Über den Verbleib des Steinbruch-Betriebs in Straßberg und die betroffenen Schotter-Teufel-Mitarbeiter wurde Zeit verhandelt – nun steht fest: Es kommt zu Abfindungen, der Steinbruch-Betrieb wird zurückgefahren.
Wird der Steinbruch-Betrieb der Firma Schotter-Teufel in Straßberg ganz oder nur teilweise eingestellt? Und wie viele Mitarbeiter sind von den Restrukturierungs-Maßnahmen der Holcim-Gruppe betroffen? Diese und weitere Fragen sind in Verhandlungen mit der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) diskutiert worden.
Nun herrscht Klarheit: Der Steinbruch-Betrieb wird zurückgefahren, bestätigt Gewerkschaftssekretär Esteban Neira auf Anfrage.
Holcim: Restrukturierung bei Schotter-Teufel
Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter liegt nun bei 63 statt bislang 74; für sie wurden „angemessene Abfindungen vereinbart“, so dass keine betriebsbedingten Kündigungen zu erwarten seien, sondern Aufhebungsverträge, welche die Betroffenen mittragen könnten.
Insgesamt, davon war in einem früheren Gespräch die Rede, sind bislang 105 Mitarbeiter bei Schotter-Teufel beschäftigt.
Auf Nachfrage bestätigt Holcim-Pressesprecherin Sabine Schädle, dass die Unternehmensleitung von Schotter-Teufel sich mit ihrem Betriebsrat „auf eine Restrukturierung geeinigt und einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan für die 63 betroffenen Beschäftigten vereinbart“.
Ferner wurde ein Konzept zur Fortführung der Bereiche Recycling, Kreislaufwirtschaft und Beton erhalten sowie die Konsolidierung des Steinbruch-Betriebs erarbeitet.
Trotz erfolgreicher Verhandlungen bleibt ein bitterer Nachgeschmack
Konkret heißt das: Der Betrieb werde zwar zurückgefahren, bleibe an sich aber erhalten, erklärt Neira. Und zwar mit dem Hintergedanken, dass sich die Perspektive eines Tages wieder bessern und der Personalbestand dann entsprechend wieder verstärkt, der Betrieb wieder hochgefahren werden könnte.
Auch wenn die IG Bau die Verhandlungs-Ergebnisse begrüße und die Verhandlungen an sich erfolgreich verlaufen seien, „finden wir es doch sehr schade und bedauerlich, dass wir die Restrukturierung nicht in Gänze verhindern konnten“, sagt Esteban Neira. Aber der Steinbruch-Betrieb könne in seiner jetzigen Form nicht fortgesetzt werden.
Die Maßnahmen haben auch Konsequenzen für die Gemeinde Straßberg
Im Dezember 2024 soll bei einer Betriebsversammlung bei Schotter-Teufel die Stilllegung des Steinbruchs verkündet worden sein. Schädle dementierte und sagte, dass die Firma „eine strategische Neuausrichtung, mit dem Ziel, nachhaltige Innovationen voranzubringen“ durchlaufe. Gewerkschaftssekretär Esteban Neira hatte damals auf Anfrage erklärt, dass eine Teilschließung mehrerer Bereiche angekündigt wurde – darunter der Steinbruch.
Mitte Dezember hat die IG Bau zu einer Solidaritätsbekundung auf dem Betriebsgelände der Firma Schotter-Teufel in Straßberg aufgerufen. Mit dabei war auch Straßbergs Bürgermeister Markus Zeiser, der die Verbundenheit zwischen der Gemeinde und Firma betonte.
Die Gemeinde Straßberg rechnet derweil mit rund 150 000 Euro geringeren Einnahmen aus den Pachtverträgen – und hat deswegen auch ihr Förderprogramm für die Modernisierung und Instandsetzung privater Gebäude vorerst gestoppt.
Mitarbeiterversammlung im Gasthaus Sonne
Am Mittwoch, 5. Februar,
lädt die IG Bau die Mitarbeiter des Schotter-Teufels zu einer Mitgliederversammlung in das Gasthaus Sonne ein. Dort informiert sie unter anderem über den Sozialplan samt Interessensausgleich sowie den weiteren Ablauf bei Schotter-Teufel. Beginn ist um 17.30 Uhr; eingeladen sind auch nicht gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter.