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Schopfloch Homag streicht 350 Arbeitsplätze

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Die Dürr AG verordnet der Homag-Gruppe in Schopfloch einen personellen Kahlschlag. Foto: HOMAG

Schopfloch - Paukenschlag aus dem Mutterhaus: Die Dürr AG verordnet der Homag-Gruppe in Schopfloch einen personellen Kahlschlag. 350 Arbeitsplätze in Deutschland sollen wegfallen – acht Prozent aller Stellen im Unternehmen.

Dies gaben Dürr und Homag am Mittwoch jeweils in separaten Mitteilungen übereinstimmend bekannt. Der Abbau von Arbeitsplätzen beim Hersteller von Maschinen für die holzbearbeitende Industrie und das Handwerk soll bereits im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Der Standort Hemmoor in Niedersachsen werde komplett geschlossen. 150 von derzeit rund 200 Stellen dort sollen wegfallen. "Personalanpassungen" werde es aber auch an anderen deutschen Standorten geben. Inwiefern Schopfloch betroffen ist, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Der Dürr-Konzern gibt "strukturelle Überkapazitäten" als Grund für den Abbau an. Der Aufsichtsrat habe den Plänen bereits zugestimmt. Von den "Strukturmaßnahmen" verspricht sich Dürr "deutliche Effizienzsteigerungen". Rund 40 Millionen Euro soll das "Paket" kosten, davon fielen 37 Millionen Euro noch in diesem Jahr an. Ab 2021 soll der Abbau jährlich 15 Millionen Euro Kosten sparen.

Mit Rückgang sei weiter zu rechnen

In den vergangenen Jahren seien die inländischen Kapazitäten vor allem aufgrund von "außerordentlich" vielen Bestellungen der Möbelindustrie voll ausgelastet gewesen. Derzeit verzeichne Homag eine sinkende Nachfrage. Mit einem Rückgang sei auch im kommenden Jahr zu rechnen.

"Es ist sehr zu bedauern, dass es nicht gelingen wird, die Produktion in Hemmoor langfristig wirtschaftlich positiv auszurichten, trotz des großen Engagements der Beschäftigten", lässt sich der Vorsitzende des Vorstands von Homag, Pekka Paasivaara, in einer Pressemitteilung zitieren. Das Unternehmen nehme seine Verantwortung wahr. "Es ist uns wichtig, die entstehenden Belastungen für betroffene Mitarbeiter in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern so gering wie möglich zu halten", so Paasivaara.

Portfolio bleibe "in Gänze erhalten"

Die Produkte aus Hemmoor würden künftig von anderen Werken der Homag-Gruppe in Deutschland und Polen übernommen. Das Produktportfolio bleibe somit "in Gänze erhalten". Gleichzeitig wolle Homag seine Kapazitäten "in den Wachstumsmärkten" ausbauen. Rund 80 Prozent des Umsatzes erwirtschafte das Unternehmen im Ausland. Paasivaara: "Der geringere Auftragseingang aufgrund der schwächeren Konjunktur wird voraussichtlich bis ins Jahr 2020 anhalten. Um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der HomagGroup zu sichern, begegnen wir dem daraus resultierenden Kostendruck nun konsequent." Die Geschäftsfelder Systeme und Automation sollen zusammengefasst werden. Die Zentralisierung der Ersatzteil-Logistik sowie vorzeitige Renteneintritte seien ebenfalls geplant

Trotz des Millionenaufwands für den Stellenabbau – weltweit beschäftigt Homag nach eigenen Angaben rund 6600 Mitarbeiter – kündigt das Unternehmen für 2019 ein positives Ergebnis an. Durch die Einsparungen könne das Unternehmen "stärker in Zukunftstechnologien und die Effizienz seiner Standorte investieren". Dazu zählen die Digitalisierung, eine weiter verbesserte IT/Software-Struktur sowie Produkt-Innovationen. Die Investitionen in die bestehenden Standorte würden fortgesetzt, ebenso die bereits laufende Einführung des effizienten Produktionssystems.

Die Dürr AG gibt in einer Ad-hoc-Mitteilung weitere sechs Millionen Euro Kosten für einen laufenden Rechtsstreit an. Die Prognose für den Umsatz für das laufende Jahr, der mit 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro beziffert wird, bleibe unverändert. Die Geschäfte mit der Automobilindustrie seien "anhaltend stabil" und entsprächen den Erwartungen. Dafür korrigiert Dürr durch die Kosten des Personalabbaus die Erwartungen bei der Ebit-Marge um 1,1 Prozentpunkte nach unten, auf jetzt 4,4 bis 4,9 Prozent. Erwartet wird ein Ergebnis nach Steuern von 115 bis 130 Millionen Euro, 30 Millionen Euro weniger als geplant.

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