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Schopfloch Kosten bereiten Bauchschmerzen

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Die Vorplanung für den Umbau der Spedition Seeger in ein Feuerwehrhaus stellte Markus Kugler dem Gemeinderat Schopfloch vor. Mit dabei war auch Feuerwehrkommandant Uwe Finkbohner (vorne rechts) und Kreisbrandmeister Frank Jahraus (vorne links). Foto: Ade Foto: Schwarzwälder Bote

Die erste Planung und ein Konzept für das vorgesehene Feuerwehrhaus im ehemaligen Gebäude der Spedition Seeger, das die Gemeinde gekauft hat, stellte Markus Kugler dem Gemeinderat Schopfloch in der jüngsten Sitzung in der Veranstaltungshalle vor.

Schopfloch. Eigentlich sollte es aufgrund der Planungen zum Signal für den Zuschussantrag kommen. Doch nach fast zwei Stunden stellte Bürgermeister Klaas Klaassen fest, dass man den Punkt vertage. In den nächsten zwei bis drei Wochen sollen nun weitere Details zu den Kosten und zur Relation im Verhältnis zu den benachbarten Feuerwehrhäusern in Waldachtal und Pfalzgrafenweiler zusammengestellt werden. Es gehe nicht ums Detail, sondern darum, dass man die Zuschussvoraussetzungen erfülle, hatte Klaassen im Vorfeld erläutert.

Fakt ist, dass bis Mitte Februar der Zuschussantrag für 2021 gestellt werden sollte, wenn die Gemeinde für dieses Jahr noch berücksichtigt werden will. Wegen der grob veranschlagten Kosten für die Umbaumaßnahmen von über zwei Millionen Euro äußerten in der Sitzung mehrere Gemeinderäte Bedenken. In der Sitzung waren auch Kreisbrandmeister Frank Jahraus, der von Anfang an in die Planungen mit einbezogen worden war, sowie Kommandant Uwe Finkbohner und weitere Feuerwehrleute unter den Zuhörern.

Planer Markus Kugler stellte das Konzept vor. Man sei noch im Vorentwurfsstadium, aber die Richtung sei vorgegeben, so Kugler. So soll das bisherige etwa 500 Quadratmeter große Speditionsgebäude am Ortseingang gegenüber der Bäckerei Ziegler zum Feuerwehrhaus umfunktioniert werden.

Areal samt Gebäude zu diesem Zweck erworben

Für diesen Zweck war das Areal samt Gebäude im vergangenen Jahr von der Gemeinde erworben worden. Kugler wies darauf hin, dass bei der Planung etliche Vorgaben und Normen berücksichtigt werden müssen. Herzstück der Planung sei der Alarmweg – vom Eintreffen der Feuerwehrleute bis zum Ausrücken mit dem Fahrzeug – gewesen.

Vorerst sind – bei 30 Feuerwehrleuten in Schopfloch – neben dem Gebäude 30 Stellplätze für die Einsatzkräfte vorgesehen. Im Eingangsbereich ist ein eingeschossiger Anbau mit Flur und Rampe für behindertengerechten Zugang geplant. Umkleideräume, WC-Anlagen, Leitstelle, Funkraum, Lagerbereich und die Fahrzeughalle für die beiden Feuerwehrfahrzeuge sind im Erdgeschoss vorgesehen. Im teilunterkellerten Gebäude sind im Untergeschoss eine Werkstatt, ein Lager, Umkleideräume und ein Schulungsraum für die Jugendfeuerwehr im Plan. Im Obergeschoss des Gebäudes sind ein großer Schulungsraum für 50 Personen sowie WC-Anlagen, eine Kleiderkammer für die Gesamtwehr und eine offene Lagerfläche im Konzept. Flächen für ein Recyclingcenter, für einen Häckselplatz und für den Bauhof wären im Außenbereich neben den Stellplätzen möglich. Konzipiert ist das Gebäude für insgesamt 50 Feuerwehrleute und 20 Jugendfeuerwehrleute.

Als gelungen bezeichnete Kreisbrandmeister Frank Jahraus die Planung und dankte dafür, dass er schon frühzeitig mit einbezogen worden war. Es sei ein Gebäude, das für die Zukunft gebaut ist und alles beinhalte, was die Vorgaben der Feuerwehr vorschreiben, so Jahraus. Er lobte, dass auch für die Jugendfeuerwehr genügend Platz vorgesehen ist. Jahraus informierte darüber, dass ein Zuschuss von 120 000 Euro möglich sei. Hier richtet sich die Vergabe nach der Zahl der Stellplätze für die Feuerwehrfahrzeuge – pro Fahrzeug werde mit 60 000 Euro bezuschusst.

Zur Planung selbst kamen keine Fragen. Doch die Kosten, die Planer Markus Kugler auf grob zwei bis 2,5 Millionen Euro schätzte, waren Anlass für längere Diskussionen. Gemeinderat Peter Eberhardt hinterfragte zudem die Relation von nur zwei Fahrzeugstellplätzen im Verhältnis zu den Räumen. Er wies darauf hin, dass auch im Bereich Iflingen noch ein Feuerwehrhaus gebaut werde und dies sicher genauso teuer werde. Wenn er die Finanzen der Gemeinde so ansehe, lande man spätestens dann in der Verschuldung.

Geld ist für einige der Knackpunkt

Die Planung sei für ihn schon schlüssig, so Gemeinderat Friedhelm Kugler, es sei ein "gutes Konzept". Er betonte aber, dass er mit den Kosten nicht klar komme. Bei dieser Summe würde er vorgeschlagen, dass man für die Feuerwehr etwas Neues plane und das Speditionsgebäude der Bauhof nehme. Für dieses Geld bekomme man ein neues Gebäude, meinte Kugler.

Gemeinderat Matthias Zeller wollte die Kosten ebenfalls hinterfragt sehen und stellte in den Raum, ob es nicht besser sei, etwas Neues ohne Kompromisse auf der freien Wiese zu erstellen. Diese Gedanken hätte man sich schon vor einem Jahr machen müssen, warf Martin Müller ein. Raphael Kappler fand, dass im Konzept für die Feuerwehr alles untergebracht worden sei, was gewollt sei.

"Jetzt alles über Bord werfen? Dann hat man die nächsten zehn Jahre nichts", warf Gemeinderat Andreas Zeller ein. Er vertrat die Ansicht, dass das Feuerwehrhaus so hochwertig gebaut werden solle, dass es die nächsten 50 Jahre halte. Dabei müsse auch ein zeitgemäßer Standard geschaffen werden, um die Feuerwehrleute zu halten und neue dazuzubekommen.

Bürgermeister Klaassen verwies darauf, dass es nicht einfach sei, geeignete Flächen zu finden. Bisher sei man davon ausgegangen, dass mit diesem Gebäude die Bedürfnisse der Feuerwehr für die nächsten 30 bis 40 Jahre gedeckt werden könnten. Klaassen erinnerte daran, dass man hier bisher gemeinsam unterwegs gewesen sei. Zudem sei auch die Feuerwehr von Anfang an miteinbezogen worden und sei mit dem Konzept sehr zufrieden. Der vorgesehene Standort sei aus seiner Sicht ideal. Im Grunde habe man keine richtige Alternative. "Das Feuerwehrhaus bekommen wir finanziert, und wir bekommen auch andere Dinge finanziert, die wir uns vorgenommen haben", so Klassen zu den Finanzen.

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