Unternehmen: Hohe Schuldenlast und fehlende Umsätze führen zu Schieflage / Geschäfte bleiben geöffnet
Von Marc Eich und Christel Börsig-Kienzler
Erst 2014 vollzogen sie den "Umbau in die neue Unternehmer-Generation", noch ist unklar, wie es mit dem Schonacher Traditionsunternehmen künftig weiter geht: Die Mode-Kaltenbach GmbH & Co. KG hat einen Insolvenzantrag gestellt.
Schonach. Diese Nachricht wird den Ort schocken: Das traditionsreiche Schonacher Modeunternehmen Kaltenbach ist zahlungsunfähig. Das bestätigte Geschäftsführer Herbert Kaltenbach gestern auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung. Am vergangenen Dienstag habe man deshalb beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen schweren Herzens einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens am Amtsgericht Villingen-Schwenningen gestellt.
Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Stefano Buck von der Rechtsanwaltsgesellschaft Schultze & Braun in Achern.
Klar ist derzeit, dass die vier Modegeschäfte auch nach dem Insolvenzantrag bis auf Weiteres unverändert geöffnet bleiben. "Die Kunden werden in den Geschäften von dem vorläufigen Insolvenzverfahren eigentlich nichts mitbekommen. Es gibt keine Einschränkungen im Service, bei den Öffnungszeiten oder bei der Auswahl an Mode. Der Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter", erklärt Buck.
Die 24 Mitarbeiter sollen laut seinen Angaben bis einschließlich Mai über das Insolvenzgeld abgesichert werden. Entsprechende Verhandlungen mit der Bundesagentur für Arbeit hat Buck bereits aufgenommen. Wie es danach weiter geht, ist derzeit offenbar noch unklar.
Der Insolvenzverwalter zeigt sich aber optimistisch: "Ich bin zuversichtlich, dass eine Sanierung bei Mode Kaltenbach gelingen kann. Das Unternehmen könnte der Jahresplanung zufolge in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen gelangen."
Als Ursachen der Insolvenz nannte Buck eine hohe Schuldenlast aus der Vergangenheit sowie fehlende Umsätze aufgrund des zu warmen Herbstes und Winters. Nun seien auch diejenigen Kunden gefordert, "die vor allem in Schonach und Donaueschingen ein aktuelles Modehaus auch weiterhin in ihrem Ort sehen möchten."
Der vorläufige Insolvenzverwalter verschafft sich derzeit nach Angaben der Kanzlei einen genauen Überblick über die wirtschaftliche Situation der Modehäuser und prüft Sanierungsoptionen.
Seitens des Unternehmens verwies man gestern lediglich auf die Mitteilungen des Insolvenzverwalters. Man sei derzeit in den Verhandlungen und könne erst Anfang nächster Woche weitere Ausführungen machen.
Die Anfänge des renommierten Schoncher Familienunternehmens reichen bis zur Bauernschneiderei im Jahre 1790 zurück. Gegründet wurde das "Haus der Mode" 1957 von Urban Kaltenbach. Sein Sohn Herbert führte es mit seiner Frau zusammen erfolgreich weiter und brachte es auf den heutigen Stand. 1991 kam das Geschäft in Donaueschingen dazu, 2005 das in Villingen sowie 2006 das Herrengeschäft in Schonach.
Das Unternehmen wird derzeit in der achten Generation geführt. Zum Jahresbeginn 2014 zog sich Geschäftsführer Herbert Kaltenbach zurück und übergab zusammen mit seiner Frau Annegret die Führung des Unternehmens an die Söhne Oliver und Axel. Beide arbeiten schon seit langem in dem Modeunternehmen und stellten den Filialisten im Zuge des Unternehmenumbaus neu an.
Unter anderem wurden alle Häuser in Schonach, Villingen und Donaueschingen mit einheitlichem Logo und Namen ausgestattet. Statt "Haus der Mode" und "Outfit" heißen sie seit April 2014 "Kaltenbach – Mode und Emotion".