Der Anteil von Laubholz soll im Schopflocher Gemeindewald künftig mindestens zehn Prozent betragen. (Archiv-Foto) Foto: Ade

Qualitativ wertvoll, schön anzusehen und vorratsreich ist der Schopflocher Gemeindewald nach dem Befund des stellvertretenden Leiters des Kreisforstamts Freudenstadt und Leiters der Außenstelle Horb, Björn Uerpmann. Und das soll so bleiben.

Schopfloch - Uerpmann war zusammen mit Revierleiter Adrian Grundler in die jüngste Sitzung des Gemeinderats gekommen und stellte seine Vorschläge für Grundsätze und Ziele der Waldwirtschaft in den kommenden Jahren vor. Bürgermeister Klaas Klaassen wies darauf hin, dass der Forstausschuss der Gemeinde sich im Vorfeld intensiv Gedanken über die bevorstehende Forsteinrichtung 2012 bis 2031 gemacht und lange darüber beraten habe. Vor dem Beschluss soll voraussichtlich Mitte des Jahres ein Waldbegang stattfinden.

Fichtenanteil sinkt

"Der Gemeindewald Schopfloch ist mit guten Standorten ausgestattet", befand Uerpmann. Er verwies auf weiterhin qualitativ wertvolle Bestände, wie schon bei der letzten Forsteinrichtung festgestellt worden sei. So habe sich an den Zielen für den Gemeindewald auch relativ wenig geändert. Oberste Priorität habe ein stabiler Bestand. Der Gemeindewald verfüge über hohe Vorräte, die zum einen entsprechende Einnahmen garantierten und zum anderen auch dank ihrer Widerstandsfähigkeit kommenden Waldgenerationen Schutz bieten sollen.

Die Bestandsanalyse ergebe, so Uerpmann weiter, dass der vom Nadelholz geprägte Wald gründlich durchgepflegt worden sei. Der Anteil der Tanne liege stabil bei 52 Prozent, der der Fichte sei mit derzeit 37 Prozent durch gezielte Förderung der Tanne bei Durchforstungen, aber auch die Massenerkrankungen der vergangenen Jahrzehnte eher rückläufig. Bei den Laubbäumen sei – hauptsächlich durch Anbau von Buchen und Edellaubholz – eine Zunahme auf neun Prozent zu verzeichnen.

Stark überrepräsentiert sind laut dem Fachmann die Klassen der 81 bis 120 Jahre alten, sehr hochwertigen Bestände. Sie nehmen mit 138 Hektar über die Hälfte der Holzbodenfläche ein. Die Klasse der 41- bis 60-jährigen Bestände hat mit etwas über 30 Hektar nahezu normale Flächengröße, alle anderen Altersklassen sind unterdurchschnittlich ausgestattet. Die Fläche des angestrebten Dauerwalds – 2002 noch 9,7 Hektar – sei durch umsichtigen und tannengerechten Waldbau und pflegliche Holzernte nun auf 26,8 Hektar angestiegen.

Insgesamt gelte es, langsam in die Verjüngung zu gehen und dabei natürliche Möglichkeiten zu nutzen und zu fördern, um neue Bestände aufzubauen. Denn mit Sicherheit hätten die älteren Bäume größere Schwierigkeiten, sich dem Klima anzupassen, so der Forstexperte.

Auch für die Zukunft gelten als Hauptziele der Waldwirtschaft die Erhaltung der Waldfläche und des Waldvermögens sowie eine nachhaltige Gewährleistung der Waldfunktionen im Sinne eines größtmöglichen Gesamtnutzens für Bevölkerung, Umwelt und regionale Wirtschaft. Bei den strategischen Zielen steht als Grundlage allen Handelns die naturnahe Waldwirtschaft – sprich Pflege und Erhaltung gemischter, strukturreicher, ungleichaltriger und stabiler Waldbestände aus standortangepassten Baumarten – an erster Stelle.

Auch nichtheimische Arten

In Sachen natürlicher Verjüngungsmöglichkeiten wurde neu aufgenommen, dass in Beständen, wo das Verjüngungsziel trotz jagdlicher Anstrengungen gefährdet ist, entsprechende Schutzmaßnahmen, gegebenenfalls auch Zäune in Erwägung gezogen werden. Beim langfristig auf zehn Prozent anzuhebenden Laubholzanteil liegt die Betonung auf "mindestens". Zur Baumartenwahl und Waldpflege, bei der aktuelle Erkenntnisse über die Folgen des Klimawandels zu berücksichtigen sind, wurde neu aufgenommen, dass die Gemeinde Schopfloch offen dafür ist, Naturverjüngung auch mit klimatoleranten Baumarten zu ergänzen. Dabei können auch nichtheimische Baumarten berücksichtigt werden.

Konsens in der Zieldiskussion war auch, dass die mögliche Höhe des Vorrats in Zukunft noch stärker von Überlegungen zur Bestandsstabilität abhängig gemacht werden muss. Bestehende Biotope sind zu erhalten und zu pflegen, neue gegebenenfalls anzulegen. Wenn möglich, sollen an geeigneten Stellen Altholzinseln ausgewiesen und Totholz belassen werden. Neu kam als Ziel dazu, ein betriebsvorsorgendes Konzept für den Artenschutz zu etablieren.

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