Pfarrer Andreas Treuer (Mitte) zelebriert das Abendmahl zusammen mit Klaus-Dieter Sembach (links) und seinem evangelischen Kollegen Markus Ockert. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Ihr 750-jähriges Bestehen feiern die Kommunen Schonach und Schönwald 2025 – und mit ihnen auch die katholischen Kirchengemeinden. Nun fand der Auftakt im Rahmen eines ökumenischen Gottesdiensts in der Kirche St. Antonius statt.

Vor 750 Jahren wurden Schonach und Schönwald erstmals urkundlich erwähnt – wobei man davon ausgeht, dass die erste Besiedlung schon deutlich früher geschah. Die beiden Gemeinden feiern dieses bedeutsame Jubiläum gemeinsam, aber auch mit getrennten Veranstaltungen.

 

Im Dezember beschloss man im Pfarrgemeinderat „Maria in der Tanne“, sich dem Jubiläum anzuschließen, da ja auch der christliche Glaube damals mit in die Höhen des Schwarzwalds gekommen sei. Ausdrücklich schloss man in diese Jubiläumsveranstaltungen auch die evangelischen Geschwister mit ein. Vor allem für die kirchliche Auftaktveranstaltung fiel der Beschluss recht kurzfristig, was die Planung – vor allem für Pfarrer Markus Ockert – nicht vereinfachte. Schließlich hat er neben seinen drei raumschaftlichen Pfarrbezirken auch noch das obere Bregtal zu bedienen.

Dennoch konnte Ockert nun die Messe zum Auftakt der kirchlichen Aktivitäten mitgestalten, wobei er nicht nur gemeinsam mit Diakon Klaus-Dieter Sembach als Konzelebrant neben Pfarrer Andreas Treuer in der Schönwälder St.-Antonius-Kirche auftrat.

Biblische Parallelen zur Besiedelung

Vielmehr fiel ihm auch die Aufgabe zu, die Lesung aus Josua 3, 13 – in dieser Passage teilt Josua im Auftrag des Herrn den Jordan, um die Bundeslade und das Volk Israel trockenen Fußes ins gelobte Land führen zu können – sowie den Predigttext, der die Taufe Jesu schildert, in Einklang mit dem Jubiläum zu bringen.

Dieser Spagat gelang ihm gut. „Die Bibel spricht nicht nur in Tatsachen zu uns, sondern auch in einer bildhaften Sprache mit einem tiefen Sinn“, vermittelte er den anwesenden Christen. Er legte dabei den Fokus auf das Betreten des gelobten Landes. Das hätten auch die ersten Christen in den beiden Gemeinden erlebt: Sie kamen festen Fußes, um die Wälder zu roden und das Land urbar zu machen – ein hartes Leben.

Kleine Feier nach Gottesdienst

Dabei bezog Ockert viele seiner Aussagen auf das Heimatbuch von Richard Dorer aus dem Jahr 1948. Dieser ging davon aus, dass die beiden Dörfer im zwölften Jahrhundert gemeinsam durch Ritter aus Triberg und dem Kloster St. Georgen gegründet wurden und lange Zeit nur aus Bauernhöfen als Lehensträgern bestanden.

Nach der Messe lud der Pfarrgemeinderat zu einer kleinen Feier mit Speisen und Heißgetränken ein. In Anlehnung an das Agape-Liebesmahl zur Osternacht segnete Pfarrer Treuer die Speisen und Getränke, bevor die Gemeinde sie genoss.