Die Charlottenhöhe in Schömberg kommt nicht zur Ruhe? Diesmal bricht in einem Nebengebäude des riesigen Anwesens ein Feuer aus. Wie konnte das passieren?
Am Samstagabend um 17.24 Uhr kam bei der Polizei die Meldung an, dass es in der Charlottenhöhe brennt. Kartonagen und Holzstapel gerieten in einem Nebenhaus in Brand. Es habe ordentlich geraucht, teilte Ingo König, Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim, auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Erfolglose Fahndung der Polizei
Es gebe den Verdacht auf Brandstiftung, teilte er weiter mit. Ein Zeuge habe Personen in der Nähe des Brandortes gesehen, so König: „Beim Eintreffen der Polizei waren die Personen nicht mehr vor Ort.“
Die Polizei war mit drei Streifen und sechs Beamten am Brandort, um den Sachverhalt zu klären und nach den Brandstiftern zu suchen. Die Fahndung war aber erfolglos.
Die Feuerwehr verhinderte, dass die Flammen auf das Gebäude selbst übergriffen. Es gab deshalb keinen Sachschaden, so König. Auch Personen wurden nicht verletzt.
Gleich an mehreren Stellen brennt es
Die Feuerwehr Bad Wildbad war mit sieben Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften, die Feuerwehr Schömberg mit vier Fahrzeugen und 25 Feuerwehrleuten am Einsatzort, berichtete König.
Für Rainer Zillinger, Kommandant der Gesamtfeuerwehr Schömberg, wurde das Feuer „zweifelsfrei“ durch Brandstiftung verursacht. „An mehreren Stellen brach Feuer aus“, so Zillingers Begründung. Die Einsatzleitung hatte der stellvertretende Kommandant der Gesamtfeuerwehr Bad Wildbad, Gerhard Wurster, teilte Zillinger mit. Diese ist im Winterhalbjahr von Oktober bis März für den Brandschutz der Charlottenhöhe zuständig.
Den Einsatzleitwagen stellte die Feuerwehr Schömberg. Dieser übernimmt die Funkkommunikation des gesamten Einsatzes, berichtete Zillinger. Die Abteilung Bieselsberg der Schömberger Feuerwehr stellte eine Drohnengruppe. Die Kameraden dieser Gruppe suchten mit einer Drohne das Dach des Hauses nach Glutnestern ab. Ein Gerätewagen Logistik der Abteilung Langenbrand und ein Löschgruppenfahrzeug der Abteilung Schömberg standen bereit, um im Fall der Fälle die Wasserversorgung sicherzustellen.
Auch Rettungskräfte des Roten Kreuzes waren vor Ort, so Zillinger. Schließlich konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass es Verletzte gibt. Es sei ein sehr unwegsames Gelände, gab Rainer Zillinger zu bedenken.
Einsatzkosten im niedrigen fünfstelligen Bereich
Die Kosten des Einsatzes der Feuerwehr bezifferte er im niedrigen fünfstelligen Bereich.
Dabei gab es wegen der Charlottenhöhe bereits in der Vergangenheit einige Einsätze der Feuerwehr. So brach am späten Abend des 11. Oktober 2023 ein Feuer im vierten Obergeschoss in einem leer stehenden Klinikgebäude aus. Die Feuerwehr verhinderte damals mit mehr als 100 Einsatzkräften einen drohenden Großbrand im Wald. Am Abend des 13. März 2019 führten zwei laute Explosionen zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Die Polizei konnte seinerzeit drei junge Tatverdächtige festnehmen. Sie gaben später zu, drei sogenannte Polenböller in dem Gebäude gezündet zu haben – einen davon in einer Toilettenschüssel, was eine besonders ohrenbetäubende Detonation auslöste. Auch sonst war das Gelände immer wieder das Ziel von „Geisterjägern“.