Seit 20 Jahren gibt es die Eichener Sonntagsmusiken, die sich unter den Freunden der Kammermusik in der Region als feste Größe etabliert haben.
Im Rahmen der Konzertreihe bekamen im Laufe der Jahre zahlreiche Musiker aus Schopfheim und Umgebung ein Podium, darunter auch Ceciel Strouken. Heute ist die Cellistin, die seit 28 Jahren in Eichen lebt, verantwortlich für die Planung der Konzerte und die gesamte Organisation: 2016 übernahm sie die Aufgabe, die sie bis heute mit großer Leidenschaft und vollem Einsatz verfolgt; dabei wird sie von ihrem Ehemann unterstützt.
Schwerpunkt Kammermusik
Strouken hat in ihrem Geburtsland, den Niederlanden, Cello studiert und sich in Deutschland, England und den USA weitergebildet. In der Kammermusik ist die Cellistin zu Hause. Daher war es ihr von Beginn an ein Anliegen, diese Musik für eine kleinere Besetzung nach Schopfheim zu holen, schildert sie im Gespräch mit unserer Zeitung. In diesem Sinne ist es ihr ein Anliegen, jedes Jahr sechs qualitativ hochwertige Konzerte in die kleine Eichener Kirche zu holen, der die 64-jährige Musikerin eine „sehr gute Akustik“ attestiert.
Besondere Atmosphäre
Bei der Suche nach passenden Formationen sind die guten Kontakte zu zahlreichen Musikerkollegen hilfreich, die sie sich im Laufe der Jahre aufgebaut hat. Dabei legt sie großen Wert darauf, dass die Gastmusiker alle einen Bezug zur Region haben. „Es gibt viele begabte Kollegen rund um Schopfheim“, sagt Strouken. „Die Musiker kommen sehr gerne, da mittlerweile bekannt ist, dass die Atmosphäre in Eichen sehr schön ist“, fügt sie hinzu.
Sponsoren und Spenden
Die Honorare für die Künstler stammen alle aus Sponsorengeldern und den Hutspenden am Ausgang. Die Suche nach Sponsoren nahm Strouken selbst in die Hand und verbrachte viel Zeit damit, Geschäftsleute aus Schopfheim und der Umgebung anzusprechen und von dem Projekt zu überzeugen. Auch hier setzte sie auf die Bindung zur Region.
Treues Stammpublikum
Träger der Sonntagsmusiken ist die Evangelische Kirche in Schopfheim und ein Förderverein. 2005 rief der damalige Pfarrer Matthias Weber die Institution ins Leben. Danach übernahmen Eva und Thomas Schindelin die Organisation, ehe Strouken sie 2016 in die Hände nahm. Seit 2005 konnten die Sonntagsmusiken jedes Jahr – auch während der Pandemie – stattfinden.
Zwischen 80 und 100 Besucher kämen pro Konzert, erzählt Strouken. Hauptsächlich handle es sich dabei um „Stammpublikum“. Viele seien schon etwas älter, aber in den letzten Jahren seien immer mehr jüngere Zuhörer dazugekommen. Ein Grund dafür könnten auch die Familienkonzerte sein, die Strouken jedes Jahr mit im Programm führt: Konzertbearbeitungen klassischer Werke, die vor allem Kinder ansprechen sollen. Dabei, so betont die Musikerin, seien auch alle anderen Konzerte auch für die Kleinen geeignet und viele Kinder erlebten die besondere Atmosphäre eines Konzerts gerne. Sie selbst unterrichtet zu Hause junge ebenso wie erwachsene Schüler und blickt auf jahrzehntelange Erfahrung zurück.
Highlights im Jubiläumsjahr
Für das Jubiläumsjahr hat sich Strouken ein besonderes Projekt überlegt. Sie hat Auszüge der Musik zum weltberühmten Ballett „Schwanensee“ von Tschaikowski für Cello und Klavier arrangiert. Während des Konzerts will sie im Wechsel mit der Musik Textauszüge vorlesen, damit die Geschichte für Kinder verständlich wird. Ihr Sohn Joris zeigt Bilder zu dem Märchen von der Prinzessin, die von einem bösen Zauberer in einen schönen Schwan verwandelt wird.
Jedes der Konzerte im Jubiläumsjahr hat einen Bezug zu der Zahl 20. Sie sei immer darum bemüht, den Konzerten einen sinnigen Hintergrund zu geben – oder einen „roten Faden“, wie sie es nennt –, um den Reihen-Charakter zu betonen und sie interessant zu gestalten. In diesem Jahr dürfen sich die Freunde der Eichener Sonntagsmusiken gleich auf neun Konzerte anstelle der sonst üblichen sechs freuen.
Die Konzerte beginnen jeweils um 17 Uhr und dauern eine Stunde. Danach sind die Besucher eingeladen, sich bei Getränken und Häppchen mit den Künstlern auszutauschen.
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12. Januar
Trio Backer: Ensemble aus den Niederlanden, bestehend aus den Geschwistern Julius Backer (21, Klavier), Paulien Backer (23, Klarinette) und Vera Backer (20, Geige) mit Stücken aus 300 Jahren, quer durch die Epochen von der Klassik über die Romantik bis zur Moderne
23. Februar
„Tri di Celli“ mit Monica Forster Correa, Michael Bongartz und Ceciel Strouken, mit 20 Variationen über Vivaldis „La Follia“
16. März
Streichquartett mit Musikern aus der Region, mit u. a. den „Sonnenquartetten“ von Haydn
6. April
„Tri-Rhena: Trio mit drei Klarinetten, Werke u. a. von Beethoven, Gast ist Cellistin Ceciel Strouken
18. Mai
Jaqueline Forster, Ralf Ernst (Bassbariton), Ceciel Strouken (Cello) und Michael Herrmann (Truhenorgel) mit Arien aus Kantaten Johann Sebastian Bachs
6. Juli
Trio da Capo: Streichertrio mit Werken u.a. von Beethoven und Haydn
21. September
St. Michaels-Consort Schopfheim: „Telemann pur“ mit Werken des Barockmeisters
19. Oktober
Familienkonzert mit einer Bearbeitung von Auszügen aus Peter Tschaikowskis „Schwanensee“ für Klavier und Cello, mit Lesung und visuellen Eindrücken
23. November
Streichquartett mit einer Bearbeitung von 20 Goldberg-Variationen