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Schonach Als die Glocken wieder schlugen

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Die Pfarrer Karl Friedrich Hugelmann und Johannes Duffner sowie Kaplan Nock (linkes Bild) bei der Weihe der neuen Glocken für die Schonacher Kirche. Fünf neue Glocken wurden für die St. Urban-Kirche am 1. Oktober 1950 geweiht und eingebaut. Ein Festtag für die ganze Gemeinde Schonach. Fotos: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Jochen Schultheiß

Schonach. Ein besonderer Fest- und Freudentag in der Schonacher Geschichte war der 1. Oktober 1950. Vor also etwa 60 Jahren wurden die neuen Glocken der Pfarrkirche St. Urban festlich empfangen

Schon seit Jahrhunderten läuten Glocken auf dem Turm der St. Urban-Kirche. Doch nur eine von ihnen hat die Wirren der Zeit überstanden. Die Marienglocke wurde im Jahre 1501 gegossen und hängt noch heute im Schonacher Kirchturm. Alle anderen Glocken fielen immer wieder den Zeitläufen zum Opfer, zuletzt 1941. Damals ließen die Nationalsozialisten die Kirchenglocken beschlagnahmen. Zum einen konnte ihr Metall für die Rüstungsindustrie verwendet werden, zum anderen wollten die Machthaber der Kirche ihre Stimme nehmen und sie so auch symbolisch zum Schweigen bringen.

Neun Jahre lang läutete die alte Marienglocke einsam vom Turm. Schon 1949 begannen wie Vorbereitungen zur Anschaffung eines neuen Geläutes. Die Firma Grüninger erhielt den Auftrag zur Herstellung von fünf neuen Glocken zur alten Marienglocke hinzu. Der Guss erfolgte am 11. August 1950 in Straß bei Neu-Ulm. Bevor das neue Geläut nach Schonach kam, legte sie noch einen Zwischenstopp in Freiburg ein. Vom 15. bis zum 24. September wurden sie auf der dortigen Landwirtschaftsausstellung präsentiert. Am Dienstag, 27. September, trafen die Glocken in Schonach ein. Von der Bäckerei Scherer setzte sich unter dem Geläut der alten Marienglocke und den Klängen der Kurkapelle ein großer Festzug mit den neuen, prächtig geschmückten Glocken zum Turnhallenplatz in Bewegung. Der ganze Ort hatte Festschmuck angelegt. Das mit Blumen und Fähnchen geschmückte neue Geläut befand sich auf einem Lastwagen, umgeben von Mädchen der Frauenjugend in weißen Kleidern.

Am Sonntag, 1. Oktober 1950, war dann der große Tag der Weihe gekommen. Er begann nachmittags um 14.30 Uhr mit einer Festpredigt von Pfarrer Johannes Duffner aus Görwihl in der restlos gefüllten St. Urban-Kirche. Im Anschluss setzte sich ein großer Zug von Gläubigen zur Turnhalle in Bewegung, wo die Glocken zur Weihe geschmückt und aufgehängt waren. Die Weihe nahm Ortspfarrer Karl Friedrich Hugelmann vor, assistiert von den gebürtigen Schonachern Pfarrer Johannes Duffner und Kaplan Nock. Hugelmann dankte allen und Bürgermeister Schmidt würdigte die Bedeutung des Festtages.

Am Dienstag, 3. Oktober, wurden die Glocken auf den Turm gezogen. Am Samstag, 7. Oktober, erklang dann erstmals das neue Geläute, für viele ein bewegendes Erlebnis. Der Chronist vermerkte damals: "Fast wie an Sonntagen zogen, als die Sonne hinter den Bergen verschwand, die Menschen auf den Kirchplatz und überall sah man kleinere und größere Gruppen erwartungsfroher Menschen. Der Klang der alten Marienglocke kündete die langersehnte Stunde an. Nach ihr war es die Engelsglocke. Dann spielte die Kurkapelle. Es ertönte wieder die Engelsglocke und in frohem Jubel folgten St. Joseph, die Marienglocke, St. Michael und Urban. Als aber die Christkönigsglocke majestätisch in das Läuten einfiel, lag eine Ergriffenheit über all den Lauschenden. So mancher hatte Tränen in den Augen, denn man spürte so recht, was die Glocken bei ihrem Abschiedsläuten vor bald zehn Jahren mitnahmen".

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