Alfred Kammerer freut sich über seinen 90. Geburtstag, obwohl er wegen der Corona-Pandemie nur im kleinen Kreis feiern kann. Foto: Kienzler Foto: Schwarzwälder Bote

Jubilar: Alfred Kammerer wird an diesem Freitag 90 Jahre alt

Schonach. Bei guter Gesundheit kann der gebürtige Schönwälder Alfred Kammerer an diesem Freitag seinen 90. Geburtstag feiern. Im Blindenhäusle nicht weit von der Grenze zu Schonach entfernt, wurde der heutige Wahl-Schonacher am 13. November 1930 als jüngstes von zehn Kindern geboren. Ursprünglich gehörte das Häuschen zum Blindenhof, der nach dem Blindensee benannt ist.

Im Jahr 1908 wurde der Blindenhof abgebrochen und im Obertal von Schonach wieder aufgebaut und zwar an der Stelle, wo der Thomas-Frieder-Hof stand, der zwei Jahre vorher abbrannte. Doch das Leibgeding-Häusle des Blindenhofs blieb in Schönwald stehen und gehörte seit 1912 dem Ehepaar Benedikt und Maria Kammerer.

Die Eltern der großen Kinderschar konnten sich über ihre zwei Töchter und ihre acht Söhne sehr freuen, denn alle waren eifrig und arbeitsam, wie das damals nicht nur auf den großen Bauernhöfen üblich war. "Ich habe zuerst unsere eigenen Kühe gehütet, denn wir hatten eine kleine Landwirtschaft und später, als der Krieg ausbrach, war ich auf dem Brandhof im Fuchsbach als Hirtenbub", erinnert sich Alfred Kammerer.

Das schlimmste Erlebnis in seiner Kindheit aber war das lodernde Feuer, durch das sein Elternhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Damals war der kleine Alfred neun Jahre alt, aber zum Glück konnten die Eltern samt ihren Kindern rechtzeitig ins Freie flüchten. Viele seiner Brüder mussten kurz danach in den Krieg, aus dem die meisten nicht mehr zurückkehrten. Doch Fritz, der Älteste der Kinderschar, der schon 1906 geboren wurde, kam nach der Kriegsgefangenschaft wieder nach Schönwald zurück.

Ehe wird mit zwei Töchtern gesegnet

Inzwischen hatte Alfred Kammerer eine Lehre als Holzschnitzer absolviert und auch einige Jahre in seinem erlernten Beruf gearbeitet, bis er bei der Firma Wiha in Schonach tätig wurde, wo er bis zum Eintritt ins Rentenalter blieb.

Mit 29 Jahren heiratete Kammerer seine Verlobte Maria Bruner aus Karlsruhe, die im Schönwälder "Café Wunsch" als Bedienung arbeitete. Die Ehe wurde mit den beiden Töchtern Renate und Heidi gesegnet. Damals baute Alfred Kammerer mit seinem Bruder Fritz ein Haus in Schonach, wo er immer noch wohnt. "Meine Frau ist 2009 kurz vor der Goldenen Hochzeit gestorben", bedauert der Jubilar. Doch seine Tochter Renate, die im gleichen Haus wohnt, kümmert sich liebevoll um ihren Vater.

Fünf Enkel und drei Urenkel können neben den Töchtern und deren Ehepartnern dem Jubilar zum runden Geburtstag gratulieren.

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