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Schramberg 30 Schüler trotz Sturm am Gymnasium

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Die Feuerwehr sperrte die Kreisstraße zwischen Aichhalden und Rötenberg wegen umgestürzter Bäume. Foto: Wegner Foto: Schwarzwälder Bote

Vor allem umgestürzte Bäume haben in den Morgenstunden des Montags für Behinderungen rings um Schramberg gesorgt. Mehrere Straßen mussten aufgrund der Auswirkungen des Sturms Sabine gesperrt werden.

Schramberg. Auftakt war am frühen Morgen ein erneuter Steinschlag auf der Bundesstraße 462 zwischen Ortsausgang Schramberg und Steinbruch, der einen Lastwagen traf und beschädigte. Dort bleibt die Straße bis voraussichtlich Mittwoch gesperrt, weil der Steinschlag "von weiter oben herab" erfolgt sei, so Joachim Hilser vom Straßenbauamt Rottweil. Aufgrund der Wetterlage sei es jetzt auch nicht möglich den Bereich zu durchsteigen und zu kontrollieren, wirbt Hilser um Verständnis. Gegen 6.30 Uhr ging es dann aber Schlag auf Schlag weiter. Vor allem rings um Rötenberg kippten viele Bäume um und versperrten fast alle Wege von und zur Aichhalder Teilgemeinde.

Bereits am Morgen hatte die Bezirksleitung der Südbadenbus entschieden, den Busverkehr ruhen zu lassen. Von insgesamt 17 Bussen waren es dann auch nur zwei, die am Morgen zu Schulbeginn am Schramberger Busbahnhof ankamen – mit rund zehn Schülern darin. Gegen 12 Uhr am Montag, so Bernhard Schirling von der Schramberger SBG-Geschäftsstelle, wurde der Busverkehr wieder aufgenommen.

Busse fahren nicht

Das Gymnasium Schramberg hatte als eine der ersten Schulen nicht nur die Warnmeldung des Kultusministeriums veröffentlicht, sondern am Montagmorgen die Eltern direkt aufgefordert, die Schüler zuhause zu lassen, nachdem Schirling die Schule über die ausfallenden Buslinien informiert hatte. Diese Nachricht verbreitete sich dann schnell unter den Schülern, so dass es insgesamt 30 waren, die zu Schulbeginn am Gymnasium angekommen waren.

"Es waren fast mehr Lehrer da als Schüler", sagt Abteilungsleiter Christoph Bihlmaier beispielsweise, der auf dem Schramberger Bühle wohnt. Er hatte nach eigenen Angaben seinen Bergsteigerhelm aufgesetzt und war zu Fuß zur Schule gegangen – aber auch aus den benachbarten Gemeinden seien einige Kollegen gekommen. Da es aber mit insgesamt 30 Schüler keinen Sinn machte, Unterricht anzubieten, wurden diese in Abstimmung mit den Eltern wieder nach Hause entlassen.

Auch die benachbarte Berneckschule hatte am Morgen "genügend Lehrkräfte im Haus, um den Tag zu beginnen", sagt Schulleiter Karsten Krawczyk. "Aufgrund der Angst und Unsicherheit vieler Eltern, den wenigen Schülern, die wir im Haus hatten, und der Tatsache, dass das Gymnasium ebenfalls eine Empfehlung ausgesprochen hatte, haben wir uns um 7.30 Uhr entschlossen, den regulären Schulbetrieb zugunsten einer Notversorgung aufzugeben." Viele Eltern, so Krawczyk, hätten dieses Vorgehen begrüßt. Gegen 9 Uhr seien lediglich noch zwei Schüler in der Notversorgung gewesen. Kein regulärer Schulunterricht gab es laut Schulleiterin Tanja Witkowski in Tennenbronn sowie laut Josef Rack in Aichhalden. Nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer sei es schwierig gewesen, durchzukommen, sagt Witkowski – so komme eine ihrer Kolleginnen aus Hausach.

Umleitung auch gesperrt

Nicht einfach war es für die Autofahrer aufgrund umgestürzter Bäume auf den Straßen in Schrambergs Umgebung aus Richtung Autobahn A81 ins Kinzigtal zu gelangen. Durch die Sperrung der Strecke Schramberg/Schiltach waren diese bereits ab Sulgen unter anderem über Aichhalden/Alpirsbach umgeleitet worden. Abgesehen davon, dass der heftige Wind immer wieder die Umleitungsschilder entlang der Strecke umblies, kamen Windbrüche in Waldbereichen hinzu. So war die Kreisstraße zwischen Aichhalden und Rötenberg einige Zeit gesperrt und auch bei den für Personenwagen geeigneten Umleitungsstrecken ging fast nirgends etwas: Eselbach, Aichhalder Loch und auch Schiltacher Steige waren wegen umgestürzter Bäume nicht befahrbar. Auch im Bereich Rötenberg sah dies in fast alle Richtungen ähnlich aus.

Zudem war auf dem Reisser an der Straße zum Weiherdamm eine Birke umgekippt, wie Bürgermeister Michael Lehrer berichtet. Erster Einsatz der Feuerwehr sei am frühen Morgen wegen herabgefallener Dachziegel und Wasser im Keller gewesen – Letzteres habe sich jedoch als Fehlmeldung herausgestellt.

In Schramberg waren die Abteilungen Schramberg und Tennenbronn beispielsweise ins Bernecktal ausgerückt, wo ein Baum so von einem Felsen herabgestürzt auf die Straße war, dass er ohne geeignetes Forstgerät nicht ohne Gefahr für die Beteiligten hätte entfernt werden können. Zudem ging auch ein Felsbrocken ab.

