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Schramberg Ägyptische Kinder erleben heile Welt

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18 junge Ägypter und ihre Betreuer verbrachten auf dem Waldmössinger Erlebnisbauernhof eine friedliche Woche. Foto: Schmidtke

Schramberg-Waldmössingen - Während in Ägypten Bürgerkrieg und Gewalt herrschen, hunderte Menschen ermordet werden und die Bevölkerung leidet, genießen 18 Mädchen und Jungen bei Inge und Gerhard Schmid in Waldmössingen eine für sie friedliche Stimmung.

Acht Betreuer, bestehend aus Lehrern und Eltern, begleiten die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren sind. Mitten aus dem Zentrum von Kairo kommt die muntere Gruppe, die dort die Deutsche Schule "Futures el Rehab City" besucht.

Hier in Deutschland möchten die Kinder ihre deutsche Sprache verbessern – die sie allerdings schon erstaunlich gut beherrschen. Die Bildungssituation sei in Ägypten so, dass die Deutschen Schulen zu den Eliteschulen zählten, informierte Inge Schmid. Es handle sich ausschließlich um Privatschulen die offenbar einen guten Ruf genießen. Wer an einer Deutschen Schule einen Abschluss absolviere, habe später im Berufsleben ganz klar die besseren Karten. In Ägypten sei es ohnehin schwierig, Arbeit zu finden. Seit Ausbruch der Unruhen im Land hätten aber bereits 27 Deutsche Lehrer die Schule verlassen, informierte eine Schülerin.

Da der Umgang mit der Natur in der Großstadtmetropole Kairo definitiv zu kurz kommt, ist den 18 Schülern mit ihren Betreuern hier ein echtes und für die Gäste teils überwältigendes Naturerlebnis vergönnt.

Einen Ausflug hat die Gruppe bereits in den Europapark unternommen. Die Vogtsbauernhöfe beeindruckten sehr und Spaß hatten alle im Barfußpark in Hallwangen oder auf der Rodelbahn. Am Freitag ging es nach Stuttgart, um dort die Gelegenheit zum Shoppen zu ergreifen. Auch nach Schramberg unternahmen die jungen Ägypter einen Abstecher, um hier einen weiteren abwechslungsreichen Tag zu erleben.

"Teils haben die Kinder große Angst vor Tieren oder zumindest enormen Respekt. Manche waren tatsächlich noch nie in ihrem Leben mit Tieren zusammen", erzählte uns Inge Schmid. Ziege und Schafe, Enten und Hühner, Bison und Esel bekäme man in der 20 Millionen Einwohner Stadt Kairo kaum zu sehen. Wie überwältigend muss es für die Kinder zu sein selbst belegte Pizza in den Ofen zu schieben oder am glühenden Lagerfeuer Stockbrot zu backen? Auch die Schmid’sche Windkraft- und Biogasanlage wurde mit großem Interesse inspiziert. Viele der Kinder wunderten sich aber über die vielen Solarzellen in Deutschland, die sie im eigenen Land enorm befürworten würden. Aufgrund der ägyptischen Hitze sind fast alle Wohnungen mit Klimaanlagen ausgestattet. "Das wäre doch super, wenn wir Solaranlagen hätten, die unsere Klimaanlagen betreiben könnten", staunte ein Mädchen.

Abkühlung finden die Kinder aber auch im Schwarzwald. Während die Einheimischen hier die Sommertemperaturen genießen, schmunzelt Inge Schmid und erklärt: "Unsere Ägypter frieren total. Zum Schlafsack gaben wir noch eine Extradecke dazu und unsere Gäste ziehen sich ohnehin noch wärmer an. Wir wurden sogar gefragt, wie wir bei unseren Temperaturen die Winter überleben könnten".

Der Tourismus, die Haupteinnahmequelle Ägyptens, leide sehr unter den Unruhen, so dass das Land wirtschaftlich geschwächt ist. Produzierte Lebensmittel werden überwiegend selbst gebraucht, somit sei auch weniger am Export verdient.

Die Lage ist hart. Krankenversicherungen haben nur die Menschen mit Arbeit. Doch die Religion habe einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert.

Bemerkenswert ist, dass Frauen immer größeren Wert auf gute Ausbildungen und Studien legen. So stehe eine Frau im Witwen- oder Scheidungsfall nahezu ohne Sicherheiten da. In der Öffentlichkeit könnten Frauen nur in Begleitung eines Mannes einen Schutz genießen.

Die Unruhen im Heimatland bedrücken und beunruhigen die Gäste natürlich und oft wird zum Telefon gegriffen. Dabei zeigten sich die Ägypter froh, dass die Muslim-Brüder abgesetzt wurden. Eine Frau schimpfte "Was sollen wir mit denen (den Mursi-Brüder)? Die sollen verschwinden, wir brauchen sie nicht".

Bis Sonntag sind die ägyptischen Gäste in Waldmössingen. Ab dann werden sie eine weitere Woche in Tannenburg bei Schwäbisch Hall verbringen, bevor es wieder in das Zentrum Kairos zurück geht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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