Das Schotterwerk Gfrörer plant eine Erweiterung des Steinbruchs in Fischingen. Foto: Schwind

Zu einer frühen Bürgerbeteiligung hatte das Unternehmen E. Gfrörer & Sohn Schotterwerk aus Empfingen die Bürger eingeladen, um über die geplanten Erweiterung des Steinbruchs in Fischingen zu sprechen.

Sulz-Fischingen - Um das Unternehmen für die nachfolgende Generation am Laufen zu halten, bedarf es einer Rohstoffsicherung für die kommenden 20 Jahre. Firmenbesitzer Uwe Gfrörer machte glaubhaft, dass dem Unternehmen daran gelegen ist, das neue Bauvorhaben der Bevölkerung transparent zu machen und die Möglichkeit zu einem Frage-Antwort-Spiel zu geben, was auch rund 60 Bürger wahrnahmen. Dabei ging es um die Änderung des festgelegten Gebiets zur Rohstoffsicherung aus dem Planentwurf von 2003.

Erweiterungen in Richtung Betra und Betraer Steige

Die neue Überplanung sieht den bereits genehmigten restlichen Abbau sowie die Verfüllung und Rekultivierung vor. Das neue Gebiet soll in Richtung Betra erweitert werden. Ebenso ist eine Erweiterung in nordwestlicher Richtung zur Betraer Steige in Fischingen hin ("Zipfelmütze") vorgesehen.

Axel Dörr vom Ingenieurbüro Dörr erläuterte die geplante Entwicklung des Unternehmens. Aufgrund der geplanten Erweiterungsgröße von 17,2 Hektar zum Bestand von 21,7 Hektar wird für das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung durchgeführt, informierte Dörr. Dabei soll der bereits vorliegende Rekultivierungsplan, mit einer Wiederverfüllung und einer forstlichen Folgenutzung geplant, fortgeschrieben werden. Bei den Erweiterungsflächen handelt es sich vorwiegend um Waldflächen, teilweise auch um landwirtschaftliche Nutzflächen.

Wohnqualität leidet

Wie schon in der Ortschaftsratssitzung vor drei Jahren, gab es wieder einen Zwist wegen der "Zipfelmütze". Vor allem die Fischingerin Maria Hipp und Martin Schellhammer, Ortschaftsrat in Fischingen, sahen die Maßnahme kritisch. Sie plädierten dafür, dieses Teilstück aufgrund der leidenden Wohnqualität durch Staub, Lärm und der Sprengerschütterung aus den Genehmigungsanträgen herauszunehmen. Der Fischinger Ortschaftsrat und der Gemeinderat der Stadt Sulz plädierten bereits in früheren Abstimmungen dafür, aber von der Regionalversammlung Schwarzwald-Baar-Heuberg waren sie überstimmt worden.

Der Diskussion um die Teilfläche leid, entschied Firmenbesitzer Uwe Gfrörer: "Die Fläche bleibt drin." Und so sollen die noch fehlenden erforderlichen weiteren Zulassungen nach Naturschutzgesetz, Landeswaldgesetz und Baurecht in die beantragte Genehmigung an die zuständige Behörde das Landratsamt Rottweil mit eingearbeitet und zur Genehmigung vorgelegt werden.

Verträglichkeit für Flora, Fauna und Grundwasser

"In den Antragsunterlagen befinden sich Gutachten, die prüfen und sicherstellen, dass beim weiteren Gesteinsabbau und der Wiederverfüllung keine unzulässigen oder unzumutbaren Belästigungen und Beeinträchtigungen für den Menschen und die Natur durch das Vorhaben entstehen", so der Planer. "Dabei wird bei den Themen Schall und Staub auch die bestehende ›Vorbelastung‹ – beispielsweise durch andere bestehende Betriebe – mit in die Betrachtung aufgenommen und sichergestellt, dass in der Summation Grenzwerte eingehalten werden", so Axel Dörr. Deshalb erfassen die beigelegten Gutachten nicht nur den Gesteinsabbau, sondern auch alle Prozesse innerhalb des Steinbruchareals. Es werde, so Dörr, bei dem Vorhaben sehr genau auf die Verträglichkeit für Flora, Fauna und das Grundwasser geachtet, was durch gutachterliche Aussagen in den Antragsunterlagen gestützt werde.

Zwölf Stunden Betriebszeit am Tag

Außerdem wurden bei Schall, Staub und Sprengerschütterungen, gegenüber früheren Verfahren, weitere Immissionsorte betrachtet. Um bei den zu befürchtenden Unsicherheiten – beispielsweise bei der zukünftigen Energieversorgung im geplanten Zeithorizont – Rechnung zu tragen, wird ein längeres Zeitfenster beantragt, innerhalb dessen der Steinbruch betrieben werden kann. Die Dauer der Betriebszeit selbst bleibe jedoch bei zwölf Stunden am Tag.

Die Firma Gfrörer geht davon aus, dass 90 Prozent des Verkehrs in Richtung Norden zur A 81 gehen werde. Um Zwischentransporte zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren, soll der gewonnene Rohstoff nach Möglichkeit vor Ort weiterverarbeitet und veredelt werden, so das Ziel des Unternehmens.