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Schonach Prüfungen starten in einer besonderen Zeit

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Unterricht mit Abstand in Corona-Zeiten: Schüler der zehnten Klasse der Werkrealschule Schonach bereiten sich auf ihre am Mittwoch beginnenden Abschlussprüfungen im Musiksaal vor. Foto: Dom-Clemente-Schule Foto: Schwarzwälder Bote

Die Abschlussprüfungen stehen in dieser Woche auch für die 16 Zehntklässler der Werkrealschule Schonach an. Sie starten am Mittwoch, 20. Mai, mit dem Fach Deutsch und gehen am 25. Mai mit Mathematik und am 27. Mai mit Englisch weiter.

Schonach. Die schriftlichen Prüfungen finden dieses Jahr im Musiksaal der Dom-Clemente-Schule statt – in Corona-Zeiten selbstredend unter Einhaltung der vorgegebenen Hygiene- und Abstandsvorschriften.

Schwierige Wochen

Die vergangenen Wochen waren für alle Beteiligten der Dom-Clemente-Schule Schonach sehr schwierig: Lehrer, Schüler und Eltern. Letztere mussten auf einmal Job und Kinder unter einen Hut bringen: im Homeoffice arbeiten und gleichzeitig die Kinder bei den Schulaufgaben unterstützen.

"Irgendwie haben alle gute Möglichkeiten gefunden", resümiert Sabine Emde gegenüber dem Schwarzwälder Boten. "Die Ideen gehen den Eltern aber bestimmt so langsam aus", meint die Schulleiterin. "Wir in der Schule mussten auf einmal Homeschooling betreiben, was sich ebenfalls als herausfordernd dargestellt hat. Mittlerweile haben wir uns aber in die neue Art des Unterrichtens eingearbeitet."

Emde schreibt in ihrem jüngsten Elternbrief: "Uns ist bewusst, dass dieses Schuljahr für Ihre Kinder ein ganz außergewöhnliches ist. Gedanken wie ›Schaffe ich dieses Schuljahr? Habe ich zu viel versäumt? Was passiert, wenn ich nicht alle Aufgaben geschafft habe? Muss ich die Klasse wiederholen?‹ werden ihre Kinder sich stellen."

All diese Sorgen sind den Lehrern laut Emde sehr bewusst. "Die Eltern können sich sicher sein, dass wir unsere Schüler dort abholen werden, wo sie beim Wiedereinstieg sind. Das Wiederholen einer Klasse wird sicher aufgrund der Schulschließungen nicht nötig sein", beruhigt Emde.

Die Schulleiterin weiter: "Die Werkrealschüler mussten wir auf die Prüfung vorbereiten, was uns glaube ich recht gut gelungen ist. Ab dieser Woche geht es mit den Prüfungen der Zehnt-Klässler los. Direkt nach den Pfingstferien sind die Neuntklässler dran." Ihre Prüfungen beginnen am 16. Juni ebenfalls mit dem Fach Deutsch. Die Prüfungsklassen werden seit dem 4. Mai täglich in Mathe, Deutsch und Englisch auf die schriftlichen Prüfungen vorbereitet.

Viertklässler kommen

"Ab dieser Woche kommen die Viertklässler hinzu", informiert Emde weiter. "Ebenfalls seit dem 4. Mai haben wir zwei Notbetreuungsgruppen in der Schule. Hierzu musste ein Hygienekonzept erstellt werden. Um die 1,50 Meter Abstand zu gewährleisten, müssen alle Klassen geteilt werden. Das bedeutet: Es werden mehr Lehrer pro Klasse benötigt."

Ausgeweitete Aufsichten

Die Aufsichten müssen ausgeweitet werden, auch dafür werden die Lehrer eingesetzt. Ab 7.30 Uhr sitzen die unterrichtenden Lehrer in ihren Klassenzimmern, um die Schüler in Empfang zu nehmen und auf die Hygienevorschriften zu achten. "Wir alle möchten nicht, dass sich das Virus wieder ausbreitet. Je mehr Schülergruppen nun in die Schule kommen dürfen, desto größer wird der organisatorische Aufwand. Wir alle an der Dom-Clemente-Schule versuchen, unsere Schüler möglichst viele Stunden in der Präsenzwoche in der Schule zu halten. Wir wissen, wie wichtig das für die Kinder ist. Dies wird aber leider nur in einem Schichtbetrieb funktionieren. Wie dieser aussehen wird, werden wir den Eltern mitteilen, wenn wir sichere Rechtsvorgaben des Ministeriums haben", erklärt Emde.

Momentan ist geplant, die Klassen im 14-tägigen Wechsel an der Schule zu unterrichten. Wie das funktioniert, wird den einzelnen Schulen überlassen. "Wir haben über das Kreismedienzentrum eine stabile, datenschutzkonforme Cloudlösung gefunden, die wir mittlerweile rege nutzen. Für diejenigen, die keinen Internetzugang, beziehungsweise PC oder Drucker haben, wurden in der Schule ausgedruckte Arbeitsblätter in entsprechenden Fächern im Eingangsbereich deponiert. Auch postalisch wurden Aufgaben verschickt und verteilt", so Emde.

Kontakt zu Eltern

"Wir haben also versucht, über alle möglichen Kanäle unsere Schüler zu erreichen. Viele Druckerpatronen gingen leer und woher neue bekommen? Wir wissen von den Problemen der Eltern", zeigt die Schulleiterin Verständnis. Wie sie zudem berichtet, gab es mit den Klassenlehrern regelmäßigen telefonischen Austausch mit Schülern und Eltern. Links zu sportlichen Aktivitäten wurden ebenfalls verschickt beziehungsweise auf der Homepage veröffentlicht.

Kleine Lehrfilme

"Aktuell erstellen einige Lehrer kleine Lehrfilme, die über die Cloud oder E-Mail verschickt werden. Auch das mussten sich die meisten von uns neu aneignen. "Fortbildungen, die wir auf diesem Gebiet geplant hatten, entfallen gerade alle", verrät Emde weiter und ergänzt: "Wir wurden auch in der Umsetzung unseres Medienentwicklungsplans von Corona gestoppt. Am Freitag nach der Schulschließung sollte eine Sitzung mit Rathaus, Schule und Kreismedienzentrum (KMZ) stattfinden. Dieser Termin musste leider verschoben werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben wir grünes Licht bekommen, die erforderlichen digitalen Devices zu beantragen."

Neue Unterrichtsform

Nun werde der Plan fertiggestellt, mit dem KMZ besprochen und dann von der Gemeinde eingereicht. Emde hegt die Hoffnung, dass man im neuen Schuljahr dann hoffentlich mit allen Schülern einübe, auch digital von zu Hause am Unterricht teilzunehmen. Es sei ja zu befürchten, dass diese Art von Unterricht alle noch länger verfolgen werde. Weiterhin müsse man mit Schülern planen, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, weil sie im Elternhaus mit Risikopersonen zusammenleben beziehungsweise selber zur Risikogruppe gehören.

"Solch eine Krise hat noch keiner von uns erlebt. Niemand weiß, was nun richtig oder falsch ist", reflektiert Emde. Wie immer gebe es unterschiedliche Sichtweisen – doch wer wolle schuld daran sein, wenn das Gesundheitssystem zusammenbricht? "Wir müssen weiterhin zusammenhalten und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen", appelliert Emde. "Wir an der Schule geben unser Bestes – wie die Eltern zu Hause auch. Hoffen wir, dass sich die Situation weiterhin entschärft und alle gesund bleiben."

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