Landrat lobt Bauern für Offenhaltung der Landschaft / Beck fordert nachhaltigen Umgang mit Ressourcen
Von Gabriele Adrian
Kreis Freudenstadt. Groß war die Zahl der Redner, die der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Gerhard Fassnacht, beim Kreisbauerntag in Schopfloch begrüßte. Sie hoben damit die große Bedeutung der Landwirtschaft in der Gesellschaft hervor.
Den Anfang machte der Hausherr, Bürgermeister Klaas Klaassen, der bestätigte, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft auch viele landwirtschaftliche Betriebe in Schopfloch betreffe. Ein Teil von ihnen habe schon resigniert aufgegeben. Landrat Klaus Michael Rückert versprach, wie es auch einige andere Redner taten, alle Initiativen der Landwirte in Bezug auf Entbürokratisierung aktiv zu unterstützen. Er lobte: "Unsere Kulturlandschaft profitiert von Ihrer tatkräftigen Arbeit" und betonte, dass die Offenhaltung der Landschaft ein wichtiges Thema sei, denn "mehr Wald verträgt der Schwarzwald nicht," so der Landrat. Außerdem war es ihm ein Anliegen, auch Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie wichtig und gesund regionale Produkte seien. Ulrich Roßwag vom Regierungspräsidium Karlsruhe ging auf die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ein, die beispielsweise für die deutschen Landwirte die völlige Abschaffung der Direktzahlungen bedeuten könne. Derzeit finde hierzu noch eine lebhafte Diskussion aller Beteiligten statt.
Landtagsabgeordneter Norbert Beck (CDU) forderte eine Kultur des nachhaltigen Umgangs mit vorhandenen Ressourcen sowie eine Kombination von modernem Unternehmertum und familiär geprägten Betrieben. Der Abgeordnete betonte, dass die Landespolitik für die Betriebe berechenbar sein müsse, denn "die Landwirtschaft verdient mehr Wertschätzung". Im dicht gedrängten Programm des Kreisbauerntags folgten ein Referat des Leiters der Versuchsstation Hohenheim, Wilfried Hermann, der die Frage stellte, ob gleiche Flächenprämien in der EU die Strukturnachteile gegenüber einer großflächigen Landwirtschaft in der Ukraine ausgleichen kann. Im zweiten Referat stellte Rainer Neth von der Handwerkskammer Reutlingen die Probleme des Handwerks in einer globalisierten Welt dar.
Am Ende der Veranstaltung sprachen Staatssekretär Joachim Fuchtel, der Europaabgeordnete Michael Theurer, die Vorsitzende der Landfrauen, Katharina Schmelzle, und Christian Nübel vom Agrargesprächskreis weitere Grußworte. Das Schlusswort kam vom stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisbauernverbands, Martin Marohn, dessen Dank allen Teilnehmern des Kreisbauerntags galt. Mit schmissigem Jazzklängen und dem Radetzky-Marsch zum Abschluss begleiteten die Blechbläser der Gruppe "Quartventil" den Kreisbauerntag musikalisch und erhielten hierfür stürmischen Beifall.