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Schramberg 5G-Gegner verwundert über schnelle Masten-Aufrüstung

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Bald kein Funkloch mehr? Auch der Landkreis Rottweil wird von der Telekom mit 5G versorgt. (Symbolfoto) Foto: Pixabay

Schramberg - Sie haben schon Protest eingelegt bei der Stadt Schramberg, die 5G-Mobilfunk-Gegner, wie es denn sein könne, dass die Telekom bereits jetzt vollendete Tatsachen geschaffen habe, die versprochene Info-Veranstaltung der Stadt zum Thema aber immer noch fehle.

"Wir wollten in einer Sitzung des Gemeinderats das Thema öffentlich vorstellen", sagt der Breitbandbeauftragte der Stadt Schramberg, Konrad Ginter. Leider sei der geplante Termin aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen.

Bürger starten Petition gegen Mobilfunkstandard 5G

Und auch Fachbereichsleiter Uwe Weisser versichert, dass die Stadt "nach wie vor die interessierte Bürgerschaft in einer Informationsveranstaltung über die Chancen und Risiken dieser neuen Technologie informieren" möchte. Aber wegen "der aktuell bestehenden Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie können wir aber leider nicht einschätzen, wann diese Veranstaltung stattfinden kann."

Seitens der Telekom, so Ginter und Weisser, habe die Stadt noch keine Informationen darüber erhalten, ob tatsächlich ein Standort in Schramberg dabei ist". Das werde "derzeit mit der Telekom geklärt."

"Refarming"

Beim sogenannten "Refarming" von bestehenden Sendeanlagen, so die Stadt, handele es sich um Maßnahmen die weder zusätzliche Standorte erfordern noch eine Änderung bei den Frequenzen notwendig machen. Daher sei für das Refarming auch kein Genehmigungsverfahren durchzuführen, so Weisser auf Anfrage.

Dass es eine Veränderung bereits auf den bestehenden Masten gegeben habe, davon geht Ginter auch ohne bisherige Antwort der Telekom auf Stadt-Nachfrage zu 95 Prozent aus. Denn bei der Netzabdeckungskarte gibt es in Schramberg bereits einen großflächigen Bereich in dem der Netzstandard 5G angezeigt werde (https://www.telekom.de/start/netzausbau).

Problemlos möglich sei das bei allen Masten, die bereits jetzt schon mit Glasfaserkabeln versorgt würden, dazu gehöre der Paradiesberg, aber auch die Heiligenmatte in Lauterbach. Dabei, so Ginter, müssten oft nicht einmal Arbeiten am Masten selbst vorgenommen werden. Und seitens der Genehmigung schreibt die Telekom in einem Infoblatt hinsichtlich der Netzmodernisierung: "Im Gegensatz zu einer abstimmungspflichtigen Erweiterungsmaßnahme wird die Antennenanlage nicht verändert. Lediglich ein technischer Baustein wird in der Systemtechnik der einzelnen Mobilfunkanlage getauscht. Durch die Maßnahme kommt es zu keiner Änderung der genehmigten Sendeleistung, die Standortbescheinigung (Betriebsgenehmigung) der Bundesnetzagentur bleibt bestehen. Bei Refarming handelt es sich somit um eine Modernisierungsmaßnahme der Bestandstechnik."

Einen Tag lang kein Netz

Dass eine Veränderung in Schramberg in jüngster Zeit anstand, hatte die Telekom auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten am 15. Mai bestätigt. An diesem Tag war es zu einem Netzausfall im Bereich der Talstadt gekommen, nachdem auf jeden Fall der Masten auf dem Paradiesberg den Tag über keine Verbindung bot. "Aufgrund von Wartungs- und Modernisierungsarbeiten am Sendemasten", so hatte die Telekom mitgeteilt und zudem folgende Aussage mitgeliefert: "Ohne diese Maßnahmen lässt sich der Standort leider nicht zukunftsfähig betreiben."

Auf anderer Frequenz

Allerdings sieht Ginter in dem was in Schramberg (und anderswo auf dem Land) derzeit angeboten wird, einen Unterschied zu dem kleinzelligen 5G, das in den Städten kommen soll. "Auf der niedrigeren 2,1 GHz-Frequenz sind die Reichweiten der 5G-Antennen deutlich höher. Das Prinzip ist bereits vom LTE-Ausbau bekannt: Hier werden Frequenzen mit großer Reichweite vor allem für die Flächenversorgung genutzt. Frequenzen mit kürzeren Reichweiten spielen ihre Stärken im städtischen Umfeld aus und sorgen so für die gleichzeitige Versorgung sehr vieler Kunden und für noch höhere Geschwindigkeiten", heißt es beispielsweise in der Mitteilung der Telekom. Unterschiede in der Technik aufgrund unterschiedlicher Frequenzen glaubt Ginter dabei anhand von Einschätzungen der Technik-Fachpresse in der Geschwindigkeit und der Latenzzeit zu sehen. Das "superschnelle" 5G um das sich die Diskussion in den Städten ranke, könne aus der jetzigen Entfernung und mit der genutzten Frequenz sicher nicht angeboten werden.

Dass die Telekom nicht mit einer deutlich höheren 5G-Frequenz in Schramberg (jetzt schon) präsent ist, davon geht Ginter aus: Dann nämlich hätte zumindest eine Anhörung der Stadt erfolgen müssen, was nicht geschehen sei.

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