leiter der Projektentwicklung bei der Windkraft Schonach, Fragen zum Bau der Anlagen auf der Falkenhöhe gestellt.

Herr Fritsch, wie viele Windkraftanlagen werden auf der Falkenhöhe neu gebaut und wie verteilen diese sich auf die Gemarkungen der anliegenden Gemeinden?

Der Windpark Falkenhöhe besteht aus drei Windenergieanlagen (WEA) des Typs Vestas V 136 mit einer Nabenhöhe von 149 Meter, die sich an den Gemarkungsgrenzen zwischen Lauterbach, Tennenbronn und Reichenbach befinden. Je eine WEA liegt auf einer der Gemarkungen, sodass die drei Kommunen gleichmäßig am Windpark beteiligt sind.

Voraussichtlich im Sommer 2021 wird der Windpark in Betrieb genommen. Welche Arbeiten erfolgen derzeit dort?

Um die Auswirkungen auf Flora und Fauna möglichst gering zu halten, wurden in den Wintermonaten Forstarbeiten durchgeführt. In den nächsten Monaten wird die Infrastruktur des Windparks errichtet. Dafür wird der bestehende Weg über die Benz-Ebene von der nächsten öffentlichen Kreisstraße (K 5530) geschottert und verbreitert. Im Sommer beginnt der Bau der Fundamente der Windenergieanlagen. Im Frühjahr 2021 werden die Anlagen angeliefert und errichtet. Der produzierte Strom wird über ein Umspannwerk in Schramberg in das öffentliche Netz eingespeist werden. Dafür wird ab Mitte des Jahres eine Netztrasse vom Windpark bis zum Umspannwerk der Netze BW errichtet. Die Netztrasse wird mittels Erdkabel zum größten Teil entlang bereits bestehender Wege verlegt, um den Eingriff möglichst gering zu halten. Alle am Bau beteiligten Unternehmen stammen übrigens aus der Region, die Errichtung der Windenergieanlagen wird vom Hersteller Vestas übernommen.

Wie sieht es mit dem Umweltschutz aus?

Es wurde ein Maßnahmenpaket erarbeitet, um mögliche Auswirkungen der WEAs auf Tier- und Pflanzenarten zu minimieren und Eingriffe in Lebensbereiche der Tiere auszugleichen. Zur Aufwertung von Lebensbereichen zählen zum Beispiel das Ausbringen von Nestplattformen für Rotmilane oder die Auflockerung von Waldstrukturen in weiterer Entfernung, sodass bestimmte Vogelarten dort vermehrt Nahrung finden und dadurch vom Windpark abgelenkt werden. Darüber hinaus gibt es einen Bodengutachter, der alle geologischen und pedologischen Auswirkungen des Vorhabens überwacht. Auch nimmt ein Team von Hydrologen Wasserproben aus umliegenden Quellen und überwacht den Einfluss des Bauvorhabens auf das Grundwasser. Ebenso sorgt ein Team von Biologen dafür, dass Pflanzen- und Tierarten, die in dem Projektgebiet vorkommen, möglichst wenig beeinflusst werden. Gesteuert werden alle Gutachter von einer zusätzlichen zentralen Umweltbaubegleitung. Für die Betriebszeit nicht mehr benötigte Montageflächen werden nach Errichtung der Windenergieanlagen zurückgebaut. Dies entspricht etwa zwei Drittel der derzeit benötigten Fläche.

Bis wann sollen die Anlagen in Betrieb gehen und wie viele Jahre sollen sie laufen?

Die Betriebszeit der Anlagen beläuft sich voraussichtlich auf 25 Jahre. Nach der Laufzeit werden die Anlagen vollständig zurückgebaut. Zur Absicherung des Rückbaus wird eine Rückbausicherheit bei den zuständigen Genehmigungsbehörden hinterlegt. Die Höhe der Rückbaubürgschaft wird regelmäßig über die Laufzeit geprüft und bei Änderungen angepasst.

Welche Materialien werden verbaut?

N ach dem Rückbau der Windenergieanlagen können 80 bis 90 Prozent der Komponenten, also die metallhaltigen Anlagenteile, die gesamte Elektrik sowie die Fundamente und die Türme in Recyclingkreisläufe zurückgeführt werden. Auch die Rotorblätter können recycelt werden: Die Faserverbundstoffe können zum Beispiel für Bootsrümpfe, Flugzeugteile und Faserverbundteile in der Automobilbranche verwendet werden.

Wie viel Energie liefern die Anlagen nach der Fertigstellung?  

Die Generatoren der drei Windenergieanlagen werden mit einer Gesamtnennleistung von 12 600 Kilowatt 30 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Bei einem angenommenen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden pro Haushalt können so circa 10 000 Privathaushalte bilanziell mit sauberem Strom versorgt werden. Im Verhältnis zum derzeitigen deutschen Strommix werden dadurch jährlich circa 20 000 Tonnen CO2 eingespart.

Wie lange dauert es, bis die Investitionen eingespielt sind?  

Die energe tische Amortisationszeit beträgt nach Experteneinschätzung circa ein halbes Jahr. Das ist die Zeit, in der die Windenergieanlagen so viel Energie produziert haben, wie für Herstellung, Transport und Errichtung der Windenergieanlagen benötigt wurde. Für den langfristigen Betrieb hat sich der Hauptgesellschafter Teckwerke mit weiteren Bürgerenergiegenossenschaften, Stadtwerken und Privatpersonen zusammengeschlossen und mit der GLS Gemeinschaftsbank eG einen Partner für die Finanzierung gewonnen. Sowohl Mitglieder der Genossenschaften als auch Bürger vor Ort können sich darüber am Projekt beteiligen. Informationen darüber, wie man sich am Windpark beteiligen kann und mit welcher Renditeerwartungen zu rechnen ist, werden die Teckwerke im Rahmen einer Informationsveranstaltung kommunizieren. Aufgrund der derzeitigen Corona-bedingten Ausnahmesituation kann dafür derzeit noch kein Termin bekannt gegeben werden.  Die Fragen stellte Martin Dold.

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