Katja und Gregor Häss setzen sich mit dem Verein „Pink Force“ dafür ein, schwerstkranken Kindern eine Freude zu machen.
Am Anfang war der alljährliche Besuch des Ehepaars Katja und Gregor Häss als bekennende Fans der Star Wars Reihe beim Treffen von Science-Fiction-Fans bei der „Epic-Con“ in Speyer im Jahr 2022.
Dort traf man erstmals mit dem deutschen „Ableger“ der internationalen Verbindung der „Pink Force“, der Familie Ralf, Claudia und Dennis Mensing aus Nordhorn zusammen. Diese hatten in Deutschland einen eingetragenen Verein gegründet.
Auf der Messe stellten die Mensings die Arbeit von „Pink Force“ vor. Es geht dem Verein darum, schwerkranken Kindern ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, so dass sie ihre schwere Erkrankung für kurze Zeit vergessen können. Die weltweit tätigen „KT“-Einheiten sind unterwegs, um kleine schwerkranke Patienten auf den Kinderstationen zu besuchen, und Zuversicht, Hoffnung und Mut zu vermitteln.
Sinn des Vereins ist die Bildung von sogenannten „KT“-Einheiten, abgeleitet vom Namen der verstorbenen Tochter des Begründers der Initiative, Katie, die 2005 im Alter von sieben Jahren verstarb.
Katie liebte vor allem den Roboter R2-D2 der Star Wars Serie, ihre Freunde bauten den Roboter in ihren letzten Lebenstagen nach und nannten diesen kurzerhand „R2-KT“. Die Mensings ihrerseits hatten in den Reihen der „Cosplayer“ selbst eine große Spende für die Kinderkrebshilfe Münster erlangt.
Eine neue „KT“-Einheit sind die Eheleute Häss aus Schopfheim mit Katja Häss, 47 jährige medizinische Fachangestellte und Ehrenamtliche in der Hospizarbeit und ihr Ehemann, der 51-jährige Gregor.
Die beiden lieben Kinder
Beide brauchten keinen großen Ansporn, den Initiativgedanken mitzutragen. Beide lieben Kinder.
Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Katja Häss: „Ich brenne für Kinder, wir möchten die Initiative gerne noch bekannter machen und suchen weitere Mitstreiter“. Mehrere Aktionen mit Unterstützung des rührigen und kreativen Bekanntenkreises und den 19 und 22 Jahre alten Kindern des Paares wurden gestartet.
Zweimal jährlich, zu Weihnachten und Ostern, präsentiert die Gruppe die Initiative beim Kuchenverkauf bei Rewe, oder beim „Markt der Hilfe“ im Oktober 2025 in Zell im Wiesental. Ebenfalls im November war man beim Adventsbasar in der Waldorfschule anwesend.
Sämtliche Einnahmen gehen an die Mensings, welche die Vereinskasse verwalten und auf Anfrage entsprechende Aktivitäten finanzieren. Die Eheleute Häss sagten: „Jede Spendeneinnahme kommt ohne Verwaltungsgebühren zu 100 Prozent da an, wo sie dringend gebraucht wird“.
Im „Star-Wars“-Kostüm unterwegs
Wichtig ist den Eheleuten, schwerkranken Kindern Freude zu bereiten. Viele Kinder lassen sich über die Figuren der Star Wars Serie begeistern, und so hat sich das Paar entsprechende Kostüme selbst genäht. Zuletzt wurde der Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser in Steinen bei der Weihnachtsfeier aufgesucht, im Gewand von Nikolaus, Miss Santa und den Elfen.
Vorher wurden Sachspenden für die Kinder gesammelt. Katja Häss sagte: „In unserer Bekanntschaft gibt es eine ältere Dame, die leidenschaftlich gerne Wolltiere häkelt“. Idealerweise sind die Tierfiguren bei den Kleinen auch sehr beliebt. Es seien allerdings keinerlei Geldspenden an die Kinder oder deren Familien vorgesehen.
Der erste persönliche Einsatz für ein schwerkrankes Kind, den dreijährigen Philian aus Hausen im Wiesental, ließ ab Mai 2025 nicht lange auf sich warten. Über die sozialen Medien erfuhr das engagierte Ehepaar von der lebensbedrohlichen Erkrankung des Kleinkindes, sofort nahm man Kontakt mit den Eltern auf.
Aktionen für Philian aus Hausen
Gregor Häss sagte: „Die Chemie stimmte auf Anhieb mit den Eltern und auch mit Philian“. Er litt an einem Gehirntumor und es war bekannt, daß er nur noch wenige Zeit zu leben hatte (unsere Zeitung berichtete damals). Gregor Häss sagte: „Für uns zählte nur Philians Spaß, um die Krankheit für kurze Zeit zur Seite zu schieben“.
Wie viele Kinder hatte der kleine aufgeweckte Junge großes Interesse an der Feuerwehr und der Polizei. Bei einem Ausflug bei der Feuerwehr in Höllstein hatte er einige Stunden großen Spaß und konnte seine Krankheit vergessen. Hier durfte er brennende Holzklötze löschen, einen Feuerwehrhelm anziehen und im Feuerwehrauto mitfahren.
Auch die Polizei in Schopfheim war aufgrund der Anregung von Gregor und Katja Häss sofort bereit, ihm die Polizei zu zeigen, er wurde sogar im Streifenwagen zur Exkursion zum Polizeirevier abgeholt. Das Allergrößte für ihn seien die Geschenke einer Feuerwehr- und Polizeimütze gewesen.
Auch andere Kostüme sind möglich
Ein ganz besonderer Spaß war der Blick von der Drehleiter bei der Feuerwehr Schopfheim, wo die Feuerwehrmitarbeiter alles mobilisieren, um den Kleinen aufblühen zu lassen.
Gregor Häss ist immer noch berührt und sagte: „Mit relativ wenig Aufwand konnte so ein großes Glück für Philian erreicht werden“. Philian habe damals immer stolz gesagt: „Philian ist tapferer Ritter und großer Kämpfer“.
Immer noch unterhalten die Eheleute Kontakt mit den Eltern von Philian.
Die Star-Wars-Kostümierung als imperialer Offizier, Prinzessin Lea und Senatorin Padme sei durchaus variabel und kann auch ausgetauscht werden für Kinder, die beispielsweise die Sesam-Straße lieben. Die Eheleute sagten unisono: „Kinder sind unsere Superhelden“.
Info: www.germanpinkforce.de, E-Mail: Kontakt@germanpinkforce.de