Der Wald befindet sich im Wandel. Foto: Malin Wunderlich/dpa

Eine Schneise in Zahlen und Fakten zur Bewirtschaftung der Schopfheimer Wälder schlug Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer im Schopfheimer Gemeinderat.

In Anlehnung an den für die Schopfheimer Finanzplanung erstmals aufgelegten Doppelhaushalt stellte der Forstbezirksleiter die Planung gleich für zwei Jahre vor.

 

Geplanter Einschlag

Geplanter Einschlag: In 2026 und 2027 sollen jeweils etwa 12 000 Festmeter Holz geschlagen werden. Das liege ein wenig über dem in der Zehnjahresplanung hinterlegten Hiebsatz, bewege sich aber dennoch im Rahmen der Nachhaltigkeit, hinterlegte Schirmer. Der Erlös aus dem Holzverkauf ist mit 802 000 beziehungsweise 820 000 Euro angesetzt. „Holz ist als Rohstoff und als Energieträger gefragt. Der Markt ist aber nicht verlässlich – es gibt große Schwankungen“, beschrieb Schirmer die Rahmenbedingungen.

Verkauf von Ökopunkten

Einige weitere Einnahmen hinzugerechnet – darunter der Verkauf von Ökopunkten (2026: 213 000; 2027: 65 000 Euro) und zahlreiche Ausgaben abgezogen, sieht der Betriebsplan einen Überschuss von 82 000 Euro für das Forstwirtschaftsjahr 2026 und einen Überschuss von 105 700 Euro für 2027 vor.

Neue Bäume und Wegepflege

Zu den Ausgaben zählen unter anderem die Kosten für die Holzernte; ebenso die Jungbestandspflege oder die Wegeunterhaltung. Neu gepflanzt werden sollen im Jahr 2026 insgesamt 20 700 Bäume, weitere 19 700 sind es in 2027. Die Ausgaben für die Jungbestandspflege und die Kultursicherung hinzugezählt, sind für den Aufgabenbereich „Jungbestände“ 311 000 Euro in 2026 und 233 000 Euro in 2027 eingeplant. Für die Wegeunterhaltung sind in den beiden Jahren jeweils etwa 90 000 Euro veranschlagt.

Die Holznutzung sei zusammen mit der Pflege der Jungbestände „Motor der Klimaanpassung“, da sie einen wichtigen Beitrag zum „Waldumbau“ leisten, hinterlegte Schirmer.

Anpassung an Klimawandel

In diesem Zusammenhang verwiesen die Gemeinderäte Thomas Gsell (SPD) und Thomas Kuri (CDU) darauf, dass die in den hiesigen Wäldern dominierende Fichte durch den Klimawandel Probleme bekommt – verbunden mit der Frage nach Alternativen. „Eine Wunderbaumart gibt es nicht“, hielt Schirmer mit Blick auch auf die Unsicherheiten in Sachen Klimawandel fest: Klar sei, „dass sich grundsätzlich was ändert. Aber niemand kann sagen, wie stark und wie genau.“

Unsicherheiten bei Wandel

Aktuell brauche man hierzulande Bäume, die Trockenphasen überdauern und Frost abkönnen. Das bedeutet auch: Mit Blick auf den möglichen Wandel bis zum Ende des Jahrhunderts jetzt schon ausgewiesene Süd-Gewächse wie die Pinie anzupflanzen, wäre kaum die richtige Strategie. Am besten fahre man voraussichtlich mit einer Mischung aus ganz verschiedenen Bäumen.

Wechsel in Revierleitung

Unter der Rubrik „Besonderheiten“ verbuchte Schirmer fürs 2025 den Wechsel in der Forstrevierleitung: Der bisherige Revierleiter Stefan Niefenthaler wurde bekanntlich zum neuen Kleinwiesentäler Bürgermeister gewählt. Als Nachfolger ist seit Anfang September Matthias Leisinger im Amt. In der Interimszeit seit Juni hatten Jörg Gempp und Lars Neubauer die Reviervertretung übernommen. Weitere wichtige Änderung ist die unlängst beschlossene Fusion der beiden Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) Dreiländereck und Kleines Wiesental zur „ FBG im Dreiländereck“, die zum 1. Januar in Kraft tritt.