Arnold Kuner zeigt historische Dokumente sowie kleine Schätze seiner Hobbys / "Museum" im Dachgeschoss

Von Niklas Fehrenbach

 

Schonach. Im Rahmen des Bildungswerkprogramms konnten einige Besucher die vielfältige Sammlung des Schonachers Arnold Kuners bewundern. Seine privaten Raritäten reichen von historischen Dokumenten bis zu kleinen Schätzen bezüglich seiner Hobbys. Jedes Stück erzählt dabei seine eigene Geschichte.

Sichtlich erfreut begrüßte Kuner die Gäste in seinem Haus in der Ginsterstraße. "In meiner Wohnung ist mir der Platz ausgegangen, deshalb habe ich im Dachgeschoss das kleine Museum eingerichtet", berichtete der Sammler. Dort war es ihm besonders darum gegangen, die Errungenschaften ohne viel Aufwand zu präsentieren, sodass sie beispielsweise in kreativer Weise an Ketten von der Decke hängen.

"Über eBay habe ich viele der Dinge ergattert und so wurde aus der Beschäftigung fast eine Sucht", fügte Kuner hinzu.

Zunächst staunten alle Anwesenden über die 1300 Postkarten aus Schonach, die bis ins Jahr 1892 zurückreichen und chronologisch in kleine Alben geordnet wurden. Später wurden alle Sammelbücher von den Interessierten ausgiebig durchgeblättert, doch bereits zuvor hatte der Experte sie auf eine "Wirtschaftstour" begleitet: In einem Album fand sich von allen ehemaligen und noch bestehenden Gaststätten eine Postkarte, die man gemeinsam betrachtete. "Interessant ist auch immer wieder, was auf der Rückseite steht", schmunzelte Kuner und hörte sich auch gerne die Erlebnisse der Personen an, deren Erinnerungen prompt geweckt wurden.

Darüber hinaus erinnerten weitere Gegenstände an die Geschichte Schonachs: So fanden sich ein kleiner Strohhut der Fabrik Sauter oder auch das Türschild des Bürgermeisters sowie Zeiterfassungskarten aus dem abgerissenen Rathaus in der Kollektion.

Stolz präsentierte der Besitzer auch Originalpläne der ehemals gewünschten Bahnstrecke Triberg-Schonach und eine Speisekarte aus dem Hotel Lamm von 1936. Eine Zeitung des Schwarzwälder Boten vom 30. März 1888 und ein Originalbuch des Films "Viehjud Levi" verbanden ebenfalls ältere und jüngere Vergangenheit des Skidorfes. Natürlich durften einige Exemplare des "Wastl"-Comics, in dem Schonach als Spielort fungierte, auch nicht fehlen.

Zudem zeugten ein Stimmzettel zum Volksentscheid für ein eigenständiges Baden, ein Milliardenmarkschein aus der Zeit der Inflation und ein Stück der Berliner Mauer von der Geschichte Deutschlands.

Arnold Kuner selbst war für kurze Zeit als waschechter Schonacher ein DDR-Bürger gewesen, was er mit einem Dokument bezeugen konnte. Neben dieser Bescheinigung fanden sich eine ganze Reihe persönlicher Erinnerungen, wie ehemalige Ausweise, unter den Unikaten. In einem angrenzenden Zimmer hatte er zudem eine Art Ahnengalerie eingerichtet, in der man seine Vorfahren auf Bildern betrachten und in der Familie hergestellte Uhren bestaunen konnte.

Ein Plätzchen im "Museum" finden auch seine vielen verschiedenen Hobbys: Musik sei sein Leben, bestätigte der Tonkünstler und so konnte man seine Instrumente, Plakate und Souvenirs zugleich als Archiv des Musikvereins Schonach bezeichnen. Auch die Raumfahrt und Achterbahnen haben es dem Schonacher angetan.

Trotz dieser Vielfalt an Gegenständen, die er zweieinhalb Jahre lang eingerichtet hatte, konnte er sein Lieblingsstück benennen. Es handelt sich hierbei um eine Fahne des Fortbildungsvereins, der zur Begeisterung der Organisatoren als Vorgänger des heutigen Bildungswerkes gesehen werden kann. Am Ende wies Kuner nochmals darauf hin, dass die Sammlung öffentlich sei und sie nach einer kurzen Vereinbarung jeder ausgiebig betrachten dürfe.