Der neue Vorstand rettet den MGV Schonach zumindest vorläufig vor der Auflösung (von links): Herbert Burger, Wolfgang Förtsch, Bernd Kaltenbach, Markus Nagler. Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Früherer Vorsitzender Bernd Kaltenbach stellt sich zur Verfügung und will dem Verein "eine zweite Chance geben"

Von Hans-Jürgen Kommert

 

Schonach. Es geht weiter mit dem Männergesangverein mit Frauenchor Schonach, nachdem sich ein Vorstand gefunden hatte, der sogar mit großer Mehrheit gewählt wurde. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Armin Ringwald gab es einen Kassenbericht von Silvia Fehrenbach über die Tage seit der letzten Versammlung vom 15. März. Rund 2500 Euro Guthaben stehen noch zu Buche, kein riesiger Betrag angesichts der Kosten, die der Verein als Gesangverein hatte. "Man hat uns Jahre und Jahrzehnte als Verein der Feste wahrgenommen; die letzten Jahre ging es mit den Aktiven stetig bergab, zuletzt waren wir neun Männer und 20 Frauen", trug Ringwald vor. Petra Reiker brachte es dann auf den Punkt: Nun wollten die weitermachen, die in den letzten Jahren den Verein "im Stich gelassen" hätten.

Der Vorstand um Armin Ringwald habe sich aus allen Ecken Schelte gefallen lassen müssen, dennoch stehe er dazu, der komplette Vorstand sei ausgebrannt, betonte er. Einige Vorstandsmitglieder hätten sogar schon ihren Austritt aus dem Verein eingereicht, darunter Schriftführerin Sandra Kuner. "Was macht es für einen Sinn, einen traditionsreichen Verein aufrecht zu erhalten, nur damit er namentlich erhalten bleibt", lamentierte er.

Dem widersprach Markus Nagler energisch. Sicher könne man den MGV nicht in der bisherigen Form weiter führen. Man müsse nun ohne teuren Chorleiter wieder von vorne beginnen – vielleicht mit einem Leiter, der dies ehrenamtlich macht. Wolfgang Förtsch meinte, es liege bei jedem Einzelnen, wie weit man später den Erfolg sehen könne. Es sei einfach schade, wenn den Kommunen ausgerechnet die kulturellen Vereine wegbrächen. Bürgermeister Jörg Frey sah eine zweite Chance für den Verein. "Es wäre Sünd’ und Schand’, wenn es zur Auflösung kommt", meinte er und verwies auf die fünf anwesenden Gemeinderäte und auf die Bedeutung des Vereins.

Bernd Kaltenbach, langjähriger Vorsitzender und vor etwa drei Jahren ausgetreten, betonte, er sei nicht "davon gelaufen", sondern habe sich bewusst abgemeldet. "Wer so lange Vorsitzender war, weiß wie das läuft, da kann man sich nicht beurlauben lassen oder eine Auszeit nehmen, da wirst du immer wieder mit einbezogen – und aus geschäftlicher Sicht ging das um diese Zeit einfach nicht, zu angespannt war ich da", betonte er. Dass der Vorstand definitiv ausgebrannt sei, könne er nachvollziehen, dennoch wolle er dem Verein eine zweite Chance geben. "Wenn wir in einem halben Jahr feststellen, dass es nicht möglich ist, müssen wir weiter sehen", stellte er fest.

Bei den geheim durchgeführten Wahlen konnte Kaltenbach 32 der 43 möglichen Stimmen bei acht Neinstimmen auf sich als künftigen Vorsitzenden vereinen, sein künftiger Stellvertreter Wolfgang Förtsch sogar 35 (sieben Nein). Herbert Burger als neuer Kassier erhielt 28 Stimmen bei 13 Mal "Nein" und zwei Enthaltungen, Schriftführer Markus Nagler nur 27 Zustimmungen bei 15 Neinstimmen.

Er habe nicht sicher mit dieser erstaunlichen Zustimmung gerechnet, bekannte Kaltenbach nach der Wahl. Es werde nun sicher in den nächsten Wochen einen regen Austausch mit dem bisherigen Vorsitzenden geben. "Wann und ob man uns je wieder in der Öffentlichkeit erleben wird, kann ich nicht sagen", stellte er den Ernst der Lage klar.