Der schlagfertige Schonacher Bürgermeister lässt sich vom Narrenboss Jonny Kienzler nicht ohne verbale Gegenwehr entmachten. Doch jetzt haben die Narren im Ort das Sagen. Foto: Schwarzwälder-Bote

Kinderumzug: Bunter Gaudiwurm schlängelt sich durch die Straßen / Hästräger wollen viel bewegen

Von Claudius Eberl

Ein tolles Bild bot der Kinderumzug in Schonach. Und das, obwohl die äußeren Bedienungen alles andere als toll waren – es schneite und stürmte gestern Nachmittag.

Schonach. Mit den Maskenträgern, Zunfthexen und Narrenpolizisten vornweg machte sich der Umzug vom Narrenbrunnen am Rathaus auf den Weg ums Dorf.

Am "Rebstock" wurden die Teilnehmer und auch einige Zuschauer von den Narrenräten Martin Schmidt und Robin Kienzler begrüßt. Musikalisch begleitet wurde der Umzug von der Kurkapelle Schonach, in diesem Jahr als Minions verkleidet.

Mit dem Motto "im Zauberwald ist was los" führte die große Schar des Kindergartens und des Mutter-Kind-Turnens den Reigen der kleinen Narren an.

Die Klassen eins bis vier folgten als bunte Schoko-Linsen in verschiedenen Farben. Und die hatten natürlich auch die Original-Süßigkeiten dabei, die sie munter am Straßenrand verteilten. Die Klassen fünf und sechs waren als Farbkleckse verkleidet, als "Black Forest Drummers" schloss die Klasse zehn den Umzug ab.

Wegen des üblen Wetters mit heftigem Scheetreiben und Windböen ließen sich die Umzugsteilnehmer nicht viel Zeit. Schnell zog man zum Rathaus, um dort Gemeindeoberhaupt Jörg Frey den Rathausschlüssel abzunehmen.

Ozumei Jonny Kienzler nahm das stürmische Wetter mit Humor: "Der Bürgermeister wär’ froh, wenn’s an seinen Festen mal so schneien würde." Er solle sich aber hüten, künftig seine Winterveranstaltung, den Schwarzwaldpokal, auf die Fasnet zu verlegen.

Bürgermeister Frey konterte lachend: Er habe von Ministerpräsident Kretschmann telefonisch erfahren, dass man dem Ozumei bei seinem Besuch in Stuttgart am Mittwoch einen großen Scheck für die geplante Kurgarten-Umgestaltung mitgeben würde. Allerdings kam die Narrenzunft ohne Geld nach Hause. Denn der Ozumei hatte doch tatsächlich seinen Wedel vergessen, "und ohne Wedel gibts kein Geld, sagte der Ministerpräsident".

Ohne große Probleme gab dann Frey den symbolischen Schlüssel zum Rathaus her. Kienzler bedankte sich für die widerstandslose Übergabe und versprach dem abgesetzten Bürgermeister, dass man in den kommenden sechs Tagen so einiges bewegen würde. Und auch ein Dank für die Umzugsteilnehmer gab es, die laut Kienzler ein tolles Bild abgaben und am Ende mit dem wohlverdienten Narrenfutter belohnt wurden.

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