Gisela und Marinus Kaltenbach freuen sich über ihre Goldene Hochzeit, die aber Corona-bedingt nur im kleinen Rahmen gefeiert wird. Foto: Kienzler Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: Goldene Hochzeit feiern Marinus und Gisela Kaltenbach / Fest verschoben

Schonach. Das Fest der Goldenen Hochzeit feiert das Ehepaar Gisela und Marinus Kaltenbach an diesem Samstag.

Heute noch schwärmt Marinus Kaltenbach von der hübschen Blondine, die er vor 51 Jahren beim Heuen auf der Wiese der Nachbarsfamilie Nock beobachten konnte. Doch erst im nächsten Winter sah er das blonde Mädchen wieder und dieses Mal war sie ganz in der Nähe. Die beiden trafen sich zufällig im damaligen Gasthaus Peter im Obertal, wo sie mit den Narren Fasnet feiern wollten. Als Gisela Maier ihrem heimlichen Verehrer beim Tanzen tief in die Augen blickte, sprang der Funke über.

"Wir haben noch im gleichen Jahr geheiratet", freut sich der Jubilar. Die standesamtliche Trauung war am 14. November 1970 im Schonacher Rathaus, anschließend gab sich das Brautpaar in der Kirche St. Urban bei Pfarrer Franz Josef Ehrath das Ja-Wort. "Im Hotel Schloßberg haben wir mit Verwandten und Freunden unsere Hochzeit gefeiert", erinnert sich die Jubilarin.

Nach der Hochzeit zog das junge Paar in das kleine Häuslein an der Rensberger Straße, wo Marinus Kaltenbach mit zwei Brüdern und einer Schwester aufgewachsen ist. Das Ehepaar Kaltenbach bekam vier Kinder und begann deshalb nach einigen Jahren mit dem Bau eines größeren Hauses, in dem die Familie mehr Platz hatte. Nach dem Umzug wurde das kleine Haus daneben abgerissen.

Der Familienvater, der schon bei der Bundeswehr-Ausbildung den Lastwagen-Führerschein erworben hatte, arbeitete zunächst bei der Spedition Haas in Triberg und danach bei der Schonacher Firma Willmann, durch die er sein badisches Heimatland von allen Seiten kennenlernte. 15 Jahre beim heimischen Burger-Industrie-Werk rundeten seine Berufstätigkeit bis zum Rentenbeginn ab.

Als die Kinder etwas größer waren, suchte sich auch die junge Mutter einen Teilzeit-Job. Bis zum Ruhestand arbeitete sie in der heimischen Kuckucksuhren-Firma August Schwer. Gisela Kaltenbach stammt aus Schapbach bei Wolfach. Sie erlebte eine traurige Kindheit, denn ihre Mutter starb bei der Geburt des jüngsten Geschwisterchens, das tot zur Welt kam, der Vater war gesundheitlich schwer angeschlagen. Gisela Maier war damals erst sieben Jahre alt. Ihre Schwester und ihr Bruder wuchsen in den Familien ihrer Tanten auf. Gisela lebte im Wechsel bei mehreren Familien in verschiedenen Orten.

Ihre letzte Station war in Gutach im Kinzigtal, wo sie die Volksschulzeit abschloss. Mit 14 Jahren begann sie als Küchenmädchen im Schonacher Gasthaus Brauer zu arbeiten. Dort blieb sie sechs Jahre bis zu ihrer Hochzeit. Im Sommer half sie an ihren freien Nachmittagen bei der Heuernte im Obertal mit, denn Josef Nock war der Schwager vom Brauer-Wirt Kurt Schilli. Damals ahnte Gisela Maier noch nicht, dass sie später die Nachbarin der Nock-Familie werden sollte.

Seit genau 50 Jahren leben Gisela und Marinus Kaltenbach nun dort und wollten an diesem Samstag ihre Goldene Hochzeit feiern. Doch das Jubelpaar möchte nichts riskieren und will deshalb mit dem großen Fest noch ein Jahr warten, in der Hoffnung, dass die Corona-Pandemie dann zu Ende ist. "Unsere zehn Enkelkinder sollen ja auch alle dabei sein", wünschen sich die stolzen Großeltern. Auch ihre vier Kinder werden sehr gelobt. Sohn Bernd wohnt mit seiner Familie im Elternhaus, doch die drei Töchter wohnen nicht in der Nähe. "Aber alle kümmern sich liebevoll um uns und sorgen dafür, dass uns nichts fehlt", betont das zufriedene Jubelpaar.

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