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Schramberg An der Fassade: Sparen oder nicht?

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Die energetische Sanierung der Waldmössinger Grundschule war Thema im Verwaltungsausschuss.Fotos: Archiv-Herzog/Riesterer Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Sachstandsbericht zur energetischen Sanierung des Schulgebäudes in Waldmössingen ist nun Thema im Verwaltungsausschuss gewesen – und wurde ohne Empfehlungsbeschluss in den Gemeinderat weitergegeben.

Schramberg-Waldmössingen. Dabei sorgte das Datum, wann die Beschlussvorlage per Unterschrift fertiggestellt wurde, für Verwirrung: Wie Thomas Brantner (CDU) anmahnte, hätte die Sanierung dann eigentlich auch als Tagesordnungspunkt in den Waldmössinger Ortschaftsrat einige Tage zuvor gemusst. Das hätte einige Ortschaftsräte etwas brüskiert. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr meinte, dass das Datum wohl nicht aktualisiert worden sei – sie selbst habe die Vorlage erst tags zuvor unterzeichnet. Zudem, so Eisenlohr, habe Ortsvorsteher Markus Falk die Inhalte, wie sie nun in der Beschlussvorlage stünden, unter "Bekanntgaben" erläutert. Diese Inhalte stellte im Ausschuss Abteilungsleiter Andreas Krause vor.

Zahlen und Zuschuss

So habe das Regierungspräsidium bereits einen Zuschuss in Höhe von 341 000 Euro bewilligt, Basis für die Berechnungen seien 1,42 Millionen Euro Kosten (Ende 2018) gewesen. Inzwischen hätten sich aber einige Dinge getan: Eine Entwurfs- und Genehmigungsplanung sei bis Juli 2020 erarbeitet worden und die Einreichung des Bauantrags kurz danach erfolgt. Während der Sommerferien im August habe es seitens der Baurechtsbehörde einen Ergänzungswunsch zur Fluchttreppe ergeben. Demzufolge soll die Schulhofseite des Erdgeschosses an die Fluchttreppe angeschlossen werden. Auch die Jungentoilette im UG müsse komplett umgebaut werden, um behindertengerecht zu werden. Zudem, erklärte Krause, sei auch eine Fotovoltaik-Anlage geplant.

Die planerische Anpassung durch Architekt Jürgen Bihlmaier und der Austausch der Pläne sei Ende August vorgenommen worden. Dadurch sei die Frist zur Erteilung der Baugenehmigung bis 3. Dezember verlängert worden. Krause betonte, dass die Genehmigung täglich erwartet werde.

Die aktuellen Kostenberechnungen liegen mit 1,856 Millionen Euro "etwas über dem vorgenommenen Ziel", so Krause. Deshalb schlage die Verwaltung Einsparungen an der Außenfassade (Mineralwolle-Verbundsystem statt hinterlüftete Fassade; 80 000 Euro Ersparnis) oder bei den Fenstern (Kunststoff statt Alu-Holz; 58 000 Euro) vor. Die übrigen nicht gedeckten Kosten in Höhe von 284 400 Euro würden im Haushalt 2021 entsprechend veranschlagt.

Fassade, Solar und ELA

Die Notwendigkeit der Sanierungsmaßnahme, waren sich alle Räte einig, stehe außer Frage. Zu den Einspar-Plänen, vor allem an der Fassade, gab es jedoch Kritik: Thomas Brantner gab Bedenken aus der Fraktion weiter, dass die günstigere Lösung anfälliger für Moosbefall sei. "Es sollte im Gemeinderat besprochen werden, ob man auf eine minderwertige Fassadenbekleidung zurückgreift", so Brantner. Krause gab zu, das teurere System sei hochwertiger und auch weniger anfällig oder zumindest leichter zu reinigen, was Flechte- oder Moosbefall betrifft. Man könne aber viel mit Anstrich und Putz verhindern. Bei 70 bis 80 Prozent der Bau- oder Sanierungsmaßnahmen würde derzeit das nun angestrebte Grundsystem verbaut.

Auch Schimmelbefall durch Wärmebrücken im Innern befürchtete Brantner. Innen mache der Fassadentausch keinen Unterschied, so Krause. Ralf Rückert (Freie Liste) fragte zu diesem Thema, ob durch Corona neue Vorgaben bei der Lüftungsanlage zu erwarten seien. Ob die entsprechenden Filter angepasst werden müssten, sei in der Tat weiter zu beobachten, sagte der Abteilungsleiter. Udo Neudeck (Freie Liste) sah die Einsparungspläne weniger kritisch. Er meinte pragmatisch, dass das hinterlüftete System andernorts auch bereits nach wenigen Jahren Schäden aufweisen würde. Bei den beiden "neuesten Schulgebäuden der Gegend" in Heiligenbronn seien beide Lösungen verbaut worden – die Steinwoll-Lösung aber bei der "jüngeren".

Tanja Witkowski (SPD/Buntspecht) entgegnete, es habe sicher "gute Gründe" gegeben, in den ersten Plänen das hinterlüftete Fassadensystem zu wählen. Zudem regte sie an, die elektro-akustische Anlage (ELA), in der unter anderem Durchsagen programmiert werden können, keinesfalls aus den Plänen "rauszuwerfen". "Die ist verdammt wichtig", pflichtete ihr Lehrer-Kollege Rückert bei. Nicht nur wegen regelmäßiger Durchsagen. In weiterführenden Schulen seien diese vor dem Amok-Hintergrund Pflicht. Krause verwies darauf, dass die Schulleitung im Gespräch eine solche Anlage als nicht unbedingt notwendig bezeichnet habe; "ein Gong ist ja da." Es solle nun aber nochmals geprüft werden, ob die Anlage oder zumindest die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollen.

Bernd Richter (ÖDP) regte an, die Fotovoltaik-Anlage so groß wie möglich zu bauen. Das müsse noch mehr in die Köpfe, "wenn wir die Wende erreichen wollen".

Erfolgt ein Beschluss des Gemeinderats, sollen erste Ausschreibungen über den Winter erfolgen, um mit den Baumaßnahmen im Frühjahr beginnen zu können.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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