So blieb den Einsatzkräften zunächst nichts anderes übrig, als die Straße vorläufig zu sperren. Im gesamten Stadtgebiet war neben der Feuerwehr, so beispielsweise auf der Bundesstraße, der Bauhof der Stadt Schramberg im Einsatz, so Sprecherin Susanne Gorgs-Mager, zudem galt es, umgefallene Verkehrszeichen wieder aufzustellen.

Mehr als 20 Einsätze vermeldet Stadtbrandmeister Werner Storz im Gebiet der Stadt – in allen Stadtteilen waren die Abteilungen unterwegs. Vor allem mit Bäumen hatten die Wehrangehörigen zu tun, mit heruntergefallenen Ziegeln und anderen Problemen an Dächern.

In den Bereichen Eichbach und Purpen blieb es zappenduster – der Strom fiel aus, informierte Bärbel Hölzl von der Ortsverwaltung. Bis nachmittags wollten die Stadtwerke die Probleme beheben. Die Feuerwehr hatte laut Kommandant Emmanuel Reuss neun Einsätze zu verzeichnen. So sei im Ferienpark ein Baum gegen ein Dach gekippt und habe Ziegel zerstört. Auch bei der Firma Schneider sei der Strom ausgefallen (wie auch zeitweise andernorts im Stadtgebiet). Im dortigen Bereich habe ein Baum von der Straße entfernt werden müssen. Gesperrt gewesen seien zeitweise auch die Straßen im Affentäle, Gersbach, Schwarzenbach und Langenberg. In Richtung St. Georgen kamen Autofahrer lediglich bis zur Abzweigung am "Adler" Richtung Langenschiltach. Ab dort war ebenfalls gesperrt.

Umgekippte Bäume

Besonders in Richtung St. Georgen schlug der Sturm Sabine aus Hardter Sicht heftig zu. So musste die Straße Richtung Brogen hinter der Abzweigung nach Tennenbronn gesperrt werden – umgekippte Bäume lagen um 4.45 Uhr auf der Straße, wie Hardts  Bürgermeister Michael Moosmann berichtet, der ebenfalls vor Ort war. Eine Stunde später musste ein Baum auf der Straße Richtung Schramberg bei der Gemarkungsgrenze entfernt werden. Vorsorglich wurde auch der Abschnitt des Römerwegs oberhalb der Einmündung Oberhardtweg gesperrt. "Eine Vorsichtsmaßnahme" sei das, sagte Bauhofleiter Markus Flaig.

"Die Feuerwehr war ab 6.30 Uhr im Einsatz", berichtet Lauterbachs Hauptamtsleiter Andreas Kaupp. So bei einem Gebäude in der Hornberger Straße, Ecke Sonnensteige: Der Sturm hatte hinter dem Haus einen Baum auf das Dach gedrückt. "Das Dach wurde zum Glück nicht beschädigt", berichtete Bernd Haas, stellvertretender Kommandant, vor Ort. Zudem deckte der Sturm einige Ziegel in der Hauptstraße ab. An der Sonnensteige kippten zwei Bäume gegen ein Haus, die Schäden blieben aber überschaubar. Zwischen Imbrand und Hölzleshof fiel ein Baum auf die Straße, der im Laufe des Montags wieder entfernt wurde. Allerdings gab es immer wieder auch Fehlalarme, wie Bauhofleiter Felix Belke berichtet. So sei gemeldet worden, dass ein Wanderweg von umgestürzten Bäumen blockiert sei. Das rühre aber von Baumfällarbeiten her, die bereits vor zwei Wochen erfolgt seien.

In Schiltach waren am Montagmorgen kurzzeitig Kirchberg- und Schlossbergtunnel gesperrt – ausgelöst durch einen Stromausfall. Wegen umgefallener Bäume "waren die Strecken auf die Höhen zeitweise alle zu", erklärte Hauptamtsleiter Michael Grumbach. Neben umgekippten Bäumen hatte die Feuerwehr außerdem einen Einsatz im Städtle: Dort waren an drei Häusern Ziegel von den Dächern gefolgen. Die Kameraden sicherten den Bereich ab, bis ein Zimmermann eintraf, sagte Kommandant Markus Fehrenbacher.

Stromausfall

Auch in Schenkenzell kam es im Außenbereich zu Stromausfall, außerdem waren etliche Straßen gesperrt. "Es gab ziemlich viel Windbruch", erklärte Bürgermeister Bernd Heinzelmann. Stück für Stück würden die Schäden nun aufgearbeitet – es dauerte vom ersten Einsatz um 6.05 Uhr bis nachmittags bis alle Zufahrtsstraßen wieder frei waren, so Jochen Sum von der Feuerwehr. Besonders bitter: Durch Geröll auf der Straße –­ gleich an mehreren Stellen habe es kleinere Abgänge gegeben – wurde der Kühler eines Feuerwehrautos beschädigt, woraufhin der Wagen in die Werkstatt musste.

Weil die Straßen Richtung Freudenstadt und Schramberg dicht waren, sah Heinzelmann bei medizinischen Notfällen "rettungstechnisch ein Problem". Mit der Leitstelle in Rottweil sei deshalb vereinbart worden, dass Ersthelfer im Feuerwehrgerätehaus stationiert werden, um so schnell bereitzustehen.

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