Wilhelm Hahn (links) und Frank Bonath sprechen via Video-Telefonanruf über aktuelle Belange der mittelständischen Industrie im Schwarzwald-Baar-Kreis. Foto: Wiha Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Wilhelm Hahn diskutiert mit Landtagswahl-Kandidaten / Passende Rahmenbedingungen gefragt

Schonach. Der Handwerkzeughersteller Wiha ist mit drei Unternehmensstandorten in Schonach, St. Georgen und Mönchweiler sozusagen gleich drei Mal "mittendrin statt nur dabei" im wirtschaftlichen Geschehen des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Der geschäftsführende Gesellschafter Wilhelm Hahn nahm daher gerne die Einladungen zu telefonischen Austausch-Gesprächen der Landtagswahl-Kandidaten Raphael Rabe, CDU, und Frank Bonath, FDP, an. Dabei sollten die Anliegen der Industrie beziehungsweise mittelständischen Unternehmen thematisiert werden – in Zeiten von Corona aber genauso auch danach.

Unternehmen ist finanziell solide aufgestellt

Mit Frank Bonath, Geschäftsführer der Längsseits AG und Kandidat der FDP für den Wahlkreis VS, sprach Hahn zuletzt Ende Januar per Video-Anruf. Eine virtuelle Firmenvorstellung und Unternehmensführung von Wiha war bei beiden Gesprächen als Auftakt selbstverständlich für den Geschäftsführer.

"Mir ist es wichtig zu vermitteln, an welchem Punkt sich Wiha, stellvertretend vielleicht für ganz viele mittelständische Unternehmen im Schwarzwald-Baar-Kreis, momentan sieht. Bis 2019 befand sich unser Unternehmen auf einem konstant ambitionierten Wachstumskurs. Dann kam Corona, und die Rahmenbedingungen haben sich für uns maßgeblich geändert", erläuterte Hahn im ­weiteren Gesprächsverlauf seinem Gegenüber. Die ­Auswirkungen der Pandemie sehen die beiden Gesprächspartner für die Industrie im Ganzen, ob deutschlandweit, für Baden-Württemberg oder schließlich für den Schwarzwald-Baar-Kreis im Speziellen, als sehr vielschichtig und herausfordernd für alle Beteiligten.

Für Wiha skizziert Hahn ein recht optimistisches Bild. Durch Heranziehen von bewährten Instrumenten, wie der Kurzarbeit, sei man bisher trotz allem glimpflich durch die letzte Zeit gekommen, wie er erklärt. Finanziell sei Wiha so solide aufgestellt, dass man dem strengen Gegenwind gut standhalten könne. Außerdem habe man das vergangene Jahr dafür genutzt, das Unternehmen weiter für die digitale Zukunft zu rüsten und an der Unternehmensstrategie zu arbeiten. Den Schub, den die Digitalisierung im Zuge der Corona-Pandemie erlebt hat, nahm sein Unternehmen voll mit. "Die weltweite digitale Vernetzung unserer Organisation, das schnelle Umstellen auf mobiles Arbeiten und vieles mehr ging sicher rasanter voran, als es ohne die notwendige Geschwindigkeit durch Corona passiert wäre. Aber dennoch müssen wir alle jeden Tag die Ärmel hochkrempeln und das Beste aus der aktuellen Lage herausholen, kreativ bleiben und schnell auf Veränderungen reagieren."

Nachhaltigkeit rückt zunehmend in den Fokus

Mittelfristig macht sich Wilhelm Hahn jedoch Gedanken um den möglichen Strukturwandel im Kreis. Ein großer Teil der regionalen Industrie sei teils mehr, teils weniger von der weiteren Entwicklung und Veränderung des Automobil-Sektors abhängig. Das Thema Nachhaltigkeit rücke zum Beispiel mehr und mehr in den Fokus. Er sehe dabei von Seiten der Industrie eine klare Notwendigkeit von Technologieoffenheit und Innovationsdenken für Antriebstechnologien und Energieversorgung. "Geeignete Lösungen zu finden und sich in der eigenen Forschung und Entwicklung agil auf neue Themen einzustellen, das sind die Hausaufgaben der Industrie", betont Hahn.

Die der Politik sieht er wieder mehr bei deren klassischen Aufgaben: "Ich würde mir wünschen, dass sich unsere Vertreter im Land- und Bundestag wieder mehr auf die politischen Schwerpunkt-Themen konzentrieren wie Bildungsförderung, den Infrastrukturausbau – auch digital, sowie die Förderung von ­Forschung und Entwicklung. Eine starke Industrie und Wirtschaft kann schließlich nur wachsen und ihr ­Potenzial entfalten, wenn nachhaltig und langfristig auch die passenden Rahmenbedingungen in der Region gegeben sind."

Gemeinsam in die industrielle Zukunft

Mit einem symbolischen "Daumen hoch" von beiden Seiten des Bildschirms beendeten Bonath und Hahn ihr Austausch-Gespräch und zeigten sich damit optimistisch, was die industrielle Zukunft im Ländle angeht, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

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