Meist in Dirndl oder Lederhose erlebten alte und junge Besucher den Dorfrock. Foto: Kommert

Dorfrocker heizen im Haus des Gastes ein und machen Lust auf Party. Verzicht auf harte Drinks zahlt sich aus.

Schonach - "Wir rocken jeden", behauptet die oberfränkische Band Dorfrocker von sich. 800 Fans im Haus des Gastes in Schonach bestätigten diesen Eindruck am Samstag. Mit ungeheurem Drive ausgestattet, sind die Dorfrocker Stimmungsmacher nicht nur für die Jugend.

Es wäre vielen in der voll besetzten Halle wohl schwer gefallen, auf eine Toilette zu kommen, wenn es dringend geworden wäre. Zu groß war das Gedränge. Hätte man den jungen Männern und Frauen noch vor zwei oder drei Jahren erklärt, sie müssten in Dirndl oder Lederhose zu einem Fest kommen, die allermeisten von ihnen hätten wohl den Vogel gezeigt. Heute ist das voll chic und so trug die überwiegende Menge diese "Tracht".

Die Band mit Philipp, Tobias und Markus Thomann, verstärkt durch Didi und Kevin, zeigte von Beginn an, was sie draufhat. Sicher keine stimmungsvollen Balladen, sondern eher "Ballermann-Mucke", das, was man auf Partys zur Stimmungsmache eben spielt. Schlager, Pop und Volksmusik bunt gemischt und verrückt verrockt und letztlich brutal laut gespielt. Sicher keine Musik, die Anspruch auf einen Music Award stellt. Sondern eine, die einfach Lust auf Party macht.

Wie kommen nun die Dorfrocker nach Schonach? Da hatte der Schwarzwälder Bote ein wenig seine Finger im Spiel. Im Frühjahr 2011 begann die Aktion "Die Schwarzwaldmarie", an der auch der Handharmonika-Spielring Trachtengruppe Schonach teilnahm. "Bei unseren Auftritten trafen wir auf die Band und haben Beziehungen aufgebaut", erzählte der Vorsitzende Joachim Klausmann. In Bamberg, bei einem "Dorfrocker"-Konzert, konnte die Trachtengruppe damals immerhin den dritten Platz einheimsen – und die Dorfrocker zu einem Auftritt im Skidorf gewinnen.

Die Musiker sind schon ein Begriff und deshalb nicht billig. Daher sei es nur mithilfe von Sponsoren möglich gewesen, die Partyband in den Schwarzwald holen. "Die Stimmung ist phänomenal und es gab keinerlei Ausfälle", freute sich Klausmann. Allerdings führte er das auch darauf zurück, dass es im Ausschank keine härteren Drinks gab.

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