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Schonach Klimaneutralität bis 2050

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Foto: Bolkart Foto: Schwarzwälder Bote

In der vorigen Gemeinderatssitzung hatte das Gremium beschlossen, sich intensiv mit dem Klimaschutz zu befassen. Dazu wollte man sich professionelle Beratung holen. In der jüngsten Sitzung war nun Tobias Bacher von der Energieagentur Tuttlingen in Schonach zu Gast.

Schonach. Bürgermeister Jörg Frey freute sich, dass der Termin im Gemeinderat so schnell zustande kam. Bacher stellte sich kurz vor. Die Energieagentur habe ihren Sitz in Tuttlingen, sei aber auch in Donaueschingen mit einem Büro vertreten. Dann kam er zum eigentlichen Thema, dem Klimaschutz. Dieser gehe jeden an. Die Temperaturen erhöhen sich merklich, was vornehmlich an den CO2-Emissionen läge. Zwar gab es schon immer Schwankungen was den CO2-Gehalt in der Atmosphäre anbelange, dieser sei aber vor allem in den letzten 50 Jahren immens gewesen. "Wir als Agentur zeigen Ihnen, was Sie als Kommune tun können", erklärte er. Denn gerade die Kommunen sollten als Vorbild auftreten, den Bürgern zeigen, was möglich ist und diese so zur Nachahmung animieren.

Eine Senkung des Energiebedarfes sei in allen Sparten unbedingt nötig: Mobilität, Bauen und Wohnen, Konsum und Wirtschaft. Gehe die Kommune hier voraus, können sich daraus auch etliche Vorteile ergeben: Image-Gewinn, lokale Wertschöpfung, ja auch Kosteneinsparungen. Die Agentur könne hier ihre Hilfe anbieten durch Coaching, Fokusberatungen aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.

Rat sieht Blick durch die Brille der Fachleute positiv

Schonach, so beteuerte er, habe ja schon einiges getan, könne hier aber noch besser werden. Etwa durch kommunales Energiemanagement – das wohl ab dem Jahr 2021 sowieso zur Pflicht werden wird.

Bacher bot der Gemeinde auch eine Fokusberatung und Beratung zum Kommunalen Energiemanagement an. Diese beinhalte 20 Beratertage, in denen der Ist-Zustand aufgenommen wird und Projekte für die Zukunft geplant werden. Die Kosten seien, so Bacher, übrigens zu 65 Prozent zuschussfähig.

Bürgermeister Frey dankte Bacher und bezeichnete die Energieagentur, deren Mitgesellschafter auch der Schwarzwald-Baar-Kreis ist, als kompetenten Partner. Er schlug dem Gremium vor, zuerst einmal die Beratungen in Sachen kommunales Energiemanagement für fünf Tage in Anspruch zu nehmen und das möglichst noch 2020. Die Fokus-Beratungen sollten dann im kommenden Jahr durchgeführt werden. An Kosten würden rund 16 700 Euro anfallen, rund 65 Prozent circa 11 000 Euro könnten als Förderung fließen.

Silke Burger (CDU) stellte fest, dass sich das alles attraktiv anhöre. Sie plädierte aber dafür, dass man zuerst einmal das Energiemanagement buchen und dann weitersehen sollte. "Wir sollten hier Schritt für Schritt gehen." Petra Hettich (FWV) war ebenfalls der Meinung, man sollte die Startberatung auf jeden Fall in Anspruch nehmen.

Gerhard Kienzler (OGL) holte etwas weiter aus: Er war ebenfalls der Meinung, dass man die ersten fünf Tage bald möglichst buchen sollte, dann aber auch zeitnah die Fokusberatung. Die Kosten, so zeigte er sich sicher, würden sich auf jeden Fall amortisieren. Weiterhin sollte man sich aber auch Ziele setzen, an denen man sich messen lassen müsste. Das Thema Klimaschutz sollte sich künftig in allen Entscheidungen wiederfinden. "Ich plädiere dafür, dass wir strukturiert vorgehen, zeitnah arbeiten und Ziele setzen, dann erreichen wir auch was."

Frey merkte an, dass man ja auch schon ohne große Beratungen an den Klimaschutz gedacht habe und führte hier vor allem den Bau des Rathauses mit seiner Erdwärmeheizung an. Kienzler entgegnete, dass er das sicherlich nicht in Frage stelle, er sehe die nun anstehende Entscheidung eher für die Zukunft. Herbert Rombach (CDU) ist überzeugt, man bräuchte überhaupt keine Beratungen. "Das wird uns meiner Meinung nach nicht viel bringen."

Bacher merkte an, dass ab 2050 die Gebäude der Kommunen Klimaneutral sein müssten. "Das heißt also, Sie müssen das jetzt schon anfangen zu planen." Und eben die Fokusberatung würde den Bogen weiterspannen als nur zu aktuellen Projekten.

Start mit Fokusberatung so schnell wie möglich

Bürgermeister Jörg Frey schlug vor, die Beratungen Kommunales Energiemanagement sofort in Angriff zu nehmen. Die Fokusberatungen sollen in die Haushaltsberatungen 2021 einfließen, dort könne der Gemeinderat final entscheiden. Bei der Gegenstimme Herbert Rombachs stimmte der Rat für den Vorschlag.

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