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Schonach Bezahlbarer Wohnraum eine Aufgabe

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Mit Fragen konfrontieren Bürger bei der offiziellen Kandidatenvorstellung den einzigen Bewerber für Schonach. Fotos: Börsig-Kienzler Foto: Schwarzwälder Bote

Einige Bürger stellten Jörg Frey bei der offiziellen Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl am 26. Mai ihnen unter den Nägeln brennende Fragen. Der langjährige Amtsinhaber und einzige Kandidat beantwortete diese prompt.

Schonach. Gerd Schneider wollte wissen, zu welchem Zweck die Gemeinde das Anwesen Sperl gekauft habe und was nun mit der Strohhutfabrik Sauter geplant sei.

Zukunft des Anwesens Sperl noch offen

Dass man das Anwesen Sperl erwerben konnte, sei eine glückliche Fügung gewesen, antwortete Frey. Das Gelände samt Gebäude mit rund 2000 Quadratmetern habe beste Lage und das Haus sei eines der schönsten im Ort, wenn auch renovierungsbedürftig. "Wir haben noch keine konkreten Pläne damit, aber einige Ideen", informierte Frey weiter. So könnte dort betreutes Wohnen entstehen aber eventuell auch eine Arztpraxis einziehen. Aktuell sei das Gebäude noch vermietet und das werde vorerst auch so bleiben.

Visionen zu kulturellen Konzepten vermisst

Was mit der Strohhutfabrik Sauter geschehe, so Frey, läge in der Entscheidung des neuen Gemeinderats. Die Fabrik sei auf jeden Fall nicht erhaltenswert und aus diesem Grund könnte auch der Denkmalstatus fallen. Der neue Gemeinderat müsse sich überlegen, was man mit dem Gebäude beziehungsweise dem Grundstück und vor allem dem enthaltenen Kulturgut anfange.

Rita Schyle betonte, dass sie Visionen zu kulturellen Gütern und Traditionen Schonachs vermisse. Sie schaue da schon etwas neidisch nach Schönwald. In der Tat spiele Kultur im Gemeindeleben eine nicht allzu große Rolle. Da könnte man schon etwas ändern, räumte Frey ein, allerdings gehöre da auch ehrenamtliches Engagement dazu. Zum dem von Schyle angesprochenen Ringwald-Museum erklärte Frey, dass dies in den Händen einer Stiftung läge, da habe die Gemeinde nicht viel zu sagen.

Karin Binkert-Hörmann fragte an, wie denn die angesprochenen, möglichen Pflegeplätze in der Villa Burger aussehen sollen. Das könne er noch nicht sagen, gab Frey zu, denn diese Option sei ganz neu. Aktuell kläre man den Bedarf und mache sich vor allem auf die Suche nach einem Träger.

Von Frey wollte Karin Binkert-Hörmann zudem wissen, wie man denn den Tourismus in Schonach halten oder weiterentwickeln wolle. Viele Wege seien beispielsweise zugewachsen. "Wir sollten sie offen halten, das ist unser Kapital", sagte sie. Die Kommune, so Frey, könne nur die Infrastrukturen schaffen, siehe Kurpark. Er zeigte sich auch sicher, dass der geplante Anschluss an die Hochschwarzwald-Tourismus GmbH Vorteile bringe. Außerdem werde man die Mountainbikestrecken und die Wanderwege neu beschildern. Man plane neue Wanderparkplätze mit Tischen und Bänken wie im Kurpark einzurichten und entwickle ein Abfallkonzept für die Wanderparkplätze.

Investitionen in die Übernachtungsangebote müssten aber von privater Hand kommen. Auch das Angebot von Attraktionen wie Rodelbahn oder Riesenrutsche könne die Gemeinde nicht stemmen, das bedürfe Investoren.

ÖPNV-Anschluss bis nach Freiburg ist wichtig

Almut Brünner monierte den ÖPNV-Anschluss Richtung Elztal und Freiburg. Hier war sie der Meinung, die Kommune sollte mehr Druck machen. Das sei schon was im Gange, berichtete Frey. Man habe aktuell ein neues Forderungsangebot abgegeben, das auch diese Strecke beinhalte. "Wir fordern ab 2020/21 täglich zwei Buspaare vom Triberger zum Elzacher Bahnhof". Frey zeigte sich sicher, das hier auch etwas realisiert werden wird, allerdings "muss das Angebot um dauerhaft zu bestehen, dann auch angenommen werden." Auch die von Brünner angesprochene Möglichkeit zu Mitnahme von Fahrrädern sei in der Anforderung enthalten, allerdings sei es in Deutschland ein Problem ein Fahrradanhänger an einem Bus mitzuführen. "Ich sehe da ein großes Potenzial, aber inwiefern das in naher Zukunft realisiert werden kann, kann ich nicht sagen."

Die neuen Wohngebiete, die Frey ankündigte, sah Ilse Fehrenbach etwas kritisch. Sie vermisste hier eine andere Sichtweise. "Ich denke, immer nur neue Baugebiete zu schaffen, ist eine Einbahnstraße, da die dortigen Häuser nicht auf ewig mit vielen Personen bewohnt sein werden. Mir ist es wichtig, dass auch Wald und Fläche erhalten bleiben", betonte die Bürgerin. "Wir sind alle dankbar und stolz hier zu leben und sind froh, dass Walzungen und Wiesen vorhanden sind", gab ihr Frey Recht. Die Realität sei jedoch, dass Leute ins Rathaus kommen und Baumöglichkeiten, bezahlbaren Wohnraum aufgezeigt haben wollen.

"Hätten wir die Möglichkeit, auf die rund 100 Baulücken in privater Hand zurückzugreifen, bräuchten wir nicht über neue Baugebiete zu reden", gab Frey zu bedenken. Die neuen, möglichen Baugebiete habe er nur ins Gespräch gebracht, mehr nicht. Allerdings müsse man den jungen Leuten eine Möglichkeit bieten, hier zu wohnen oder wieder zurückzukehren. "Uns wäre schon geholfen, wenn wir auf einen Teil der Baulücken zurückgreifen könnten", argumentierte der Schultes weiter.

Günter Hummel wollte wissen, was mit den Schonacher Windrädern passiert, die mittlerweile in einem gewissen Alter seien. Werden sie erneuert? Wie wird hier vorgegangen? Seines Wissens nach wurden die ersten Windräder mit rund 20 Jahre Laufzeit, für die es auch eine Rückbaupflicht gebe, Anfang 2000 erstellt. "Wie es mit dem Ersatz der alten Windräder aussieht, kann ich nicht sagen", räumte Frey ein. "Der jeweilige Eigentümer muss entscheiden, was damit passiert. Wenn heute jemand ein zusätzliches Windrad aufstellen wollte, wären die Chancen für eine Genehmigung sehr gering".

Warten auf Zustimmung der Tourismus GmbH

Nach dem Stand in Sachen Ferienland-Anschluss an die Hochschwarzwald-Tourismus GmbH erkundigte sich Andrea Dotter. "Der Antrag auf Aufnahme wurde gestellt. Details wurden allerdings noch nicht verhandelt obwohl schon Zahlen genannt wurden", bestätigte Frey auf Dotters Nachfrage. Die Zustimmung seitens der GmbH fehle allerdings noch.

Raimund Harter stellte abschließend fest, dass der Bedarf einer Weiterentwicklung der Gemeinde Schonach vorhanden sei, man sich jedoch auch über deren Kosten Gedanken machen müsse. Es mache keinen Sinn, Investitionen zu tätigen, die nicht zu finanzieren seien.

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