Die Sporthalle in Schonach ist 45 Jahre alt und steht in der Kommune mittelfristig zur Sanierung an. Es wird ein Sieben-Millionen-Euro-Projekt. Foto: Erika Rapthel-Kieser

Kaum ist das Jubiläumsjahr zum 750. Geburtstag Schonachs rum, gilt es die Projekte der kommenden Jahre anzugehen. Ein Ausblick mit Bürgermeister Jörg Frey.

Im vergangenen Jahr hat die 3 800-Einwohner-Gemeinde Schonach nicht nur ihr fulminantes Jubiläumsjahr zur ersten Erwähnung vor 750 Jahren gestaltet. „Es war ein so gelungenes Festjahr“, blickt Bürgermeister Jörg Frey auf die Veranstaltungen und Aktionen zurück und betont im Gespräch mit unserer Redaktion, welch ein Privileg es doch sei, so ein Jubiläum feiern zu können.

 

Für den rührigen 59-jährigen Stadtchef war das aber nicht der einzige Höhepunkt des Jahres 2025. Er konnte auch endlich einen Knopf an ein Projekt machen, für das er sich seit einem Jahrzehnt in die Riemen legt. Es ist jetzt gelungen, die ärztliche Versorgung der Schonacher sicherzustellen.

Das medizinische Versorgungszentrum war ein Herzensprojekt

Dass der Gemeinderat vor Jahren grünes Licht dafür gab, aus dem alten Schulhaus ein medizinisches Versorgungszentrum zu machen, war die erste Weichenstellung dafür. Statt nach einem Investor zu suchen, nahm die Gemeinde Schonach rund vier Millionen Euro in die Hand und baute das Gebäude so um, dass sich Geschäfte der Gesundheitsversorgung und Praxen ansiedeln können.

Drei Hausärzte sind schon da, eine physiotherapeutische Praxis und eine Logopädie werden folgen. Neben der Praxisgemeinschaft Siepe/Schwarz als Allgemeinärzte und der Kinderärztin Maruia Lehmann haben die Schonacher nun auch Heilpädagogik und psychologische Beratung vor Ort. „Das war ein wichtiger Meilenstein und die vier Millionen Euro sind gut investiertes Geld“, sagt Frey.

Für das Jahr 2026 gibt es aber schon das nächste Großprojekt. Der dritte und letzte Abschnitt des Breitbandes soll verlegt werden. „Danach hat jedes Haus die Möglichkeit, sich ans Breitband abzuschließen.“ Gleichzeitig hat die Kommune auch die eigene Digitalisierung vorangetrieben.

Der Wohnmobilstellplatz wird aufgehübscht

Was noch auf der Liste für das laufende Jahr steht, ist der Wohnmobilstellplatz. Der soll optimiert werden, Duschen und WCs bekommen, die den Campern dann rund ums Jahr zur Verfügung stehen. Diese Arbeiten sollten im Herbst 2024 schon begonnen werden, wurden aber mehrfach verschoben. Viel Arbeit kommt auf das Hauptamt durch die Landtagswahlen zu. Da laufen die Vorbereitungen ebenfalls schon auf Hochtouren, gibt Frey zu Bedenken.

Ein mittelfristiges Großprojekt wird die Sanierung der Sporthalle. Die ist jeden Tag voll belegt mit Schul- und Vereinssport, aber nach rund 45 Jahren liegt in dem Gebäude so manches im Argen.

Vor allem energetisch müsste die Halle auf den neuesten Stand gebracht werden. Diese Sanierung wird die Schonacher mindestens sieben Millionen Euro kosten, und Bürgermeister Jörg Frey macht keinen Hehl daraus, wie sehr er erschrocken ist, als er diese Zahl gehört hat. Trotzdem – um diese Ausgabe kommt die Kommune nicht herum. „Da werden jetzt schon die Weichen gestellt und nach Förderrichtlinien und Zuschüssen Ausschau gehalten“, sagt Frey.

Ein Sorgenkind für den Rathauschef sind die Tourismuszahlen in Schonach. Die seien seit Jahren rückläufig, bedauert er. „Wir haben ein Nachfolgeproblem“, erklärt der 59-jährige Bürgermeister. Betten sind weggefallen und Gaststätten haben geschlossen, weil sich keine Betreiber mehr fänden. Der Bekanntheitsgrad von Schonach sei aber nach wie vor hoch, versichert Frey.